Von Feen und schwarzen Petern

Aus aktuellem Anlass komme ich mal wieder darauf. Im Fernsehen lief “Zahnfee auf Bewährung”, ein Film, den ich mir nicht angesehen habe.

Ich war nie ein Fan von den ganzen Feen, die plötzlich in den Kinderzimmern Einzug hielten. Also der Schnullerfee und der Zahnfee. Gibt es mittlerweile eigentlich noch weitere Feen? Bevor ich Kinder hatte, fand ich das immer ziemlich affig. Warum sollen die Kinder für jede Kleinigkeit von irgendeinem Fabelwesen etwas geschenkt bekommen? Wo ist da der Sinn?

In Teilen muss ich mich mittlerweile berichtigen. Die Schnullerfee habe ich tatsächlich lieb gewonnen. Den Schnuller will und muss man ja irgendwann loswerden und das geht natürlich nicht so leicht. Raucher hören ja auch nicht mal so eben auf mit Rauchen. Als Eltern kann man in diesem Fall also den Schnuller sehr schnell verschwinden lassen und den Nachwuchs auf kalten Entzug setzen, ohne selbst den schwarzen Peter zu haben. Den gibt man schön an die Schnullerfee weiter, die dafür auch eine Kleinigkeit da lässt.

Die Betonung liegt da allerdings auf “eine Kleinigkeit”. Ich finde hier die Geschenke für 50,- oder 80,- oder 100,- Euro absolut und uneingeschränkt unangemessen und unangebracht. Eine Kleinigkeit ja, etwas, an dem sie sich statt des Schnullers festhalten können. Mehr aber nicht.

Für die Zahnfee habe ich dagegen überhaupt kein Verständnis und bin ehrlich gesagt ziemlich genervt davon, dass diese wohl aus den USA hier zu uns herübergeschwappt ist. Die Milchzähne gehen nun einmal irgendwann flöten und werden durch die größeren, bleibenden Zähne ersetzt. Ist so. Das ist keine Ansage von den Eltern, sondern von Mutter Natur. Die Kinder haben ja auch in der Regel kein Problem damit, die Milchzähne zu verlieren. Im Gegenteil. Im Kindergarten sind eher die neidisch, die noch alle Milchzähne haben, während drumherum die Lücken mehr und mehr werden und sich sogar wieder anfangen zu schließen. Warum soll ich dann also dem Kind noch zusätzlich etwas im Namen der Zahnfee für etwas schenken, wofür es nichts kann, worauf es sich freut und was es ohnehin schon cool findet? Der Sinn erschließt sich mir nicht. Bei manchen Familien kommt die Zahnfee ja auch nicht nur einmal, sondern bei jedem Zahn, der ausfällt.

Leider wächst ja in gewisser Weise der Druck auf einen selbst, wenn bei den anderen Kindern die Zahnfee kommt. Warum soll die bei uns nicht kommen? Warum kam aber die Schnullerfee und warum kommt das Christkind, aber nicht die Zahnfee?

Glücklicherweise konnten wir die Zahnfee bei uns verhindern. Die kleine Chefin konnte sich entscheiden. Entweder die Zahnfee kommt, nimmt die ausgefallenen Zähne aber dann auch mit. Oder sie kann die ausgefallenen Zähne behalten und sammeln, dann kommt die Zahnfee aber nicht. Da unsere Tochter nichts wegwerfen kann und auch ich noch meine kompletten Milchzähne besitze, entschied sie sich wie erhofft gegen die Zahnfee.

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Unsere Zeitkapsel

Auf den Artikel über die ersten Schuhe haben doch ein paar Leutchen reagiert. Die meisten allerdings eher damit, dass ihre Eltern die ersten Schuhe nicht aufgehoben hätten. Das finde ich tatsächlich schade. Wahrscheinlich deshalb, weil meine eben meine Schuhe aufgehoben haben und ich noch weiß, wie sehr ich mich freute, als sie sie mir gaben. Noch heute stehen diese Schuhe bei uns im Regal.

Daher haben wir auch von Anfang an darauf geachtet, die eine oder andere Erinnerung für die kleine Chefin und den kleinen Chefin aufzubewahren. Dazu haben wir extra eine kleine Truhe besorgt, die wir also dementsprechend quasi als Zeitkapsel benutzen.

Truhe

Aber was genau haben wir denn nun in dieser Truhe so aufgehoben? Das interessiert ja vielleicht den einen oder anderen Leser tatsächlich. Also gibt es hier nun einen exklusiven Einblick in diese Zeitkapsel.

Inhalt

Darin finden sich also Dinge wie:

  • Die ersten Schuhe (sowohl die ersten Laufschuhe, als auch die ersten Schühchen, als sie noch nicht laufen konnten
  • Ausgaben der größten Tageszeitungen vom Geburtstag der beiden kleinen Chefs
  • Der erste Schnuller
  • Ultraschallbilder
  • Die Taufkerzen
  • Die Armbändchen aus dem Krankenhaus
  • Das Taufkleid
  • etc.
  • etc.
  • etc.

Über die Jahre wird vielleicht noch das Eine oder Andere seinen Weg in die Truhe finden, wir werden sehen.
Das Ganze bekommen Sie dann also irgendwann mal ausgehändigt. Vielleicht zur Hochzeit. Oder zum 18. Geburtstag oder irgendwann anders, wenn mal der richtige, passende Moment gekommen ist.

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Zeigt her eure Füße zeigt her eure Schuh!

Achtung, dies ist ein Aufruf, aktiv mitzumachen :)

Durch Twitter bin ich darauf gekommen. Es geht um die ersten Schuhe und was man damit macht. Ich bin ja ein Freund von behalten, denn auch ich besitze noch mein allererstes Paar Schuhe, denn das haben meine Eltern aufgehoben. Und die liebe Barfussgeherin hat dann angefangen, den Größenvergleich zu posten.

Da ziehe ich doch gleich mal mit. Hier also mein Größenverhältnis vom allerersten Paar Schuhe zu meinem jetzigen Paar.

Schuhe

Und wie ist das bei euch so? Habt ihr auch noch euer erstes Paar Schuhe? Dann macht doch mal ein Foto und stellt es bei euch in den Blog (und sagt mir bescheid, dass ich es auch sehen kann). Und wenn ihr kein Blog habt, dann schickt mir halt das Foto an weristderchef (äd) web (punkt) de

Dann stelle ich die hier rein, damit sich jeder daran erfreuen kann.

Und los geht es also mit euren Beiträgen.

Hier der Vergleich von der Barfussgeherin, die mich auf die Idee brachte:
barfussgeherin

Hier die Schuhe von LaLiaMia
LaLiaMia

Und die liebe Jukefrosch hat auch mitgemacht und zwar hier.

Und die Herzchaosmama hat auch mitgemacht :)

Und die Fru Tagge ist auch mit dabei, was mich sehr freut.

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Ein Kreis schließt sich

Jeden Samstagabend gehen meine Eltern zum Kegeln. Schon seitdem ich denken kann ist das so und so lange ich denken kann, waren mein Bruder und ich dann alleine zu Hause und genossen den Abend. Als wir kleiner waren passten wohl unsere Großeltern auf uns auf, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern.

Auf jeden Fall genossen wir den Abend. Wir schauten um 19.30 Uhr “Na sowas” mit Thomas Gottschalk und später dann auch noch den 20.15 Uhr Spielfilm. Im Sommer gab es da oft den Wunschfilm, bei dem man vorher anrufen konnte und für einen von drei Filmen stimmen konnte. Der Film mit den meisten Stimmen wurde dann um 20.13 Uhr angesagt und begann um 20.15 Uhr.

Der Genuss begann aber schon vorher, so zwischen 19.00 Uhr und 19.30 Uhr. Denn da aßen wir, mein Bruder und ich, vor dem Fernseher noch zu Abend, während sich unsere Eltern fertig machten und das Haus verließen. Sehr oft machten wir uns dann überbackenen Toast. Das ist in der Tat das einzige Essen, an das ich mich in Zusammenhang mit diesen Samstagabenden erinnere. Ich liebte überbackenen Toast. Auch ganz ohne viel Schnickschnack wie Ananas oder Tomate oder sowas. Einfach Toast, Wurst und Käse und ab in den Ofen. Bis heute liebe ich in der Tat überbackenen Toast und mache den eigentlich viel zu selten.

Mittlerweile habe ich also selbst 2 Kinder und nicht immer schaffen wir es, rechtzeitig abends gemeinsam zu essen, damit es mit dem Bettgehen noch klappt. Dann dürfen sie also vor dem Fernseher essen und danach geht es ins Bett. Und was lieben die beiden kleinen Chefs dann zu essen? Überbackenen Toast …

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Früher Einschulen: Ja oder Nein?

Letztes Jahr standen wir vor der Entscheidung: sollen wir die kleine Chefin vorzeitig einschulen, oder nicht? Sie ist ja ein Dezemberkind und in Bayern ist der Stichtag (oder besser Stichmonat) der September. Also alle, die bis September geboren wurden, sind Muss-Kinder. Die kleine Chefin war ein Kann-Kind. Beinahe wäre sie ein Muss-Kind geworden, da es eine Gesetzesänderung gab, die den Stichtag nicht mehr unterjährig setzen wollte, sondern am Geburtsjahr ohne Monatsberücksichtigung festmachen sollte. Dieses Gesetz wurde aber wieder zurückgenommen, weshalb uns also die Entscheidung nicht von der Regierung abgenommen wurde.

Vor der Frage, ob man das eigene Kind nun vorzeitig einschulen sollte oder nicht, stehen jedes Jahr wieder einige Eltern und daher halte ich nun hier einfach einmal unsere Sichtweise und Erkenntnis aus dem vergangenen Jahr, dem letzten Kindergartenjahr, fest.

Vom kognitiven Standpunkt aus war die kleine Chefin definitiv bereits letztes Jahr in der Lage, eingeschult zu werden. Da waren wir uns mit dem Kindergarten komplett einig. Der Umgang mit Zahlen und Worten war sehr gut im Schnitt, so dass von dieser Seite aus keine Bedenken herrschten. Dagegen war der emotionale Bereich durchaus noch förderbar. Also nicht im Bereich des Umgangs miteinander. Empathie hatte die kleine Chefin schon sehr ausgeprägt. Sie ging auf andere Kinder ein, kümmerte sich um kleinere Kinder. Aber sie steckte gerne sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Streit und Unfrieden mochte (und mag) sie nicht und zog im Zweifel eben lieber zurück. Des lieben Friedens wegen. Die eigenen Bedürfnisse blieben dann ab und an etwas auf der Strecke.

Der Kindergarten riet uns daher, lieber dieses eine Jahr zu warten und sie ganz regulär einzuschulen. Unsere Bedenken waren freilich, ob sie sich dann nicht im letzten Kindergartenjahr recht langweilen würde. Oder schlimmer noch: würde sie in der Schule unterfordert sein und sich langweilen?

Wir machten uns viele Gedanken und sprachen mit vielen anderen über unsere Lage. Dabei erhielten wir sowohl den Ratschlag, sie regulär einzuschulen, als auch den Ratschlag, sie vorzeitig einzuschulen.

Hinzu kam noch ein weiteres Problem: Als sie in den Kindergarten kam, war dies ein sehr starker Jahrgang. Es wurden also mit ihr gemeinsam sehr viele Kinder gleichzeitig aufgenommen, von denen sie allerdings eine der Jüngsten war. Die Kindergartengruppen an sich sind altersgemischt, aber turnusgemäß verließen letztes Jahr auch wieder sehr viele Kinder den Kindergarten in Richtung Schule. Darunter 2/3 ihrer Gruppe und all ihrer Freunde, mit denen sie enger zu tun hatte und mit denen sie sich auch privat traf. Daran würde die kleine Chefin schon zu knabbern haben, das war uns auch klar.

Letztlich haben wir uns eben dazu entschieden, sie ganz regulär einzuschulen und sie dieses eine Jahr noch weiter in den Kindergarten zu schicken. Zum einen war unser Vertrauen in den Kindergarten so groß, dass wir ihnen schon einen guten Ratschlag zutrauten. Sie versicherten uns, dass sie schon so einige Kinder in der Situation der kleinen Chefin erlebt hätten und alle hätten dann im letzten Kindergartenjahr einein unglaublichen Entwicklungsschub gemacht.

Zum anderen bekamen wir auch den Rat von Grundschullehrern, die uns sagten, dass viele (sicher nicht alle) Kinder, die vorzeitig eingeschult wurden, die ersten Jahre gut meistern würden. Oftmals würden aber die ersten Probleme beim Schulübergang aufkommen und einige dieser Kinder hätten auch später in der Pubertät noch einmal mehr zu kämpfen, als andere Kinder.

Anfangs haben wir immer wieder einmal gezweifelt, ob die Entscheidung die richtige gewesen sei. Mittlerweile sind wir felsenfest davon überzeugt, dass die Entscheidung richtig war. Die kleine Chefin hat im letzten Jahr enorm an Selbstvertrauen gewonnen. Emotional ist sie einen riesigen Schritt weiter, als letztes Jahr. Es wird aber auch Zeit, dass sie nun in die Schule kommt. Sie liest mittlerweile schon Speisekarten und kurze Geschichten selbst. Sie rechnet im Zahlenraum bis 10 und hat auch mit Lautübungen keine Probleme. Hier ist sie nun definitiv deutlich weiter, als einige der Kinder waren, mit denen sie letztes Jahr eingeschult wurden. Über diesen Vorsprung sind wir aber auch froh, denn die kleine Chefin wird anfangs genug damit zu tun haben, sich in die neue Schule einzuleben, sich an Lehrer und Mitschüler zu gewöhnen. Sie kann sich nun darauf vollends konzentrieren, ohne dabei den Anschluss im Unterricht zu verpassen. Das Level in der Klasse wird sich ohnehin dann relativ schnell wieder angleichen, so dass sie sich nicht langweilen wird.

Auch wenn ich nun noch einmal durchrechne, dass ich mit 19,5 Jahren Abi gemacht habe und die kleine Chefin mit G8 und einer früheren Einschulung dann 17,5 Jahre alt gewesen wäre bin ich mir sicher, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir haben sie dieses eine Jahr länger noch einmal Kind sein lassen. Der Ernst des Lebens wartet ohnehin schon direkt hinter der nächsten Ecke auf die kleine Chefin und kommt viel zu schnell.

Auch den Verlust des Freundeskreises hat sie sehr gut verkraftet. Zu ein paar engeren Freunden hat sie weiterhin Kontakt, aber vor allem hat sie auch zu anderen im Kindergarten nun Freundschaften entwickelt, die sie vorher nicht hatte und mit denen sie nun in die Schule kommen wird. In der alten Clique war sie immer die Jüngste. Sie wäre dort in ihrer Entwicklung stehen geblieben und hätte sich weiter untergeordnet. Von daher waren diese 3 Wochen des alten und 3 Wochen des neuen Kindergartenjahres, in denen sie schon unter dem Verlust der Freund litt, richtig und gut. Natürlich erst rückblickend. Die Zeit selbst war schwierig.

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Erkenntnis des Tages

Warum müssen Männer eigentlich immer so kompliziert sein?

Die kleine Chefin – 6 Jahre, 4 Monate, 4 Wochen und 1 Tag.

Ins Grab gebracht

“Komm mal mit, Papa!”, sagte der kleine Chef. “Ich muss dir was zeigen!”
Also kam ich mit. Er lotste mich hinter den Sandkasten und sagte: “Ich will dir eine Schnecke zeigen.”
Er zeigte auf einen winzigen Erdhügel und ein deutlich zu großes Holzkreuz. “Da ist sie.”
“Habt ihr die begraben?”, fragte ich.
“Ja, die war tot. Die Emilie hat die falsch abgezogen und dann war sie tot.”
“Und wer hat das Kreuz gebaut?”
“Die kleine Chefin.”

Schneckengrab

Da liegt nun also eine kleine Schnecke hinter unserem Sandkasten begraben. Nur, weil ein Mädchen sie falschrum abgezupft hat, was auch immer das heißt. Und nun ist auch klar, wofür die kleine Chefin sich neulich zwei Gummis geholt hatte.

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