Wer ist der Chef?

Neues vom Zwergenaufstand

Mit ‘Sprachentwicklung’ verschlagwortete Einträge

Zeitreisen

Verfasst von Papa am 22. Oktober 2009

Die Zeit ist durchaus verwirrend. Nicht nur im Science-Fiction bei temporalen Verschiebungen und Rissen im Raum-Zeit-Kontinuum, nein auch im alltäglichen Leben. Als Erwachsener findet man sich zwar mehr oder weniger damit zu Recht, aber früher hatte man da schon mehr Probleme. Im Deutschunterricht oder Englischunterricht. Ich sage nur Futur 2 (das eine in der Zukunft abgeschlossene Handlung ausdrücken soll), Plusquamperfekt (der sich zum Präteritum ähnlich verhält wie das Perfekt zum Präsens), Conditional II Progressive (Handlung, die möglicherweise in der Vergangenheit eingetreten wäre).

Als Erwachsener wird man dann irgend wann wieder mit den temporalen Verwirrungen konfrontiert. Und das nicht erst dann, wenn das Kindlein in der Schule mit oben genannten konfrontiert wird (obwohl mir davor schon graut), sondern schon viel früher. Nämlich dann, wenn das Kindlein versucht, sich in der Zeit zu Recht zu finden und dabei so einige Zeiten durcheinander wirft. Da muss man schon einmal etwas grübeln, was denn nun überhaupt gemeint ist.

Grundsätzlich ist die Zeit aktuell ein sehr interessantes Thema für die kleine Chefin. Mehrmals am Tag fragt sie, wieviel Uhr denn gerade sei. Mit der entsprechenden Antwort kann sie zwar noch nicht wirklcih viel anfangen, aber sie läuft dennoch sofort los, um in ihrer Küche die Küchenuhr zu stellen. Sie dreht also ein paar mal an den Zeigern, bis diese ihrer Meinung nach die gerade von Mama oder Papa angesagte Zeit anzeigt. Hier hält sich die Verwirrung der Eltern noch in Grenzen. Schwieriger wird es aber, wenn die kleine Chefin etwas erzählen will.

Zum Beispiel antwortet sie gerne auf die Frage, was sie denn heute im Kindergarten gemacht habe mit „Das weiß ich noch nicht.“
Das ist natürlich Quatsch, sollte man denken, da sie dies ja entweder nicht mehr oder gerade nicht weiß. Wenn man nun aber bedenkt, dass sie oftmals zwei Tage später erzählt, was sie an eben jenem Tag gemacht hat, nach dem man sie vor zwei Tagen gefragt hat, dann ergibt das „Weiß ich noch nicht.“ durchaus wieder einen Sinn, wenn auch verwirrend für Mama und Papa.

Einmal daran gewöhnt, nimmt man es eben hin, ohne sich in zu tiefes Grübeln zu versteifen. Nochmals komplizierter wird es aber, wenn sie von sich aus etwas erzählt. Hier nutzt die kleine Chefin aktuell nämlich eine Vokabel, die ausdrückt, dass sie einen anderen Zeitpunkt meint als gerade jetzt. Sie baut dann in den Satz ein „morgen“ ein. Problem dabei ist, dass dies nur ein Ausdruck für „nicht jetzt, sondern wann anders“ ist, aber keinen zeitlichen Hinweis liefert auf wann.

Bedeutungen von „morgen“:
morgen
nachher
demnächst
viel später
irgendwann
gestern
vorhin
neulich

Beispiele:

  • „Morgen gehe ich in die Schule“ – „Morgen gehst du in die Schule?“ – „Ja, wenn ich groß bin.“
  • „Morgen habe ich Pubaum macht.“ (Gestern habe ich einen Purzelbaum gemacht)
  • „Morgen habe ich Müsli gesst.“ (Vorhin habe ich Müsli gegessen)
  • „Morgen is Kinderturnen.“ (Morgen ist Kinderturnen)

Man muss also schon etwas nachdenken, welche Zeit die kleine Chefin nun meint. Aber ich denke, dass sie das morgen lernt.

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Einkaufsliste

Verfasst von Papa am 12. Oktober 2009

Auf dem Weg in den KiGa fragte mich die kleine Chefin, was die Mama denn nun machen würde. Also sagte ich ihr, dass die Mama vielleicht was kocht oder aufräumt oder einkaufen geht.

Ich muss gestehen, als mir die kleine Chefin dann erzählte, was die Mama heute alles einkaufen soll, musste ich ein klein wenig grinsen, weil es einfach so niedlich war, wie wichtig die kleine Chefin davon erzählte.
Zwerg: „Joghurt muss die Mama kaufen und Vanillejoghurt. Ist alle. Muss Mama kaufen. Und Fruchtmännchen.“
Papa: „Fruchtmännchen?“
Zwerg: „Ja, Fruchtmännchen sind nicht mehr da.“
Papa: „Ach meinst du Fruchtzwerge?“
Zwerg: „Ja, Fruchtzwergmännchen. Und Apfelmus hab ich Mama sagt.“

Als ich dann Mama später anrief und davon erzählte war ich aber ehrlich erstaunt, als Mama auch nur ziemlich perplex meinte:
Mama: „Stimmt, das brauchen wir alles“ Und dies dementsprechend auf ihren Einkaufszettel schrieb.

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Altklug

Verfasst von Papa am 1. Oktober 2009

Ich find es immer wieder herrlich, wenn die kleine Chefin plötzlich „altklug“ daherredet. In dem Moment muss ich mir dann immer einen Lachanfall verkneifen, weil es einfach so süß ist.

Beispiele?

Wir gehen zum Auto und sie legt wuchtet ihren Rucksack in den Kofferraum. Danach schaut sie mich verdutzt an und sagt: „Schwerer als ich dachte!“

Wir machen uns fertig für den Kindergarten und normalerweise zieht sie ihre grüne Lieblingsjacke an. Ab und an versuchen wir dann, ihr die braune Jacke anzuziehen, damit die nicht umsonst gekauft wurde weil die besser zum übrigen Outfit passt. Heute wurde dann tatsächlich die braune Jacke angezogen, begleitet mit den Worten: „Meinetwegen!“

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Ein Abendessen bei Tormanns

Verfasst von Papa am 21. September 2009

Zwerg war heute mal Herr Tormann vom kleinen roten Traktor.
Zwerg schnappt sich eine Tomate statt einen Happen Brot
Papa: „Iss aber bitte nicht nur Tomaten, sondern auch Brot.“
Zwerg zu Mama: „Was hat Max sagt?“
Mama: „Wann, vorhin?“
Zwerg: „Nein, Papa ist doch Max.“
Mama: „Ach so, der Max hat gesagt, du möchtest auch Brot essen.“
Zwerg zuzelt an der Tomate.
Papa: „Iss bitte vernünftig, nicht dass du dich verschluckst.“
Zwerg zu Mama: „Was hat Max sagt?“
Mama: „Dass du bitte vernünftig essen möchtest.“
Papa: „Ich schneide es dir noch etwas kleiner, damit du es besser essen kannst.“
Zwerg zu Mama: „Was hat Max sagt?“
Mama (schon leicht giggelnd): „Dass er dir das Brot noch kleiner schneidet.“
Papa verdreht etwas genervt die Augen
Zwerg bietet Mama Cocktailtomaten an.
Zwerg: „Willst du Tomaten?“
Mama: „Nein danke, ich habe hier noch eine große Tomate aufgeschnitten.“
Zwerg: „Was hat Emma sagt?“
Papa (nun auch schon deutlich giggelnd): „Dass sie noch eine Tomate hat.“
Mama: „Na immerhin wissen wir nun mal, wie das Abendessen bei den Tormanns abläuft.“
Zwerg: „Wo ist Thomas?“
Mama deutlich lachend: „Na beim Herrn Junker.“

Ab hier waren die nächsten 5 Minuten vor Lachen eher unverständlich.

Zwerg entdeckt, dass die Straßenlaterne angegangen ist. Heute bereits bevor sie ins Bett ging.
Zwerg: „Lampe ist an.“
Mama: „Ja, die ist schon angegangen.“
Zwerg: „Danke, liebe Lampe. Ich bin so froh, dass du angangen bist. Bin so froh, dass du da bist, liebe Lampe. Danke, sonst ist dunkel. Bin ich so froh, dass du da bist.“
Papa: „Ja, ich bin auch froh.“
Zwerg: „Max, ich bin so froh, dass du da bist. Ich hab dich so lieb Max, bin ich so froh.“
Zwerg nimmt Papa in den Arm und drückt ihn und gibt ein Küsschen.
Papa: „Oh, danke.“
Zwerg: „NEIN. Musst du sagen ‘Nicht Küsschen!’“
Papa gleitet wieder ins Lachen ab.
Papa: „Bist du denn auch froh, dass die Emma da ist?“
Zwerg: „Ja, ich bin so froh, dass du da bist, Emma. Hab dich so lieb.“

Also irgendjemand hat der kleinen Chefin irgendwas ins Essen gegeben, da bin ich mir sicher …

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Sleepover Party

Verfasst von Papa am 25. August 2009

Früher gab es sowas ja nicht wirklich. Klar haben auch wir früher mal bei einem Freund übernachtet, aber das war eben dann ein 2er-Event. Mittlerweile ist (wohl aus den USA zu uns rübergeschwappt) es ‘in’, Übernachtungsparties zu feiern, also Sleepoverparties. Also dann eben mal schnell mit 8, 9 oder 10 Jungs oder Mädels (in dem Alter doch meistens getrennt) auf einem Haufen. Bestimmt ganz nett, wenn der eigene Nachwuchs mal über Nacht weg ist, aber wohl eher anstrengend, wenn die ganze Bande dann mal bei einem selbst einfällt.

Auf jeden Fall hat die kleine Chefin nun auch schon ihre erste Sleepover Party hinter sich. Als wir nämlich auf der Hochzeit waren, wurde sie zwischen Trauung und Feier bei Tante und Cousine abgeliefert und eben da fand an diesem Abend eine solche Party statt. Also über 10 elfjährige Mädels zuzüglich einer Zweineinhalbjährigen, die wohl unglaublichen Spaß hatte. Kein Wunder, haben doch Mädels in diesem Alter durchaus schon gewisse Mütterinstinkte, wodurch die kleine Chefin von Anfang an gut aufgenommen wurde und ständig mittendrin war, statt nur dabei. Also auf dem Trampolin, egal wie wild es zuging, genaus so, wie bei der Modenschau, die die Mädels veranstalteten. Zwischenzeitlicher Ausflug in ein Maisfeldlabyrinth auch inklusive. Das ganze hat ihr so getaugt, dass an die normale Schlafenszeit von etwa 20.00 Uhr natürlich nicht zu denken war. Das hatte zwar die ganze Woche nicht so geklappt, weil einfach zu viel Trubel los war, an dem die kleine Chefin gefallen gefunden hatte, aber meistens war sie zumindest zwischen 21.00 UHr und 21.30 Uhr im Bett. Nicht an diesem Abend … ich sage nur 23.00 Uhr!!!

Natürlich merkt man abends nun doch etwas den Schlafmangel der vergangenen Woche. Schließlich hat sie morgens zwar länger geschlafen, aber nie so viel länger, wie sie abends länger aufblieb. Gestern Abend war sie auch entsprechend müde und eher etwas mürrisch gelaunt. Aber nicht mürrisch genug, um nicht noch altkluge Antworten geben zu können. Auf meinen Hinweis, dass sie wohl etwas Schlafdefizit hätte und daher so müde sei, meinte sie nur: „Hab doch schlaft als Oma da war, Papa!“ Ja, aber anscheinend nciht lange genug ;)

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