Die Tochter und die Tiere

Die kleine Chefin ist echt eine coole Socke irgendwie. Natürlich muss ich als Vater so denken und dies auch kundtun, aber es stimmt auch wirklich. Sie ist ungeheuer Tierlieb und gleichzeitig ist sie auch noch so etwas wie eine Tierflüsterin. Dementsprechend ist sie auch für unsere Katze Ansprechpartnerin Nummer eins, wenn es nicht darum geht, jemanden dafür anzumeckern, dass kein Fressen im Napf ist. Dann bin ich Ansprechpartner Nummer eins, denn das ist meine Aufgabe. Das Mistvieh … aber ich schweife ab.

Also, die kleine Chefin ist unglaublich tierlieb und hat auch keinerlei Berührungsängste bei Tieren. Spinnen werden direkt auf die Hand genommen und fürsorglich aus dem Haus geleitet. Auch im Winter, wenn die spinnen dann wahrscheinlich nach wenigen Minuten an Erfrierungen elendiglich zu Grunde gehen, aber das überreißt sie einfach in dem Moment noch nicht. Oder vielleicht weiß sie es auch besser und Spinnen erfrieren gar nicht. Was weiß ich schon?

Wenn ich nun also wieder einmal auf Mausejagd gehen muss, weil unsere Katze diese irgendwo im Haus freigelassen hat, dann muss ich dies, wenn irgend möglich, so bewerkstelligen, dass ich die Maus wieder freilassen kann. Also lebend fangen. Sie toleriert es gerade so, wenn ich eine Stechmücke oder eine Wespe erschlage. Aber auch nur, weil sie da akzeptiert, dass ich hier im Zweifel unerbittlich bin und dies einfach mache und ein Stich von einer der beiden auch doof ist. Aber abends im Bett wollte ich beim Vorlesen eine Mücke erschlagen, durfte ich aber nicht. Ich musste erst amtlich verifizieren und zertifizieren, dass es wirklich eine Stechmücke war. War es nicht! Ich durfte also nicht meucheln.

Dagegen ist es ihr aber auch klar, dass wir, wenn wir Fleisch essen, Tiere essen. Hier haben wir immer mit offenen Karten gespielt, um nicht irgendwann ein “böses Erwachen” zu provozieren. Wo genau sie nun also die Grenze zieht, ist auch mir nicht ganz klar, aber ich finde es cool. Aber ich bin ja auch ihr Vater. Ich muss sie ja cool finden.

Der Gourmet unseres Vertrauens

Wir waren auswärts Essen. Machen wir viel zu selten, aber endlich hat es mal wieder geklappt und wir entschieden uns für einen Italiener. Grundsätzlich ist das ja immer ein Tipp für alle Eltern, wenn man mit Kindern Essen geht, dann zum Italiener. Italiener sind kinderlieb und auf der Speisekarte findet jeder etwas.

Wie es sich für einen italienisches Restaurant gehört, wird dann neben Essig und Öl auch eine mächtige Pfeffermühle auf dem Tisch platziert. Brauche ich meistens nicht, aber man weiß ja nie. Der kleine Chef machte mich aber dann doch darauf aufmerksam, dass man diese Pfeffermühle wohl auch eigentlich benutzen sollten. Er hat da scheinbar bessere Kontakte als ich …

Sohn: “Du musst auch Pfeffer nehmen!”
Papa: “Warum? Ich möchte eigentlich nicht.”
Sohn: “Musst du aber! Das hat mein Wettergott gesagt!”
Papa: “Wettergott?”
Sohn: “Ja, mein Wettergott. Der ist unsichtbar und da kann ich durchsehen!”

Dem derzeitigen Wetter nach zu urteilen ist der Wettergott auf jeden Fall mit uns zufrieden.

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

Niklas, das Orkantief, zog über das Land und sorgte dabei für einiges Chaos. Den ganzen Tag fuhr bei uns am Büro die Feuerwehr im 10-Minuten-Takt vorbei. Der Münchner Hauptbahnhof wurde evakuiert, da Teile des Glasdachs heruntergefallen waren und der Fernverkehr der Bahn wurde eingestellt. Auch die S-Bahnen fuhren nur noch eingeschränkt. Direkt gegenüber des Büros brach ein Baum und fiel auf die Hauptstraße. Zum Glück traf er dort weder ein Auto, noch den Verteilerkasten.

Sturm_1

Aber für Chaos sorgte auch er und es war schon beeindruckend, wenn man so einen Baum da einfach umgeknickt mitten in der Stadt liegen sieht. Ich hoffte nur, dass daheim alles in Ordnung wäre. Vor allem das Baumhaus samt Walnussbaum machte mir etwas Sorgen. Immerhin hatten wir ja auch schon einmal einen Sturmschaden, als damals die Halteleine des Sonnensegels riss. Aber das Sonnensegel hängt noch nicht, also droht von dort keine Gefahr. Auch die Sorge um den Walnussbaum war unbegründet. Er hat ein paar Äste abgeworfen, aber das war es auch schon. Leider hat allerdings auch unser Haus etwas abgeworfen, was sich beim Weg zur Haustür zeigte.

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Nämlich eine Dachpfanne. Diese lag also zerdeppert auf dem Weg vor der Haustür. Gelöst hatte sie sich von fast ganz oben am Dach, ganz am Rand. Eine einzelne Dachpfanne.

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Beim Sturz traf sie unser kleines Gartenhäuschen vor dem Eingang und zerschlug, wenn sie schon einmal dabei war, dort weitere drei Dachpfannen.

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Leider sind wir nun nicht die einzigen mit einem Dachschaden (ich gönne hier jedem die diebische Freude an diesem Wortspiel), so dass wir nun abwarten müssen, wann der Dachdecker für uns Zeit hat. Wir hoffen, dass er heute oder morgen vorbeikommt, denn wir hätten nur ungern über Ostern ein kaputtes Dach ohne genau zu wissen, wie viel Nässe dort eindringt und was sie dort anstellen kann.

Mütter nerven!

Kleine Chefin: “Sag mal Papa: hat deine Mutter früher auch so genervt?”
Papa: “Na klar. Alle Mütter nerven.”
Kleine Chefin: “Stimmt.”
Papa: “Aber Papas nerven doch auch.”
Kleine Chefin: “Nein! Du nicht!”
Papa: “Ach doch, ich glaube schon, dass ich manchmal nerve.”
Kleine Chefin: “Aber nicht so oft!”
Papa: “Naja, ich weiß nicht. Ich glaub schon.”
Kleine Chefin: “Deine Vater auch?”
Papa: “Na klar, mein Vater auch, genau wie meine Mutter. Ich habe erst viel später begriffen, dass sie das aber nicht gemacht haben, um zu nerven, sondern weil sie mir helfen wollten oder weil sie sich Sorgen machten. Das habe ich erst verstanden, als ich selber Kinder hatte. Dass man sich dann immer Sorgen um die Kinder macht, weißt du?”
Kleine Chefin: “Mütter im so: ‘Fahr langsam und zieh einen Helm auf!’ … Ich ziehe IMMER einen Helm auf!”
Papa: “Ach weißt du was, Eltern nerven ihr Leben lang. Wenn wir im Winter von Oma und Opa Heim fahren, die 5 Minuten, dann sagt die Oma heute noch zu Mama ‘Fahrt vorsichtig!’, weil sie sich immer noch Sorgen machen.”
Kleine Chefin: “Dabei fahrt ihr doch immer vorsichtig … Eltern …”

Weitere Karriereplanung

Der kleine Chef scheint nun seine Verbrecherlaufbahn doch an den Nagel gehängt zu haben. Er hat sich nun einen anständigen Job ausgesucht, wenn auch nicht den bestbezahlten und eventuell aus den falschen Gründen.

Kleiner Chef: “Weißt du, was ich später werden will? Postmann!”
Papa: “Ja? Was gefällt dir denn daran?”
Kleiner Chef: “Dass ich da viel Fahrrad fahren kann. Im Frühling! Und sogar im Herbst! Dann kann ich sogar durch Laubhaufen fahren!”

Also liebe Postmänner! Wann seid ihr das letzte Mal mit Lust durch Laubhaufen gefahren? Oder Pfützen? Ich wette, das ist schon viel zu lange her!