Wir hatten heute mal wieder Besuch mit zwei Kindern. Timo ist in etwa im gleichen Alter und Hannah ist gerade mal 1,5 Jahre alt, aber schon gut auf den Beinen und mit den beiden Großen dabei. Ist wohl fast immer so, bei den jüngeren Geschwistern. Insgesamt war es ein ziemlich entspannter Tag, da die Drei doch immer wieder nett spielten, aber nicht zu wild wurden dabei. Ab und an gab es ein wenig Knatsch zwischen den beiden Geschwistern (was uns ja erst noch bevorsteht). Die kleine Chefin stand dann immer mal dazwischen und versuchte ganz süß zu vermitteln: „Aber das hat doch der Timo zuerst habt.“ „Aber das hatte doch die Hannah.“. Also ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn (zumindest so lange es nicht zu ihren Ungunsten ist).
Aber das aller aller Beste war, als die Vier wieder am aufbrechen waren. Und das war wirklich großartig. Die Schuhe und Jacken waren angezogen, die Taschen gepackt, die ersten Hände geschüttelt und alles im Aufbruch, da sagte die kleine Chefin auf einmal „Aber ich hole noch Hannahs Teddy!“
Den hatten wirklich alle längst vergessen. Den Teddy, der fast so groß wie Hannah selbst ist, den sie ganz sicher heute Abend wieder braucht und der längst irgendwo im Haus unterwegs war. Wenn die kleine Chefin nicht an ihn gedacht hätte, dann hätten unsere Freunde heute Abend daheim definitiv ein Problem gehabt. Sie wohnen nämlich über eine Stunde entfernt von uns.
Kleine Chefin, wir sind wahnsinnig stolz auf dich.
Zwerg war heute mal Herr Tormann vom kleinen roten Traktor. Zwerg schnappt sich eine Tomate statt einen Happen Brot
Papa: „Iss aber bitte nicht nur Tomaten, sondern auch Brot.“
Zwerg zu Mama: „Was hat Max sagt?“
Mama: „Wann, vorhin?“
Zwerg: „Nein, Papa ist doch Max.“
Mama: „Ach so, der Max hat gesagt, du möchtest auch Brot essen.“
Zwerg zuzelt an der Tomate.
Papa: „Iss bitte vernünftig, nicht dass du dich verschluckst.“
Zwerg zu Mama: „Was hat Max sagt?“
Mama: „Dass du bitte vernünftig essen möchtest.“
Papa: „Ich schneide es dir noch etwas kleiner, damit du es besser essen kannst.“
Zwerg zu Mama: „Was hat Max sagt?“
Mama (schon leicht giggelnd): „Dass er dir das Brot noch kleiner schneidet.“
Papa verdreht etwas genervt die Augen
Zwerg bietet Mama Cocktailtomaten an.
Zwerg: „Willst du Tomaten?“
Mama: „Nein danke, ich habe hier noch eine große Tomate aufgeschnitten.“
Zwerg: „Was hat Emma sagt?“
Papa (nun auch schon deutlich giggelnd): „Dass sie noch eine Tomate hat.“
Mama: „Na immerhin wissen wir nun mal, wie das Abendessen bei den Tormanns abläuft.“
Zwerg: „Wo ist Thomas?“
Mama deutlich lachend: „Na beim Herrn Junker.“
Ab hier waren die nächsten 5 Minuten vor Lachen eher unverständlich.
Zwerg entdeckt, dass die Straßenlaterne angegangen ist. Heute bereits bevor sie ins Bett ging.
Zwerg: „Lampe ist an.“
Mama: „Ja, die ist schon angegangen.“
Zwerg: „Danke, liebe Lampe. Ich bin so froh, dass du angangen bist. Bin so froh, dass du da bist, liebe Lampe. Danke, sonst ist dunkel. Bin ich so froh, dass du da bist.“
Papa: „Ja, ich bin auch froh.“
Zwerg: „Max, ich bin so froh, dass du da bist. Ich hab dich so lieb Max, bin ich so froh.“
Zwerg nimmt Papa in den Arm und drückt ihn und gibt ein Küsschen.
Papa: „Oh, danke.“
Zwerg: „NEIN. Musst du sagen ‘Nicht Küsschen!’“
Papa gleitet wieder ins Lachen ab.
Papa: „Bist du denn auch froh, dass die Emma da ist?“
Zwerg: „Ja, ich bin so froh, dass du da bist, Emma. Hab dich so lieb.“
Also irgendjemand hat der kleinen Chefin irgendwas ins Essen gegeben, da bin ich mir sicher …
Früher gab es sowas ja nicht wirklich. Klar haben auch wir früher mal bei einem Freund übernachtet, aber das war eben dann ein 2er-Event. Mittlerweile ist (wohl aus den USA zu uns rübergeschwappt) es ‘in’, Übernachtungsparties zu feiern, also Sleepoverparties. Also dann eben mal schnell mit 8, 9 oder 10 Jungs oder Mädels (in dem Alter doch meistens getrennt) auf einem Haufen. Bestimmt ganz nett, wenn der eigene Nachwuchs mal über Nacht weg ist, aber wohl eher anstrengend, wenn die ganze Bande dann mal bei einem selbst einfällt.
Auf jeden Fall hat die kleine Chefin nun auch schon ihre erste Sleepover Party hinter sich. Als wir nämlich auf der Hochzeit waren, wurde sie zwischen Trauung und Feier bei Tante und Cousine abgeliefert und eben da fand an diesem Abend eine solche Party statt. Also über 10 elfjährige Mädels zuzüglich einer Zweineinhalbjährigen, die wohl unglaublichen Spaß hatte. Kein Wunder, haben doch Mädels in diesem Alter durchaus schon gewisse Mütterinstinkte, wodurch die kleine Chefin von Anfang an gut aufgenommen wurde und ständig mittendrin war, statt nur dabei. Also auf dem Trampolin, egal wie wild es zuging, genaus so, wie bei der Modenschau, die die Mädels veranstalteten. Zwischenzeitlicher Ausflug in ein Maisfeldlabyrinth auch inklusive. Das ganze hat ihr so getaugt, dass an die normale Schlafenszeit von etwa 20.00 Uhr natürlich nicht zu denken war. Das hatte zwar die ganze Woche nicht so geklappt, weil einfach zu viel Trubel los war, an dem die kleine Chefin gefallen gefunden hatte, aber meistens war sie zumindest zwischen 21.00 UHr und 21.30 Uhr im Bett. Nicht an diesem Abend … ich sage nur 23.00 Uhr!!!
Natürlich merkt man abends nun doch etwas den Schlafmangel der vergangenen Woche. Schließlich hat sie morgens zwar länger geschlafen, aber nie so viel länger, wie sie abends länger aufblieb. Gestern Abend war sie auch entsprechend müde und eher etwas mürrisch gelaunt. Aber nicht mürrisch genug, um nicht noch altkluge Antworten geben zu können. Auf meinen Hinweis, dass sie wohl etwas Schlafdefizit hätte und daher so müde sei, meinte sie nur: „Hab doch schlaft als Oma da war, Papa!“ Ja, aber anscheinend nciht lange genug
Wissen Sie eigentlich, woran mich eine Unterhaltung mit der kleinen Chefin manchmal erinnert? Allerdings Unterhaltungen von Angesicht zu Angesicht, nicht am Telefon, so weit ist sie dann doch noch nicht … aber Ähnlichkeiten sind definitiv gegeben
Man muss mittlerweile wirklich höllisch aufpassen, was man sagt. Die kleine Chefin hört alles, was sie nicht hören soll oder muss.
Beim Abendessen belegte ich mein Brot mit Thunfischsalat und die kleine Chefin wollte natürlich wissen, was das ist. Nachdem irgendjemand sagte, es sei eben Thunfisch, schob ich sehr leise, als die kleine Chefin eigentlich nicht mehr am Tisch war, nach: „Delphin“. Ich weiß, politisch nicht korrekt, aber naja … 5 Sekunden später legte die kleine Chefin eines ihrer Badewannen-Spritztiere neben meinen Teller. Und welches war es? Rischdisch … der Delphin.
Zwerg: „Hallo. I au Delphin“
Seit dem folgenden Tag ist es übrigens kein Delphin mehr, sondern ein Wal, laut der kleinen Chefin. Wohl Selbstschutz, bevor Papa ihn auch isst.