Erziehungsberater: Jeder kann Kinder erziehen

Die (eigenen) Kinder sind (gerade als Babys und Kleinkinder) immer süß und lieb und toll. Keine Frage. Aber wenn man mal mit ihnen alleine ist (oder wahlweise an sehr unpassenden Orten unter Menschen), dann können sie natürlich auch ganz anders. Dann können sie durchaus einen eigenen Willen an den Tag legen, den man ihnen so nicht zugetraut hätte und mit dem viele Eltern doch gerade anfangs (also etwa während der ersten 25 Jahre) überfordert sind.

Was kann man also als Eltern dagegen tun? Es gibt mehrere Möglichkeiten und situativ muss man sich für die richtige entscheiden. Es gibt aber kein Patentrezept, wann welche Möglichkeit die richtige ist, denn dies variiert.

Möglichkeit 1: „Hart bleiben“
Pro:

Man gibt dem Kind klare Richtlinien und Grenzen. Schließlich braucht jedes Kind Grenzen. Nur so kann es langfristig gefestigt das Elternhaus verlassen, ohne von der wilden, kalten und bösen Welt da draußen aufgefressen zu werden.
Contra:
Die eigene Lebenserwartung verringert sich drastisch, da das Kleinkind auf diese gut gemeinte Erziehungsvariante mit einem Kreischen (Mädchen) bzw. Brüllen (Jungs) in einer einzigartigen Frequenzauf reagiert, welche auf der Stelle einen biochemischen Prozess bei Erziehungsberechtigten in Gang setzt, welcher wiederum einen rasant beschleunigten Alterrungsprozess im Körper auslöst. Man kann förmlich spüren, wie sich die Pigmente aus den ersten Haaren verabschieden, die Koffer packen und graue bis weiße leere Haarhüllen zurücklassen.

Möglichkeit 2: „Nachgeben“
Pro:

Der Alterungsprozess im Körper der Erziehungsberechtigten wird nicht weiter beeinflusst. Vielmehr stellt sich kurzfristig ein Gefühl der Entspannung ein, welches auch eine 7stündige Vollkörpermassage nicht in diesem Umfang herstellen kann.
Contra:
Der eher ungewohnte Umstand der „Ruhe“ im Haus beginnt sehr schnell ein unbestimmtes Gefühl bei den Erziehungsberechtigten zu verbreiten. Dieses Gefühl kann in diesem Moment nicht näher definiert werden, entspricht aber in etwa der Ahnung, das Bügeleisen angelassen zu haben. Im Körper der Erwachsenen entstehen durch dieses Gefühl freie Radikale, die bei späteren Versuchen, Möglichkeit 1: „Hart bleiben“ zu versuchen, den Alterungsprozess weiter unterstützen und somit mittelfristig die Lebenserwartung der Erziehungsberechtigten ausgeprägter verkürzen.

Möglichkeit 3: „Ignorieren“
Pro:

Ein wohliges Gefühl der Ruhe kehrt ein, jedoch ohne den faden Beigeschmack des angelassenen Bügeleisens. Elektrochemische Prozesse blockieren vereinzelte Regionen des Gehirns, durch die das Bewusstsein über die Anwesenheit eines Kindes völlig ausgeblendet wird (es wurde sogar schon beobachtet, dass Eltern in diesen Momenten überzeugt waren, keine Kinder zu haben). Interessanterweise verfügen nur Eltern über diese Gabe des Ignorierens. Wahrscheinlich werden schon während der Schwangerschaft Hormone ausgeschüttet, die diese cognitive Fähigkeit erst ermöglichen. Kinderlose Erwachsene sind nicht annähernd in der Lage, diese Bewustseinsebene zu erreichen.
Contra:
Freunde kehren sich mit irrwitzigen Begründungen wie „Ich ertrage das Geschrei nicht“, „Wie geht ihr mit euren Kindern um?“ vom Elternpaar ab. Dabei stoßen sie jedoch bei den Eltern auf absolutes Unverständnis, da im Haus absolute Ruhe herrscht.
Fremde sprechen einen plötzlich im Supermarkt oder dem Spielplatz auf Erziehungsfehler an, obwohl man derzeit überhaupt keine erzieherischen Maßnahmen ausführt oder ausführen müsste.
Auf der Urlaubsfahrt ertönt im Radio die Verkehrsmeldung, dass jemand seine Kinder am Parkplatz vergessen hat.

Wie gesagt, es gibt kein Patentrezept. Entscheiden Sie intuitiv und situativ. Sie werden sich definitiv nicht für die richtige Möglichkeit entscheiden, machen Sie sich darüber keine Sorgen.

Hier gehts zum zweiten Teil

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12 Gedanken zu “Erziehungsberater: Jeder kann Kinder erziehen

  1. 😆 Danke, das war der Lacher des Abends 🙂

  2. Sehr nett :)) Für welche Variante habt ihr euch denn gerade entschieden? Bietest Du auch Kurse an, besonders für Nr. 3? Ich melde mich dann vorsichtshalber schon mal an 🙂

  3. Die Idee kam bei einem aktuellen Anlass bei Möglichkeit 3 … werde ich demnächst mal bloggen 🙂

    Ich glaube auch, ich sollte mich langsam selbständig machen. Erziehungskurse geben und Erziehungsratgeber schreiben 😉

  4. Bin soeben vor Lachen vom Stuhl gefallen!
    Das muss ich unbedingt mal dem Papa vom Gummibärchen zeigen, der mag solcherlei Kategorisierungen sehr 🙂

  5. Pingback: Ein klein wenig egozentrisch « Wer ist der Chef?

  6. (Ich merke gerade, dass ich hier viel zu selten mitlese… )

    Herrlich – ich habe Tränen gelacht! :mrgreen:

  7. Pingback: Lieben, ermutigen, loslassen - Erziehen nach Montessori: Erziehung nach Montessori (Taschenbuch) - Empfehlung -

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