Uns war ja ohnehin klar, dass die kleine Chefin auch eifersüchtig sein wird. Ganz ohne Eifersucht geht es einfach nicht und ich fände es auch unnormal, wenn es überhaupt keine Eifersucht gäbe.
Eine Freundin las mal in einem Buch zum Thema „Zweites Kind“ einen guten Vergleich, wie sich das erste Kind dabei fühlt.
„Stellen Sie sich vor, sie kommen abends nach Hause und auf der Couch sitzt eine andere Frau. Ihr Mann sagt dazu nur: Schau Schatz, diese Frau habe ich genauso lieb wie dich und ab heute wohnt sie hier. Das ändert aber nichts an der Beziehung zwischen uns und meinen Gefühlen zu dir.“
Letztlich ist die neue Situation nichts anderes für die kleine Chefin.
Nun herrscht hier für die kleine Chefin natürlich ein völliges Gefühlschaos. Zum einen findet sie den kleinen Bruder super. Zum anderen, nimmt er aber Aufmerksamkeit weg und sie steht nicht mehr im alleinigen Mittelpunkt. Wie also damit umgehen? Derzeit schafft sie das, indem sie andere „Sündenböcke“ quasi „bestraft“. Also der kleine Chef wird geliebt, betüdelt, bespielt. Dafür werden Mama und Papa ab und an abgelehnt. Und auch bis an die Grenzen gereizt. Hier versuchen wir ihr immer dann weniger Aufmerksamkeit zu schenken, dafür aber mehr Aufmerksamkeit, wenn sie „lieb ist“ … die Supernanny wäre bestimmt stolz auf uns.
Daneben müssen auch andere leiden. Ihre Puppen Luca und Holly werden einerseits geliebt und müssen überall mit hin. Andererseits werden sie verstoßen „Will nicht Lucas Mama sein. Und auch nicht seine Schwester.“
Man merkt also, dass sie die neue Situation derzeit unglaublich merkwürdig findet. Einerseits toll, andererseits blöd. Und das ganze phasenweise.
Aber das ganze wird sich einpendeln … das hat es sich doch bei jedem. Dieses Gefühlschaos wird sich aber nochmals wiederholen. Nein, wir wollen kein drittes Kind. Aber die Pubertät kommt ja auch noch …

