Wettkämpfe

Grundsätzlich finde ich es in Ordnung und sogar wichtig, dass die kleine Chefin auch eine gewisse Wettkampforientierung hat bzw. entwickelt. Ich denke, dass es nicht gut für Kinder ist, wenn sie gänzlich ohne Wettkämpfe aufwachsen. Viel mehr sehe ich es als wichtig an, als „Vorbereitung auf das Leben“ eben durch solche Wettkämpfe auch einen gewissen Ehrgeiz zu fördern.

Allerdings stößt dies irgendwann auch mal in Grenzbereiche vor oder geht darüber hinaus. Grenzbereich ist zum Beispiel, wenn die kleine Chefin unbedingt als Erste mit dem Anziehen fertig sein muss. Hier kann man zwar noch darüber hinweg sehen, aber es kann auch nervig sein, wenn es einfach schneller oder praktikabler in dem Moment wäre, wenn jemand anderes zuerst fertig sein dürfte. Über den Grenzbereich hinaus geht es, wenn die kleine Chefin unbedingt die Erste sein muss, die die Treppe wahlweise hoch oder runter bewältigt hat. Auf der Treppe sollte einfach kein Wettrennen oder Wettkampf stattfinden. Hier haben wir versucht, zum einen eben dieses zu kommunizieren (was ja nicht unbedingt auf offene Ohren stößt) und zum anderen einfach die kleine Chefin zum langsam gehen zu bewegen und selbst eben NOCH langsamer auf der Treppe voran zu kommen.
Ein weiteres Vorstoßen über den Grenzbereich hinaus ist, wenn es ein zu Tode betrübtes Kind gibt, dass (weil es einfach zu viel Quatsch gemacht hat) morgens das Müsli nicht schneller gegessen hat, als der Papa. Ich erinnere mich noch an ein „Schling doch nicht so!“, wenn ich mal wieder zu schnell gegessen habe. Die Erinnerung daran stammt aber aus einem Alter, wo ich schon alt genug war, einfach kein Mitleid zu erhalten, wenn ich mich übel verschluckt habe (und hey … ich habe einen älteren Bruder, ich musste schlingen, sonst hätte ich zu wenig abbekommen). Das Alter ist mit 3 Jahren definitiv noch nicht erreicht. Hier sollte versucht werden, zu heftiges Verschlucken einfach zu vermeiden.

Leider werden diese Grenzbereiche von der kleinen Chefin nicht wirklich erkannt. Zur Zeit ist alles und jedes Wettkampf und sie muss Erste sein. Durchaus anstrengend und bisweilen nervig. Aber noch haben wir kein probates Mittel gefunden, den Wettkampcharakter auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Einfach nicht am Wettkampf teilnehmen wird nicht als solches akzeptiert und erklären, warum dieses oder jenes kein Wettkampf ist, wird auch noch nicht wirklich angenommen.

Ich befürchte, es heißt wiedermal „Augen zu und durch“, das wird sich schon irgendwann einpendeln.

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2 Gedanken zu “Wettkämpfe

  1. Okay, das wichtige Detail hast du vergessen: Wer hat denn nun gewonnen? *FG* nicht lustig, ich weiß…

    Ja, es ist der Wandel auf Messers Schneide. Auf der einen Seite sind Wettkämpfe wie du schreibst gut und wichtig (und auch unglaublich parktisch, im Jugendheim machen wir immer einen Aufräumwettbewerb) aber genauso können sie zu Tränen führen.

    Leider ist es wie so häufig: Sie wird es lernen. Leider weil: Es dauert Zeit und tut das ein oder andere Mal weh.

    Wünsche euch viel Kraft!

  2. Den absoluten Wettkampfgeist hatte der Kleine Diktator auch in dem Alter. Gerade auch das mit den treppen und weil alle Turnierverweigerung nicht half, habe ich einfach das Motto geändert.
    Nicht wer am schnellsten war hat gewonnen. sondern wer es richtig gemacht hat.
    Also langsam und immer schön die Hand am Geländer lassen.
    Ich weiß auch nicht warum ich die ersten Male so oft verloren habe. 😉

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