Wer ist der Chef?

Neues vom Zwergenaufstand

Mit ‘G’schichten’ verschlagwortete Einträge

Erziehungsberater: Jeder kann Kinder erziehen

Verfasst von Papa am 17. August 2009

Die (eigenen) Kinder sind (gerade als Babys und Kleinkinder) immer süß und lieb und toll. Keine Frage. Aber wenn man mal mit ihnen alleine ist (oder wahlweise an sehr unpassenden Orten unter Menschen), dann können sie natürlich auch ganz anders. Dann können sie durchaus einen eigenen Willen an den Tag legen, den man ihnen so nicht zugetraut hätte und mit dem viele Eltern doch gerade anfangs (also etwa während der ersten 25 Jahre) überfordert sind.

Was kann man also als Eltern dagegen tun? Es gibt mehrere Möglichkeiten und situativ muss man sich für die richtige entscheiden. Es gibt aber kein Patentrezept, wann welche Möglichkeit die richtige ist, denn dies variiert.

Möglichkeit 1: „Hart bleiben“
Pro:

Man gibt dem Kind klare Richtlinien und Grenzen. Schließlich braucht jedes Kind Grenzen. Nur so kann es langfristig gefestigt das Elternhaus verlassen, ohne von der wilden, kalten und bösen Welt da draußen aufgefressen zu werden.
Contra:
Die eigene Lebenserwartung verringert sich drastisch, da das Kleinkind auf diese gut gemeinte Erziehungsvariante mit einem Kreischen (Mädchen) bzw. Brüllen (Jungs) in einer einzigartigen Frequenzauf reagiert, welche auf der Stelle einen biochemischen Prozess bei Erziehungsberechtigten in Gang setzt, welcher wiederum einen rasant beschleunigten Alterrungsprozess im Körper auslöst. Man kann förmlich spüren, wie sich die Pigmente aus den ersten Haaren verabschieden, die Koffer packen und graue bis weiße leere Haarhüllen zurücklassen.

Möglichkeit 2: „Nachgeben“
Pro:

Der Alterungsprozess im Körper der Erziehungsberechtigten wird nicht weiter beeinflusst. Vielmehr stellt sich kurzfristig ein Gefühl der Entspannung ein, welches auch eine 7stündige Vollkörpermassage nicht in diesem Umfang herstellen kann.
Contra:
Der eher ungewohnte Umstand der „Ruhe“ im Haus beginnt sehr schnell ein unbestimmtes Gefühl bei den Erziehungsberechtigten zu verbreiten. Dieses Gefühl kann in diesem Moment nicht näher definiert werden, entspricht aber in etwa der Ahnung, das Bügeleisen angelassen zu haben. Im Körper der Erwachsenen entstehen durch dieses Gefühl freie Radikale, die bei späteren Versuchen, Möglichkeit 1: „Hart bleiben“ zu versuchen, den Alterungsprozess weiter unterstützen und somit mittelfristig die Lebenserwartung der Erziehungsberechtigten ausgeprägter verkürzen.

Möglichkeit 3: „Ignorieren“
Pro:

Ein wohliges Gefühl der Ruhe kehrt ein, jedoch ohne den faden Beigeschmack des angelassenen Bügeleisens. Elektrochemische Prozesse blockieren vereinzelte Regionen des Gehirns, durch die das Bewusstsein über die Anwesenheit eines Kindes völlig ausgeblendet wird (es wurde sogar schon beobachtet, dass Eltern in diesen Momenten überzeugt waren, keine Kinder zu haben). Interessanterweise verfügen nur Eltern über diese Gabe des Ignorierens. Wahrscheinlich werden schon während der Schwangerschaft Hormone ausgeschüttet, die diese cognitive Fähigkeit erst ermöglichen. Kinderlose Erwachsene sind nicht annähernd in der Lage, diese Bewustseinsebene zu erreichen.
Contra:
Freunde kehren sich mit irrwitzigen Begründungen wie „Ich ertrage das Geschrei nicht“, „Wie geht ihr mit euren Kindern um?“ vom Elternpaar ab. Dabei stoßen sie jedoch bei den Eltern auf absolutes Unverständnis, da im Haus absolute Ruhe herrscht.
Fremde sprechen einen plötzlich im Supermarkt oder dem Spielplatz auf Erziehungsfehler an, obwohl man derzeit überhaupt keine erzieherischen Maßnahmen ausführt oder ausführen müsste.
Auf der Urlaubsfahrt ertönt im Radio die Verkehrsmeldung, dass jemand seine Kinder am Parkplatz vergessen hat.

Wie gesagt, es gibt kein Patentrezept. Entscheiden Sie intuitiv und situativ. Sie werden sich definitiv nicht für die richtige Möglichkeit entscheiden, machen Sie sich darüber keine Sorgen.

Veröffentlicht in G'schichten | Verschlagwortet mit : , , , | 10 Kommentare »

Der Start in den Tag

Verfasst von Papa am 26. Juni 2009

Wie ist ihr morgendlicher Ablauf? In etwa so?

  • Der Wecker klingelt.
  • Man wird aus einem schönen Traum gerissen.
  • Man macht den Wecker aus und sammelt sich so langsam.
  • Wo ist man? Was war Traum, was ist Realität?
  • Langsam kommt der Wachzustand. Ganz langsam.
  • Zunächst wird noch ein klein wenig gedöst und geträumt.
  • Dann steht man so langsam auf, um sich fertig zu machen.
  • Die Stimmbänder werden aber noch geschont. Nur der Körper geht in den Wachzustand.
  • Man trottet ins Bad und gönnt sich eine ausgiebige Dusche.
  • Langsam kehrt Leben in den Körper, aber das Verlangen nach Unterhaltungen und Dialogen ist noch nicht da.
  • In Ruhe zieht man sich an.
  • Man geht in die Küche und kocht einen Kaffee
  • Nach dem Kaffee (und evtl. einen Frühstück) beginnt man tatsächlich erste Dialoge mit dem Partner.

Ja? Ist das so? Gut getroffen? Schön für Sie! Unser morgendlicher Ablauf sieht in etwa so aus:

  • „Paapaaa“ ertönt es aus dem Kinderzimmer
  • Man wird aus einem schönen Traum gerissen.
  • Ein Blick auf den Wecker verrät: Er war nicht der Übeltäter. Er piept erst in 5 Minuten.
  • „Paapaaa“ ertönt es erneut.
  • Man wuchtet seinen schlaftrunkenen Körper in die Höhe und schleppt sich ins Kinderzimmer.
  • Man packt sich das Kindelein und brummelt ein halb verständliches „Guten Morgen“ und schleppt es ins Schlafzimmer.
  • Man legt das Kindlein in die Mitte des Bettes und hofft auf 5 Minuten Ruhe (die einem der Wecker noch gönnt).
  • Direkt neben dem Ohr beginnt ein fröhliches Plappern und Erzählen. Die gute Laune der Stimme passt irgendwie nicht zur Uhrzeit.
  • Trotz beharrlich geschlossener Augen prallen alle 3 Sekunden irgendwelche Anmerkungen, Fragen und Geschichten auf das Trommelfell.
  • Man nötigt seine Stimmbänder zu Äußerungen wie „Schön!“, „Toll!“, „Ja.“ und „Hmmm“
  • Der Wecker klingelt.
  • Man macht den Wecker aus und vermisst die Phase des Dösens und Träumens.
  • Weiter prallen alle 3 Sekunden irgendwelche Anmerkungen, Fragen und Geschichten auf das Trommelfell, welches alles andere als bereit ist für diesen Informationsüberfluss um diese Uhrzeit.
  • Bevor man auch nur halbwegs in die Reichweite des dringend nötigen Kaffees gelangt, welcher Stimmbänder schmiert, Trommelfelle lockert, Stimmungen hebt, Konversationen unterstützt, hat man schon Dialoge geführt, die früher für den kompletten Vormittag bis mindestens 13.30 Uhr ausreichend gewesen wären.

Manchmal vermisse ich ein ganz klein wenig die 5 Minuten des Dösens, Erwachens und Träumens und die Ruhe vor dem ersten Kaffee.

Veröffentlicht in G'schichten, Zwerg | Verschlagwortet mit : , , , , | 1 Kommentar »

In Zeiten der Wirtschaftskrise

Verfasst von Papa am 23. Februar 2009

Dass die kleine Chefin Smarties liebt, ist bekannt, auch, dass sie aber die blauen nicht anrührt. Die schmecken ihr nicht. „Bau Mami ne mag.“ Aber was sich dahinter verbirgt, macht mir Sorge.

Heute hat sie ein Tütchen Gummibärchen bekommen. Kurz den ausgeleerten Inhalt gemustert und sogleich festgestellt:

Zwerg: „Ne bau Gummibär“
Papa: „Ne stimmt, da sind keine blauen Gummibärchen“ (Ich habe auch noch nie blaue Gummibärchen gesehen)
Zwerg: „Bau Gummibär arbeit.“
Papa: „Die blauen Gummibärchen sind arbeiten?“
Zwerg: „Ja.“

Tja, so schaut es aus. Früher wurden in Zeiten der Wirtschaftskrise Kinder in die Bergwerke oder zum Schuheputzen geschickt. Heutzutage haben selbst die Kleinsten den Kapitalismus verstanden und was machen sie? Outsourcing. Statt selbst für die Familie arbeiten zu gehen schicken sie die blauen Gummibärchen zur Arbeit.

Kann es sein, dass sie auch deshalb keine blauen Smarties ist, weil diese nach Arbeiterklasse schmecken? Na dann sollte sie sich ihren Zukünftigen aber sehr genau aussuchen …

Veröffentlicht in Kindermund, Zwerg | Verschlagwortet mit : , , | 2 Kommentare »

Der Parkassistent

Verfasst von Papa am 9. Februar 2009

Mal ein ganz Kinderloser Eintrag …

Ich habe an meinem Auto einen Parkassistenten. Dieses Ding, was so herrlich piept, wenn man sich rückwärts einem Hinderniss nähert.

Klar, von meinen Kumpels und Kollegen muss ich mich dafür auch als Mädchen betiteln lassen, weil echte Kerle ja auch ohne so ein gepiepe einparken können.

Kann ich ja auch, aber ganz ehrlich, wenn ich in eine Parklücke fahre, mich dabei nicht umdrehe, sondern nur in den Spiegel sehen und ein herrliches piep … … piep … … piep … piep … piep piep piep piiiiiiiieeeeeep höre, dann finde ich das Ding super.

Wenn ich mal wieder eingeparkt wurde und mich dieses Piepen locker flockig entspannt ausparken lässt, dann finde ich das Ding super.

Und wenn ich morgens die Garage öffne, mich ins Auto setze, das Handy an die Freisprecheinrichtung anschließe, mich anschnalle, das Auto anlasse, den Rückwärtsgang einlege und durch ein hektisch-panisches ppppppiiiiiiiiiieeeeeeeeppppppp geweckt werde, weil hinter mir das Garagentor wieder zugefallen ist, dann liebe ich das Ding!!!

Veröffentlicht in G'schichten, Papa | Verschlagwortet mit : , , , , | 7 Kommentare »

Was man nicht so alles mit seinem Metzger bespricht

Verfasst von Papa am 8. Februar 2009

Wenn ich mir selbst beim Reden so zuhöre, dann frage ich mich manchmal auch, was in meinem Hirn so vor sich gehen mag.

Gestern in der Fleischabteilung beim Supermarkt. Wir wurden von einer Fleischfachverkäuferin bedient … also einer Frau.

Zwerg: „Mann ist?“
Papa: „Keine Ahnung, wo der Mann heute ist. Vielleicht hat er frei.“
FFV (Fleischfachverkäuferin): „Welchen Mann meinst du denn?“
Papa: „Ich glaube das ist ihr egal, hauptsache ein Mann“ (Ich wusste ja gar nicht, dass es mehrere zur Auswahl gibt.
FFV: „Der eine hat Urlaub, der andere schon Feierabend und der Dritte hat auch schon frei.“
Papa: „Siehst du, der hat frei.“
Zwerg: „Urlaub hat.“
Papa: „Ja, der eine hat Urlaub.“
Zwerg: „Bert au Urlaub hat.“
Papa: „Ja, genau wie der Bert, der hat auch Urlaub.“
FFV: „Was meint sie?“
Papa (schwankt nur kurz, ob er „ach nix“ sagen soll oder nicht und plappert dann munter drauf los): „Sie meinte nur, dass der Mann genau wie Bert Urlaub hat. Auf einer bestimmten Windel sind nämlich manchmal Ernie und Bert drauf und manchmal nur der Ernie. Wenn der Bert nicht drauf ist, dann hat der nämlich Urlaub. Genau wie Ihr Kollege.“
FFV: „Ach so.“
Papa weiß, dass das definitiv zu viele Details waren, aber sie hatte ja gefragt … selbst schuld …
FFV: „Sonst noch was?“
Papa: „Nein, das war dann alles“ (bin doch nicht bekloppt und bleibe nach der Aktion länger als nötig hier stehen … zur Not gibt es auch noch andere Metzger hier wo ich mich noch nicht zum Affen gemacht habe.

Veröffentlicht in G'schichten, Kindermund, Papa, Zwerg | Verschlagwortet mit : , , , , , , | 8 Kommentare »