Heikle Themen

Es gibt ja in der Erziehung ein paar heikle Themen, bei denen man als Eltern nicht so recht weiß, wie man es den kleinen vernünftig und altersgerecht beibringen soll. Das klassische Thema, an das da viele denken, dass sollte noch ein klein wenig dauern, bis es kritisch zur Sprache kommt. Aber es gibt ja auch andere Themen, über die man sprechen muss, nur wann und wie? Das „Wann“ ergibt sich meistens durch irgendwelche Umstände von allein, aber das „Wie“ ist das schwierigere. Wie erklärt man es, dass es das kleine Köpfchen halbwegs versteht, ohne sich zu große Gedanken zu machen?

Aktuell stehen wir genau vor diesem Problem, dass wir uns selbst eingebrockt haben. Zu Weihnachten hatte die kleine Chefin einen Adventskalender Namens „Rica erlebt Weihnachten„, in der die Weihnachtsgeschichte in 24 kurzen Episoden von einem kleinen Schaf namens Rica erzählt wird. Rica war nämlich selbst dabei. Alles in allem ein wirklich netter Adventkalender, zumal zu jedem Tag mit seiner Episode ein passendes Fenster-Folienbild an die Fenster geklebt werden kann.

Nun hatten wir entdeckt, dass die kleine Rica auch die Ostergeschichte erzählt. Kleiner Haken ist (und den hatten wir nicht bedacht), dass hier natürlich das Thema „Tod“ ein zentrales Thema ist und dazu auch noch recht kompliziert mit Wiederauferstehung. Also ist nun das Thema „Tod“ hier auf dem Plan, denn die kleine Chefin versteht es noch nicht so ganz, aber versteht doch soviel davon, dass es sie sehr beschäftigt. Sie weiß auch, dass mein Großvater (den sie noch kennengelernt hatte, jedoch nicht mehr so bewusst) tot ist. Wir sagten ihr, dass er nun ein Engel sei und vom Himmel uns zusehen würde. Das war okay für sie. Nun ist das Thema aber durch die Ostergeschichte noch einmal tiefer thematisiert, so dass es sie doch sehr beschäftigt. So fragte sie heute vor dem einschlafen, ob sie auch mal sterben würde. Und ob der kleine Chef auch mal sterben würde. Und ob sie dann auch wieder lebendig würden danach.

Also wirklich schwierige Themen, denn wir wollen (und müssen) darauf eingehen, aber wir wollen sie dabei auch nicht beunruhigen und ängstigen. Den schmalen Grad zu erwischen, dass der Tod zwar etwas trauriges ist, aber er dennoch dazu gehört und dementsprechend normal und irgendwie auch wieder nicht schlimm ist, das ist wirklich schwierig. Noch einmal mehr, wenn die Tochter doch sehr sensibel ist, was Gefühle angeht, auch Gefühle andere und sie dadurch dazu neigt, tief traurig zu werden, wenn andere traurig sind.

Wir müssen uns nun wirklich dringend selbst mehr damit beschäftigen und uns klar werden, WAS wir der kleinen Chefin erzählen wollen und WIE. Und dann auch noch WIEVIEL davon.

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7 Gedanken zu “Heikle Themen

  1. en passant meine Buchempfehlung: Wolf Erlbruch: „Ente, Tod und Tulpe“.

  2. Ich geb Euch nur einen Rat: Holt sie da ab, wo sie steht. Fragt sie, was sie darüber denkt, lasst sie erzählen! Und wenn ihr mal auf eine Frage keine Antwort wisst, dann sagt ihr auch das. Ehrlichkeit ist das oberste Gebot. Aber: Weglassen ist nicht lügen.

    Ihr werdet das schon einfühlsam hinbekommen! Ich drücke die Daumen!

    • Ich glaube das eigentliche Problem ist, dass man dieses Thema ohnehin gerne von sich weg schiebt. Nun muss man sich aber wieder selbst damit beschäftigen und dann eben auch noch kindgerecht.

      Danke fürs Drücken 🙂

  3. Aus bekannten Gründen ist das auch grad großes Thema für meine 5-jährige Cousine. Schwierig.

  4. Nicht gross erzählen… warten bis die ersten Fragen auftauchen 😉 Zuviel input ist nicht gut. Habe ich bei Moritz auch so gemacht… oft wurde ein Brocken geschluckt, dann verarbeitet und dann kam Tage später eine weitere Rückfrage… nicht überfordern und abwarten, wie sie reagiert und mal prinzipiell darüber nachdenken, wie es nach dem Tod „weitergeht“

    Egal wie ihr werdet schon den richtigen Weg finden mit der kleinen Chefin zu reden, aber oft gehen Kinder mit dem Thema Tod wesentlich pragmatischer um wie wir als Erwachsene, die das Thema oft tabuisieren. Seltsam oder? 😉

    • Ich glaube hier ist das „Problem“ mehr die Wiederauferstehung, die doch sehr verwirrt. Gerade, wenn das Thema Tod vorher noch keines war …

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