Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

Niklas, das Orkantief, zog über das Land und sorgte dabei für einiges Chaos. Den ganzen Tag fuhr bei uns am Büro die Feuerwehr im 10-Minuten-Takt vorbei. Der Münchner Hauptbahnhof wurde evakuiert, da Teile des Glasdachs heruntergefallen waren und der Fernverkehr der Bahn wurde eingestellt. Auch die S-Bahnen fuhren nur noch eingeschränkt. Direkt gegenüber des Büros brach ein Baum und fiel auf die Hauptstraße. Zum Glück traf er dort weder ein Auto, noch den Verteilerkasten.

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Aber für Chaos sorgte auch er und es war schon beeindruckend, wenn man so einen Baum da einfach umgeknickt mitten in der Stadt liegen sieht. Ich hoffte nur, dass daheim alles in Ordnung wäre. Vor allem das Baumhaus samt Walnussbaum machte mir etwas Sorgen. Immerhin hatten wir ja auch schon einmal einen Sturmschaden, als damals die Halteleine des Sonnensegels riss. Aber das Sonnensegel hängt noch nicht, also droht von dort keine Gefahr. Auch die Sorge um den Walnussbaum war unbegründet. Er hat ein paar Äste abgeworfen, aber das war es auch schon. Leider hat allerdings auch unser Haus etwas abgeworfen, was sich beim Weg zur Haustür zeigte.

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Nämlich eine Dachpfanne. Diese lag also zerdeppert auf dem Weg vor der Haustür. Gelöst hatte sie sich von fast ganz oben am Dach, ganz am Rand. Eine einzelne Dachpfanne.

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Beim Sturz traf sie unser kleines Gartenhäuschen vor dem Eingang und zerschlug, wenn sie schon einmal dabei war, dort weitere drei Dachpfannen.

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Leider sind wir nun nicht die einzigen mit einem Dachschaden (ich gönne hier jedem die diebische Freude an diesem Wortspiel), so dass wir nun abwarten müssen, wann der Dachdecker für uns Zeit hat. Wir hoffen, dass er heute oder morgen vorbeikommt, denn wir hätten nur ungern über Ostern ein kaputtes Dach ohne genau zu wissen, wie viel Nässe dort eindringt und was sie dort anstellen kann.

Mütter nerven!

Kleine Chefin: “Sag mal Papa: hat deine Mutter früher auch so genervt?”
Papa: “Na klar. Alle Mütter nerven.”
Kleine Chefin: “Stimmt.”
Papa: “Aber Papas nerven doch auch.”
Kleine Chefin: “Nein! Du nicht!”
Papa: “Ach doch, ich glaube schon, dass ich manchmal nerve.”
Kleine Chefin: “Aber nicht so oft!”
Papa: “Naja, ich weiß nicht. Ich glaub schon.”
Kleine Chefin: “Deine Vater auch?”
Papa: “Na klar, mein Vater auch, genau wie meine Mutter. Ich habe erst viel später begriffen, dass sie das aber nicht gemacht haben, um zu nerven, sondern weil sie mir helfen wollten oder weil sie sich Sorgen machten. Das habe ich erst verstanden, als ich selber Kinder hatte. Dass man sich dann immer Sorgen um die Kinder macht, weißt du?”
Kleine Chefin: “Mütter im so: ‘Fahr langsam und zieh einen Helm auf!’ … Ich ziehe IMMER einen Helm auf!”
Papa: “Ach weißt du was, Eltern nerven ihr Leben lang. Wenn wir im Winter von Oma und Opa Heim fahren, die 5 Minuten, dann sagt die Oma heute noch zu Mama ‘Fahrt vorsichtig!’, weil sie sich immer noch Sorgen machen.”
Kleine Chefin: “Dabei fahrt ihr doch immer vorsichtig … Eltern …”

Weitere Karriereplanung

Der kleine Chef scheint nun seine Verbrecherlaufbahn doch an den Nagel gehängt zu haben. Er hat sich nun einen anständigen Job ausgesucht, wenn auch nicht den bestbezahlten und eventuell aus den falschen Gründen.

Kleiner Chef: “Weißt du, was ich später werden will? Postmann!”
Papa: “Ja? Was gefällt dir denn daran?”
Kleiner Chef: “Dass ich da viel Fahrrad fahren kann. Im Frühling! Und sogar im Herbst! Dann kann ich sogar durch Laubhaufen fahren!”

Also liebe Postmänner! Wann seid ihr das letzte Mal mit Lust durch Laubhaufen gefahren? Oder Pfützen? Ich wette, das ist schon viel zu lange her!

Karriereplanungen

Kleiner Chef: “Ich will später nicht arbeiten!”
Papa: “Na dann musst du dir eine reiche Frau suchen.”
Kleiner Chef: “Warum?”
Papa: “Weil du ja sonst kein Geld hast und dir dann nichts kaufen kannst. Nicht einmal Essen.”
Kleiner Chef: “Also Papa, das Geld kann ich mir doch einfach von der Bank holen.”

Ich bin mir nicht sicher, ob er das System einer Bank noch nicht begriffen hat, oder ob er sich einfach für eine weniger legale Lebensweise entschieden hat …

Lieber die zweite Geige

Rollenspiele. Wer kennt sie nicht. Sie sind natürlich wichtig für die Entwicklung der Kinder und so sollen wir Eltern auch eben diese mit unseren Kindern spielen. Aber ich muss gestehen, dass ich froh bin, dass wir nun zwei Kinder im rollenspielfähigem Alter haben und diese damit auch einfach mal untereinander dies vollführen können.

Aktuell spielen unsere Kinder auch gerne Rollenspiele. Entweder miteinander, oder mit Freunden. Meistens nichts mehr wie “Vater, Mutter, Kind”, sondern eher das Nachspielen von Geschichten oder Serien, wie “Bibi & Tina” oder “Mia and Me”. Was dabei allerdings nach wie vor auffällig ist, ist dass unsere Tochter dabei meist eine Rolle aus der zweiten Reihe wählt. Nicht, weil die Hauptperson schon belegt wäre, sondern einfach so. Selbst wenn z.B. ihr Bruder nicht die Hauptrolle übernimmt, dann bleibt diese eben im Zweifel unbesetzt.

So verkörpert die kleine Chefin lieber “Tina” als “Bibi”. Hier könnte natürlich auch mitspielen, dass ihr vielleicht die Schauspielerin der “Tina” im Kino sympathischer war, das kann ich nicht beurteilen, aber bei “Mia and me” spielt dieser Fator keine Rolle mehr.

Für alle, die “Mia and me” nicht kennen: es geht um Mia, die auf ein internationales Internat geht. Ein Buch über Elfen, welches ihr Vater geschrieben hat, wechselt sie zwischen der realen Welt und der Elfen hin und her und muss helfen, Centopia zu retten. Klingt schlimm? Dachten wir auch. Ist es aber eigentlich gar nicht. Aber wie dem auch sei, in Centopia gibt es auch Einhörner. Eines davon ist Lyria, die Mutter von Onchao. Onchao ist ein ganz besonderes Einhorn und der Schlüssel zur Rettung Centopias. Lyria ist “nur” dessen Mutter und verschwindet auch erst einmal, um dann am Ende wieder gerettet zu werden. Aber das wichtige Einhorn ist Onchao. Die kleine Chefin aber ist Lyria.

Insgesamt spiegelt dies aber auch das Wesen unserer Tochter wider. Sie ist keine Rampensau. Eine Wilde ist sie, ja, aber im Mittelpunkt stehen ist nicht ihr Ding.