Bitte unbedingt lesen: Wenn Ertrinken nicht nach Ertrinken aussieht

Ich krame den Post passend zur Urlaubszeit mal wieder nach vorne …

Dank Twitter bin ich über einen sehr lesenswerten Artikel gestoßen. Diese Einzelheiten habe ich auch nicht gewusst und ich denke es ist gut, wenn man so etwas weiß. Und da dort darauf hingewiesen wird, man könne den Artikel gerne auch direkt bei sich einbinden, mache ich das auch umgehend:

Was Sie über das Ertrinken wissen sollten, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 400 Menschen durch Ertrinken. Das Erschreckende hierbei ist, dass die Betroffenen in vielen Fällen von anderen Badegästen beobachtet werden – aber nicht, weil Sie ratlos sind, sondern weil Sie die Situation falsch einschätzen und keine Ahnung haben, dass sich diese Person gerade in einer lebensgefährlichen Situation befindet. Denn entgegen der Annahme, dass ertrinkende Personen durch lautes Geschrei und Gewinke auf sich aufmerksam machen wollen, passiert genau das Gegenteil: Ertrinken sieht nicht nach Ertrinken aus! Kein panisches Gestrampel, keine Schreie.

Mario Vittone, Rettungshubschrauberpilot und Rettungsschwimmer der U.S. Coast Guard, kann auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und hat schon unzähligen Menschen das Leben gerettet. In seinem Artikel “Drowning Doesn´t Look Like Drowning” schildert er das Phänomen des Ertrinkens und hat damit für viel Aufsehen gesorgt.

Der nachfolgende Artikel ist eine Übersetzung aus dem Original.

Der leise Tod des Ertrinkens

Als der Kapitän voll bekleidet von Board sprang und durch das Wasser lief, irritierte er die anderen Badegäste, die im Wasser schwammen. “Nicht, dass er jetzt denkt, du ertrinkst”, sagte der Mann zu seiner Frau, da sie sich kurze Zeit zuvor mit Wasser bespritzt und geschrien hatten. “Was macht er hier?!”, fragte die Frau leicht gereizt ihren Mann. “Es geht uns gut!”, rief der Mann dem Kapitän zu. Aber der Kapitän ließ sich nicht aufhalten. Er schwamm unnachgiebig an dem Pärchen vorbei und schrie nur kurz “Weg da!”. Denn direkt hinter ihnen, nur wenige Meter entfernt, war die neunjährige Tochter gerade dabei zu ertrinken. Der Kapitän kam in allerletzter Sekunde. Das Mädchen fing an zu weinen und schluchzte: “Papa!”.

Woher wusste der Kapitän aus so vielen Metern Entfernung, dass die Tochter gerade dabei war zu ertrinken und sowohl Mutter als auch Vater dies aus weniger als drei Metern nicht erkennen konnten?

Der Kapitän ist ein ehemaliger Rettungsschwimmer der Küstenwache und hat durch eine fachliche Ausbildung gelernt, die Gefahren des Ertrinkens rechtzeitig zu erkennen. Und nein, wenn jemand ertrinkt, dann wird nicht, wie es oft im Fernsehen gezeigt wird, wild geschrien und gewunken.

Sie sollten sicherstellen, dass Sie die Anzeichen des Ertrinkens erkennen. Denn bis die neunjährige Tochter mit letzter Kraft “Papa” sagte, hatte sie nicht einen Ton von sich gegeben. Das Ertrinken ist fast immer ein ruhiger und wortloser Vorgang. In der Realität wird selten gewunken, geschrien oder wie wild gestrampelt.

Das, was Menschen tun, um tatsächliches oder vermeintliches Ertrinken zu verhindern, hat Dr. Francesco A. Pia die instinktive Reaktion (The Instinctive Drowning Response) genannt. Es gibt kein Geschrei, kein Gespritze und kein Gewinke. Überdenken Sie Folgendes: Der Tod durch Ertrinken ist der zweithäufigste Unfalltod (nach Verkehrsunfällen) bei Kindern bis zu einem Alter von 15 Jahren. Auch im nächsten Jahr werden wieder Kinder ertrinken. Etwa die Hälfte wird in einer Entfernung von nicht mehr als 20 Metern von einem Elternteil ertrinken. Und in 10% dieser Fälle wird ein Erwachsener sogar zusehen und keine Ahnung davon haben, was da gerade geschieht. Ertrinken sieht nicht aus wie ertrinken!

Auf folgende Anzeichen müssen Sie beim Baden achten

Dr. Pia erläuterte die instinktive Reaktion auf das Ertrinken in einem Artikel im Coast Guard´s On Scene Magazine:

1. In den meisten Fällen sind ertrinkende Menschen physiologisch nicht dazu fähig, Hilfe zu rufen. Da das Atmungssystem auf das Atmen ausgelegt ist und die Sprache die zweite/überlagerte Funktion darstellt, muss zunächst die Atmung sichergestellt werden, bevor die Sprachfunktion stattfinden kann.

2. Da sich der Mund beim Ertrinken unter der Wasseroberfläche befindet und nur kurzeitig wieder aus dem Wasser auftaucht, ist die Zeit für das Ausatmen, Einatmen und für einen Hilferuf zu kurz. Sobald sich der Mund einer ertrinkenden Person über der Wasseroberfläche befindet, wird schnell ausgeatmet und wieder eingeatmet, bevor der Kopf wieder unter Wasser abtaucht.

3. Ein herbeiwinken ist nicht möglich. Die Arme werden instinktiv seitlich ausgestreckt und von oben auf die Wasseroberfläche gedrückt. Diese Schutzfunktion soll den Körper über der Wasseroberfläche halten, um weiter Atmen zu können.

4. Eine bewusste Steuerung der Arme ist bei einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken nicht möglich. Ertrinkende Menschen sind aus physiologischer Sicht nicht dazu fähig, das Ertrinken durch bewusste und gesteuerte Bewegungen abzuwenden. Ein Winken nach Hilfe ist also nicht möglich.

5. Während der Dauer des Ertrinkens befindet sich der Körper aufrecht im Wasser. In der Regel können sich Ertrinkende nur 20 bis 60 Sekunden an der Wasseroberfläche halten, bevor sie untergehen. Nicht viel Zeit für einen Rettungsschwimmer.

Selbstverständlich befindet sich eine Person, die schreiend und winkend um Hilfe ruft, in einer ernsthaften Situation. Anders als beim tatsächlichen Ertrinken, können sich die betroffenen Personen an Ihrer eigenen Rettung beteiligen und z.B. nach Rettungsleinen oder -ringen greifen. Dieser Zustand wird als Wassernotsituation bezeichnet. Eine Wassernotsituation muss nicht zwangsläufig vor einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken auftreten.

Weitere wichtige Anzeichen des Ertrinkens

Sie sollten unbedingt auf folgende Anzeichen des Ertrinkens achten:

* Der Kopf ist nach hinten geneigt und unter Wasser. Der Mund befindet sich auf einer Höhe mit der Wasseroberfläche

* Die Augen sind glasig und leer

* Die Augen sind geschlossen

* Die Haaren hängen vor Stirn und/oder den Augen

* Der Körper befindet sich vertikal im Wasser – die Beine werden nicht bewegt

* Der Ertrinkende beschleunigt die Atmung und kämpft nach Luft

* Die Betroffene Person unternimmt den Versuch zu schwimmen, kommt aber nicht voran

* Es wird versucht sich auf den Rücken zu drehen.

Sollte also ein Rettungsschwimmer plötzlich ins Wasser laufen und es sieht für Sie so aus, als wäre alles in Ordnung, dann täuschen Sie sich nicht. Der einfachste Hinweis des Ertrinkens wirkt nicht immer so, als würde jemand ertrinken. Seien Sie also vorsichtig. Wenn Sie sicher gehen wollen, dann fragen Sie die betreffende Person: “Geht es dir gut? Brauchst du Hilfe?”. Erhalten Sie eine Antwort, dann scheint es der Person wirklich gut zu gehen. Wenn nicht, dann bleiben Ihnen nur wenige Sekunden, um ihn zu retten.

Und noch ein Hinweis für alle Eltern: Kinder, die im Wasser spielen, sind laut und machen Lärm. Sollte es still werden, dann sollten Sie nachschauen, weshalb.

Quelle: Hier finden Sie die Experten von Nordsee24.de mit dem spannenden Artikel über Ertrinken.

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Schlagfertig

Natürlich schauen auch wir dieses Jahr wieder die Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen an. Die Kinder dürfen auch ab und an mitschauen. Also meistens, nur die späten Spiele nicht. So wie gestern das Halbfinale der Deutschen gegen Brasilien. Immerhin startete es ja erst um 22.00 Uhr. Also fand dieses Spiel ohne Beteiligung der beiden kleinen Chefs statt.

Heute Morgen nach dem Wecken teilten wir ihnen dann das Ergebnis des Spieles mit. 7:1 für Deutschland. Eine echte Klatsche für Brasilien. Die beiden kleinen Chefs jubelten kurz und dann sagte die kleine Chefin mit ihren 7,5 Jahren knochentrocken:

“Immerhin muss Brasilien nicht abreisen!”

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

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Von Ängsten und dem mulmigen Gefühl

Der kleine Chef war schon immer eher der vorsichtige Typ. Nicht, wenn es um Kontakte und andere Menschen geht. Da war er schon immer eher offen und forsch und hat nie wirklich gefremdelt. Die kleine Chefin hatte (und in Teilen hat sie das immer noch) da schon immer mehr Probleme. Sie fremdelte selbst bei sehr gut bekannten Personen wie Oma und Opa, wenn sie diese 4 Tage nicht gesehen hatte. Sie brauchte immer eine gewisse Anlaufzeit, wenn jemand zu Besuch kam oder wir jemanden besuchten. Dafür war sie immer recht mutig wenn es darum ging, sich etwas zu trauen und zuzutrauen. Klettern, Rutschen, Springen. Sie hatte dabei zwar immer ein Augenmaß dafür, wie weit sie relativ gefahrlos gehen konnte, aber sie traute sich da immer sehr viel zu. Im Gegensatz zum kleinen Chef. Auf diesem Gebiet war er immer eher ängstlich. Rutschen, Wasser, Klettern, Springen … alles Dinge, für die er lange Überwindungszeiten braucht.

Nun ist Angst ja grundsätzlich etwas positives. Sie sagt uns “Sei vorsichtig! Pass auf!”. Dabei ist sie oft selbst für uns Erwachsene nicht richtig greifbar. Sie ist nur so ein Gefühl. Wovor hat man denn Angst, wenn man sich vor Spinnen fürchtet? Vor der Spinne ist doch zu platt als Antwort, aber etwas spezifischeres können auch Erwachsene oft nicht artikulieren. Was macht einem denn Angst bei der Spinne? Dass sie beißen könnte? Dass sie einen umbringen könnte? Sicher nicht wirklich. Aber die Angst ist bei vielen da, nur nicht wirklich greifbar.

Schwieriger wird es dann noch, wenn unsere Kinder Ängste haben. Wenn schon wir unsere Ängste oft nicht richtig beschreiben können, wie sollen es dann unsere Kinder schaffen? Aber wie können wir unseren Kindern helfen, wenn sie uns nicht sagen können, wovor sie sich fürchten?

Der kleine Chef hat zur Zeit eine Phase (und ich hoffe inständig, dass es nur eine Phase ist), in der er vor wahnsinnig vielen profanen Dingen Angst hat. Dinge, die ihm noch vor einem halben Jahr oder Jahr keine Angst machten, sondern ihn sogar interessierten. Die Müllabfuhr zum Beispiel. Welcher Junge liebt nicht die Müllabfuhr? Nun, der kleine Chef liebt sie nicht. Zumindest nicht, wenn sie wirklich da ist. Er spielt selbst liebend gerne mit seinem großen Müllauto und er fragt auch interessiert Dinge über die Müllabfuhr. Aber sobald das Müllauto bei uns vorbei kommt, versteckt er sich hinter dem Haus und linst höchstens einmal vorsichtig um die Ecke … aus 10 Metern Entfernung.

Auf dem Sportplatz hatte sich ein Spieler verletzt und es wurde der Krankenwagen gerufen. Alles war wunderbar. Allerdings nur, bis der Krankenwagen kam. Da verschwand der kleine Chef vorsorglich im Clubhaus und traute sich nicht raus. Er beobachtete zwar interessiert durch das Fenster hindurch, aber er wollte unter keinen Umständen raus gehen. Dabei kam der Krankenwagen weder mit Sirene noch mit Blaulicht. Er fuhr langsam und leise vor und auch wieder weg.

Nun war Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr. Wie letztes Jahr. Wie letztes Jahr gingen wir auch wieder hin. Nur diesmal war der kleine Chef erfüllt von Furcht und zuckte bei jeder Kleinigkeit zusammen. Die Vorführung, bei der sie zeigen, wie sie jemandem aus einem Auto bergen konnten wir nicht mehr sehen. Er wollte nach Hause. Im letzten Jahr sah es noch so aus, dass er selbst einen Helm aufsetzte und ein brennendes Auto löschte. Er sah zu, wie ich bei der Übung mit dem Auto half und selbst den hydraulischen Spreitzer und die hydraulische Schere benutzte, um das Auto zu öffnen. Dieses Jahr dagegen glatte Panik in den Augen.

Im Schwimmkurs war er mit einer der Besten. Bis ihm einmal beim Schwimmen Wasser ins Gesicht spritzte. Nicht schlimm, keine Atemnot oder ähnliches. Danach war der Schwimmkurs für ihn gegessen. Er wollte nicht mehr hin und weigerte sich auch, mit uns schwimmen zu lernen. Ins Schwimmbad ja, aber nur mit Gürtel und nur im Nichtschwimmerbereich. Und bloß nicht Schwimmen lernen.

Es ist schwierig für uns, damit umzugehen. Wie kann man ihm helfen? Zu sagen, er brauche davor keine Angst zu haben, kann es ja nicht sein. Sagen Sie mal einem mit Angst vor Spinnen, er brauche davor keine Angst zu haben. Und jetzt? Hilft ihm das? Hinzu kommt, dass der kleine Chef ja eben noch weniger spezifizieren kann, wovor er denn da Angst hat? Klar ist nur, er hat Angst. Irgendwo in seinem Magen knotet sich was zusammen und er bekommt dieses Gefühl. Glücklich ist er damit nicht. Natürlich nicht. Wir auch nicht. Und nicht immer reagieren wir so, wie es vielleicht sinnvoll wäre. Mal ist man in dem Moment vielleicht zu genervt. Mal meint man es zu gut.

Außerdem, welche Reaktion wäre denn sinnvoll?
Zu seinem Glück zwingen? Vielleicht. Vielleicht geht es auch nach hinten los.
Das Ganze ignorieren und seiner Angst “einfach nachgeben”? Ja, vielleicht verwächst es sich ja. Vielleicht aber auch nicht? Vielleicht wird es dann schlimmer?
Versuchen, mit ihm gemeinsam Wege und Strategien zu erarbeiten, diese Ängste zu überwinden? Klar. Nur ist er gerade erst Viereinhalb Jahre alt. Da ist dies natürlich schwer.

Es ist wirklich gerade eine etwas schwierigere Phase und es tut einem auch oftmals in der Seele weh wenn man sieht, wie er sich damit selbst im Wege steht.

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Deutschland heiratet Brasilien

Das Spiel ist aus. Deutschland steht im Halbfinale und wir beginnen so langsam mit unseren Freunden zusammen, den Tisch abzuräumen. Im Hintergrund beginnen die ersten zarten Versuche eines Autokorso. Wir leben nicht direkt in der Stadt, daher halten sich diese hier im Rahmen. Aber ein kleiner Autokorso wurde dann doch erfolgreich gebildet und fuhr hupend vorbei.

Kleiner Chef: “Warum hupen die denn?”
Kleine Chefin: “Das ist eine Hochzeit!”

Ja, Autokorsos nach Fußballspielen sind nicht so ganz unser Betätigungsfeld.

Komm schon, du musst feilschen!

Wenn die kleine Chefin morgens zur Schule aufgebrochen ist, habe ich noch ein paar Minuten Zeit, bevor ich den kleinen Chef in den Kindergarten bringen muss. Die nutzen wir dann meist noch dazu, kurz etwas miteinander zu spielen. Zum Beispiel mit seinem Müllauto, oder mit den Dinos oder der Werkbank. Bei schönem Wetter noch kurz im Garten mit einem kurzen Kick auf das Tor. Er ist dann der Torwart und ich schieße aufs Tor. Kurz bevor wir dann aufbrechen müssen, kündige ich dies schon einmal an, damit es dann keine Enttäuschung gibt. Ich sage dannn zum Beispiel “Noch 5 Schuss, dann fahren wir los!” Oft klappt das sofort, manchmal ist ihm die genannte Anzahl an Schüssen zu wenig. Also dachte ich mir dabei, ich könnte ihn doch auch auf die große weite Welt des Feilschens vorbereiten. Kann man ja immer mal gebrauchen später.

Papa: “Also, kleiner Chef, noch 3 Schuss, dann fahren wir los.”
Kleiner Chef: “Nein, noch 10 Schuss!”
Papa: “Also gut, noch 5 Schuss!”
Kleiner Chef: “Nein, noch 10!”
Papa: “Jetzt müsstest du eigentlich sagen ‘Noch 7 Schuss’.”
Kleiner Chef: “Hm. Noch 7 Schuss.”
Papa: “Okay, noch 7!”
Kleiner Chef: “Hey! Du bist unfair!”

Ich konnte ihm dann glücklicherweise doch noch erklären, dass er mich hochgehandelt hat, wir uns damit geeinigt haben und er sogar besser rauskam als ich, aber dieses Feilschen an sich versuche ich vielleicht in ein oder zwei Jahren noch einmal.

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Freiheit

Aktuelle Lieblingsband der beiden kleinen Chefs sind die Sportfreunde Stiller. Also absolute Lieblingsband. Sie stehen morgens auf und machen deren CD an. Im Auto werden sofort die Sporties gefordert und jeden zweiten Tag summt oder singt einer von beide einen Ohrwurm der Sportfreunde vor sich hin.

Aktuell auch sehr beliebt, deren Version von “Ich war noch niemals in New York”, welches sie ja auf einer CD sogar gemeinsam mit Udo Jürgens singen. Mir persönlich gefällt sowohl die Version der Sporties, als auch das Originial. Ich war ja sogar schon einmal live bei Udo Jürgens (und natürlich auch bei den Sportfreunden), aber ich glaube, ich schweife ab. Auf jeden Fall singen die beiden dieses Lied sehr gerne vor sich hin. Wie so oft, ohne immer so ganz genau zu wissen, was sie da singen.


Kleine Chefin: “Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei, einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehn. … Ich war auch noch nie richtig frei!!!”
Papa: “Weißt du denn, was das heißt?”
Kleine Chefin: “Ne, was denn?”
Papa: “Wenn man komplett das tun kann, was man möchte. Niemand macht einem Vorschriften. Man muss sich um niemanden kümmern. Keine Frau, keine Kinder, keine Eltern, auf die man Rücksicht nehmen müsste. Man kann als einfach so in den Tag leben, ohne an irgendetwas anderes denken zu müssen.”
Kleiner Chef: “Ich will nicht in den Kindergarten! ICH WILL FREI SEIN!!!”

Okay, an dem Erklärkonzept müssen wir noch arbeiten.

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Imaginärer Einkaufshorror

Es ist herrliches Wetter. Wir sitzen auf der Terasse und genießen einfach. Die Kinder spielen friedlich vor sich hin und lassen uns in Ruhe etwas lesen. Irgendwann kommen sie aber dann doch auf die Idee, uns irgendwie zu integrieren. Glücklicherweise nur relativ passiv. Sie wollen einkaufen spielen und wollen dazu von uns Einkaufsaufträge erteilt bekommen.

Der kleine Chef möchte zum Heimwerkermarkt fahren und bekommt dementsprechend den Auftrag Nägel, Schrauben und Dübel zu kaufen. Auf Nachfrage wird ihm auch noch erlaubt, einen Rasenmäher zu kaufen. Die kleine Chefin dagegen möchte lieber zur Drogerie und soll daher Shampoo und Zahnpasta einkaufen.

Sie ziehen also los, er mit dem Laufrad, sie mit dem Bobbycar. Kurze Runde in der Einfahrt, raus auf die Straße zur Nachbarseinfahrt. Offensichtlich befinden sich dort die Geschäfte. Nach kurzer Zeit kehren sie zurück und überreichen uns die imaginären Einkäufe. Gut gemacht.

Nächster Einkaufszettel wird erstellt und sie ziehen wieder los. Irgendwann haben wir dann genug. Also natürlich nicht wir Eltern, nein, wie könnten wir vom Spielen mit unseren Kindern genug haben. Nein, wir haben genug eingekauft. Borhmaschine, Schraubenzieher, Motorsäge, Hammer, Stifte, Bürsten, Klopapier, Küchenrollen und noch vieles mehr. Also wollen wir das Spiel beenden und lassen uns natürlich noch dazu überreden, einen letzten Einkaufsauftrag zu erteilen. Der kleine Chef möge bitte Handtücher kaufen und die kleine Chefin Badetücher.

Beide eilen los, der kleine Chef ein Stück vor der kleinen Chefin. Zurück kehrt allerdings zuerst die kleine Chefin. Ihr Gesicht leicht verzerrt. Irgendwo zwischen wütend, traurig, verzweifelt und kurz vor ein paar Frusttränen. Gequält presst sie hervor (und man stelle sich nun bitte eine gequälte Kinderstimme vor, die nur schwer die Tränen zurückhalten kann und sehr empört dabei einen anklagenden Tonfall anschlägt):

“Ach menno. Mama! Papa! Ich konnte gar nichts einkaufen. Der kleine Chef hat schon alles eingekauft!”

Ich muss zugeben, wir konnten uns in dem Moment nicht halten vor Lachen. So aus Erwachsenensicht kommt also ein Kind mit leeren Händen Heim, weil es nur imaginäre Dinge aus imaginären Regalen in imaginären Geschäften eingekauft hat. Das andere kommt mit (auch imaginär) leeren Händen Heim, weil der Bruder also die imaginären Einkäufe selbst erledigt hat und damit anscheinend die imaginären Regale in den imaginären Läden geleert hat oder sie die imaginären Badetücher nicht ein zweites Mal imaginär Heim bringen wollte.

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Rezension: Das Argumented Reality Buch iSpace

Vor einiger Zeit wurde ich angesprochen, ob ich mir nicht einmal das neue Buch von Kosmos mit meinen Kindern zusammen ansehen möchte. Es handele sich dabei um ein neues Konzept, welches alte und neue Medien miteinander verknüpfe. Mittels einer App können man in dem Buch Argumented Reality erleben und quasi ins Buch eintauchen. Es gäbe zwei davon, eines zum Thema Dinos und eines zum Thema Weltraum.

Klang spannend, wie ich fand und ich entschied mich dazu, das Weltraum-Buch iSpace ansehen zu wollen. Mit Dinosauriern bräuchte ich der kleinen Chefin sicherlich nicht kommen und der kleine Chef ist mit seinen 4 Jahren in meinen Augen eher noch etwas zu jung dafür. Also gesagt getan, mir wurde umgehend das Buch geschickt und dann geschah erst einmal nichts. Also bei mir. Ich kam nicht dazu, das Buch zu testen. Nur einmal kurz und da überforderte es mich etwas. Aber das lag wohl eher daran, dass ich da keinen Kopf dafür hatte.

Nun, noch doch einiger Zeit die ins Land zog (dafür muss ich mich noch einmal entschuldigen), habe ich mich endlich noch einmal dem Buch widmen können und will euch nun daran teilhaben lassen.

Also so sieht das Buch aus:
iSpace

Das Buch selbst ist nicht schlecht. Es gibt einiges Wissenswertes darin zu finden, auch wenn darauf natürlich nicht das komplette Augenmerk gerichtet ist, wie bei manch anderen Büchern. Aber doch so einiges wird angesprochen. Informationen zu unserem Sonnensystem und den einzelnen Planeten und Pluto. Der Wettlauf zum Mond. Wie könnte eine Mondstation aussehen. Asteroiden, Marsmission etc.

Die Informationen sind dann nich in solcher Tiefe aufbereitet, wie zum Beispiel in den “Was ist was?”-Büchern und auch in der Aufmachung unterscheiden es sich. Wie kann man es vergleichen? Vielleicht an Hand vom Fernsehen. “Was ist was” ist quasi “Quarks & Co.” mit Ranga Yogeshwar und “iSpace” ist quasi “Galileo” mit Aiman Abdallah. Das ist jetzt nicht als Wertung zu verstehen, beides hat sicherlich seine Berechtigung.

So sieht es im Buch aus:
Infos Mondewettlauf

Spannend wird es dann, wenn man sich die iSolar-App auf Handy oder Tablet geladen hat und Argumented Reality ausprobieren kann. Toll, was da mittlerweile möglich ist und auf fast allen Seiten gibt es auch dieses Feature. Es wird kurz erklärt, was auf dieser Seite mit der App machbar ist und sobald man diese gestartet hat, kann man mit dem Handy tolle Dinge sehen und tatsächlich tiefer eintauchen. Das Sonnensystem erscheint plötzlich in 3D. Komplett animiert, also mit den Planeten, die auf ihren Umlaufbahnen um die Sonne ziehen und um die noch einmal deren Monde kreisen. Man kann reinzoomen und rauszoomen und ist fasziniert. Auch Fotos sind in der App möglich, die dann zum Beispiel so aussehen:

Station

Oder auch so, wenn man quasi reingreift.

Erde

Man kann auch einen Marsrover fernsteuern oder ein Leichtflugzeug über den Mars gleiten lassen. Also schon ganz schöne “Spielereien”, allerdings sind diese natürlich in der Funktion recht eingeschränkt, so dass ich noch nicht beurteilen kann, wie lange die Kinder Spaß an diesen haben werden.

Insgesamt finde ich die Idee sehr gut und die Umsetzung auch gelungen. Man muss aber natürlich auch bedenken, dass für die 3D-Effekte immer ein Tablet oder Handy gebraucht wird. Es ist also damit auch ein weiterer Punkt, bei dem diese Medien von Kindern (wenn eventuell auch zusammen mit den Eltern) genutzt werden. Grundsätzlich bietet das Buch auch genügend Informationen, um ohne Argumented Reality Spaß zu haben, aber das kommt sicher auch auf die Kinder und deren Eltern an, wie sehr sie sich auf Handy und Co. fixieren. Insgesamt hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Möglichkeiten bei Argumented Reality gewünscht, aber ich muss zugeben, dass dies mein erster echter Kontakt damit war und ich nicht weiß, wie weit die Technik da bereits ist.

Das Buch kostet 15 Euro und die App ist kostenlos, also auch ein noch überschaubarer Betrag und Spaß macht es schon.

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