Wie man Papa den letzten Nerv rauben kann

Ja ich weiß, ich habe es verschrien, mehr als einmal, und bin selber schuld …

Heute hat die Mama einen Baby-Kinder-ErsteHilfe-Kurs (was ich super finde) und genau auf diesen Moment hat die kleine Chefin gewartet. Mama ist um 18.15 Uhr aus dem Haus, somit waren noch 25 Minuten zu überbrücken bis zu „Lauras Stern“ und „Sandmännchen“ und die waren auch kein Problem. Der weitere Ablauf ist dann normalerweise so geplant:

19.00 Uhr, der Sandmann ist aus und Papa macht den Fernseher aus. Danach wird Brotzeit gerichtet und die kleine Chefin isst eine Scheibe Brot, zu Hälfte mit Käse und zur Hälfte mit Wurst. Diese Scheibe wird dann je nach Wunsch nur halbiert oder in kleine Happen zum aufspießen auf die Gabel geschnitten

Ca. 19.20 Uhr fertig mit der Brotzeit, Tisch abräumen

19.30 Uhr, Papa macht eine Milch, die kleine Chefin sucht sich zwei Bücher raus, Mama und Papa (heute also nur Papa) lesen die Bücher vor und die kleine Chefin liest super niedlich mit

19.45 Uhr, die kleine Chefin nimmt auf Papas Arm wie auf einem Hexenbesen Platz. Papa sagt „Ene mene mei, flieg los Kartoffelbrei“ und die kleine Chefin sagt „Hex Hex“. Darauf fliegt sie auf Papas Arm der Mama hinterher die Treppe rauf und da wird sich bettfertig gemacht

Ablauf heute:

19.00 Uhr, der Sandmann ist aus. Die kleine Chefin stürzt sich auf die Fernbedienung mit den Worten „Au machen“ und wirft ein vollen Becher mit Wasser um. Papa holt einen Lappen, während der Zwerg den Fernseher nicht ausmacht (was sie einwandfrei kann), sondern beginnt zu zappen

19.01 Uhr, Papa macht den Fernseher aus

19.02 Uhr, Papa wischt den Rest vom Wasser auf

19.03 Uhr, Papa richtet die Brotzeit her, während die kleine Chefin einen Joghurt fordert (das wäre dann der 4 Vanillejoghurt heute), was Papa ablehnt

19.05 Uhr, die Brotzeit ist gerichtet. Papa fragt (wie immer), was die kleine Chefin aufs Brot möchte … Antwort ist Wurst und Käse

19.06 Uhr, das Brot ist geschmiert und wird auf Wunsch in Gabelhappen geschnitten

19.08 Uhr, das Wasser wird in einem Zug ausgeleert und ein neues gefordert

19.09 Uhr, Papa kommt endlich dazu, sich auch ein Brot zu schmieren

19.10 Uhr, die kleine Chefin fordert einen Schnuller, was Papa mit dem Hinweis auf das Abendbrot verweigert

19.11 Uhr, die kleine Chefin hat immer noch so gut wie nix gegessen

19.13 Uhr, auf Nachfrage macht Papa statt des Brotes einen Brei für den Kampfzwerg

19.16 Uhr, der Brei ist fertig, Papa setzt sich und die kleine Chefin muss „Pipi“

19.17 Uhr, fertig mit Pipi machen. Da keine Windel greifbar ist und sie schon zweimal „Popo“ drin hatte (bei uns heißt ES „Popo“, hat sich so ergeben und ich finde das eigentlich ganz nett), Pipi einwandfrei ansagt und es in etwa 30 Minuten ins Bett geht, wird keine Windel angezogen, sondern nur die Unterhose und die Strumpfhose

19.18 Uhr, die kleine Chefin entfernt ihren Aufsatz von der Toilette und schließt den Deckel um auf denselben zu steigen um zu drücken. Papa untersagt die Klettertour, da die kleine Chefin auch vom Boden aus abspülen kann. Darauf fordert die kleine Chefin im Gegenzug, dass wieder ihr Aufsatz auf das Klo soll und ist davon nicht abzubringen

19.19 Uhr, Papas Nerven sind etwas dünner geworden und um ein Reißen der Nerven zu verhindern, verlässt Papa das Bad mit den Worten (in etwa) „Ja Himmelherrgott dann mach halt was du willst!“

19.20 Uhr, die kleine Chefin kommt relativ kleinlaut ins Esszimmer und nimmt Platz

19.21 Uhr, auch der Brei stößt auf wenig Gegenliebe, er ist aber auch mittlerweile etwas dicker geworden. Papa fragt, ob er ihn etwas verdünnen soll

19.22 Uhr, Papa kehrt mit dem verdünnten Brei (und schwerem Hunger) zurück

19.24 Uhr, die kleine Chefin hebt die rechte Pobacke und sagt grinsend „Puup“. Papa fragt, ob sie Popo müsse, aber das ist ja eher unwahrscheinlich und wird auch verneint, es war nur ein Pups

19.25 Uhr, die kleine Chefin hat auch vom Brei kaum was gegessen

19.26 Uhr, die kleine Chefin darf aufstehen (bevor sie mit ihrem gezappel, gehampel und genörgel Papa vollends wahnsinnig macht)

19.27 Uhr bis 19.29 Uhr, Papa sitzt allein beim Abendbrot und isst endlich mal eine zweite Scheibe Brot

19.30 Uhr, die kleine Chefin kommt ins Zimmer und hat einen Gang wie John Wayne … Papa: „Hast du Popo gemacht?“ Zwerg: „Ja!“ – Wir erinnern uns? Keine Windel!!!!!! Gut, war ja schon 6 Minuten her, dass Papa gefragt hatte …

19.35 Uhr, die kleine Chefin hat nun also nicht nur keine Windel sondern auch keine Unterhose an, nur noch die Strumpfhose … Papa sucht die Nummer der Irrenanstalt raus, um sich selbst einzuweisen

19.37 Uhr, Papa hat das Brot der Chefin gegessen und überlegt, was die Hausapotheke hergibt was ihm helfen könnte, kommt aber zum Schluss, dass Wick Medinait zu schwach ist

19.40 Uhr, die kleine Chefin erzählt Papa 34.000 mal, dass dieses Buch nur die Mama vorliest (die ja nicht da ist), lässt es aber über sich ergehen, dass es der Papa vorliest. Dafür wird die Milch heute nicht angerührt

20.05 Uhr, Papa legt die kleine Chefin ins Bett, versichert ihr noch einmal, dass er sie sehr sehr lieb hat, gibt ihr einen Gute-Nacht-Kuss, verlässt das Zimmer und geht mit einem irren Kichern die Treppe runter

20.09 Uhr, Papa hat sich ein Bier aufgemacht und wartet, dass endlich die netten Männer mit den weißen Kitteln kommen, um ihn zu holen

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2 Gedanken zu “Wie man Papa den letzten Nerv rauben kann

  1. Ich bin beruhigt, dass es auch solche Tage für die Väter gibt 😉

  2. Das ist doch eine gute Übung um Nerven wie Drahtseile zu bekommen oder?
    Also zu meiner Zeit hätten wir nicht einmal gewagt so einen Zirkus zu veranstalten. So ändern sich halt die Zeiten.

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