Astronauten

Heute war es mal wieder so weit. Die kleine Chefin und der klein Chef verdanken es nur den physikalischen Unzulänglichkeiten der Eltern, dass sie nicht auf den Mond geschossen wurden. Alle beide. Gleichzeitig. Keiner, der da Gnade hätte erwarten dürfen. Aber von vorn.

Gestern Abend ging es los. Beide waren im Bett, ohne Probleme. Dann gegen 20.30 Uhr plötzlich Weinen im Babyphon. Die kleine Chefin. Also Mama rauf und versucht zu beruhigen. Aber das ist nicht so leicht, wenn das Kindlein einfach nicht richtig wach wird. Unter Tränen wurde dann die Begründung für das Weinen kundgetan: „Ich bihin soho müüüdeeee.“ … Ja Kind, DANN SCHLAF!!!!!

Nach 5 Minuten endlich wieder beruhigt und wieder so langsam ins Reich der Träume abgedriftet. Für etwa 15 Minuten. Dann wieder Weinen im Kinderzimmer. Mama flüchtete in ein Telefonat, also Papa rauf. Selbes Spiel, Kind nicht zu beruhigen und nach ein paar Minuten die neue Begründung für den Weinanfall: „Aber Schlafen ist sooo laaangweilig.“

Dann endlich wieder Ruhe, für erneut 10 Minuten und dann neuer Weinkrampf im Bett. Diesmal Kind aus dem Bett und samt Kind auf den Balkon, damit die kleine Chefin mal richtig wach wird. Und schau einer an, kaum weckt man die Kleine 5 Minuten auf dem Balkon, schon kommt raus, dass sie eigentlich Ohrenschmerzen hat (also mit dem Kind dann wieder rein ins Warme …).

Nurofensaft und ab sofort war wirklich Ruhe. Bis um 22.00 Uhr. Da krächzte dann der werte Herr in seinem Bett, weil er so unglücklich über den Verlust des Schnullers war.

Dann Ruhe, diesmal bis 1.00 Uhrnachts. Da hörte ich dann klopfen, pochen und eine unruhige kleine Chefin. Also mal nachgesehen, aber sie schlief „nur“ unruhig und war gänzlich ohne Bettdecke im Bett. Kind zugedeckt, selbst zugedeckt und auf Schlaf gehofft. Für 30 Minuten …

1.30 Uhr. Der kleine Chef meckert über ein erneutes abhanden kommen des Schnullers. Also aufgestanden, Propfen in den Mund und zurück geschlurft. Schlaaaafff.

2.00 Uhr. Ein Scheppern im Kinderschlafzimmer. Nachdem die kleine Chefin neulich schon rausgekullert war, mal „schnell“ nachgesehen. Diesmal kein Kind auf dem Fußboden, aber eine halbwache kleine Chefin irgendwie eingeklemmt in der schmalen Ritze zwischen Bett und Wand. Also Kind rausgezogen und wieder gerade ins Bett gelegt.

Dann endlich Ruhe. Richtig lange diesmal. Bis 4.00 Uhr diesmal. Geweckt durch Unruhe im Kinderschlafzimmer. Nachgesehen, aber nur zwei unruhige Kinder. So langsam hatte ich auch etwas Bammel vor dem Nachlassen der Nurofen-Wirkung (ich hatte als Kind selbst ständig Probleme mit Mittelohrentzündungen). Also noch einmal ins Bett zurückgezogen.

4.20 Uhr. Die kleine Chefin ist wach. Kurz nachgesehen, Chefin reibt sich schlaftrunken das Ohr. Also noch eine Portion Nurofen, damit sie diesmal dann vielleicht länger schläft als bis 6.00 Uhr.

4.58 Uhr. Die kleine Chefin verlässt das Bett und meint aufstehen zu müssen. Noch einmal mit aller Überredungskunst, die einem nach einer schlaflosen Nacht um diese Uhrzeit zur Verfügung steht, wieder ins Bett gelotst („Ne Fräulein. Mitten in der Nacht. Ab ins Bett. Schlaf mal.“).

5.30 Uhr. Der kleine Chef kräht. Mamas Versuche, ihn durch eine Milch und den Schnuller wieder zum Einschlafen zu bewegen scheitern. Der Herr ist gut gelaunt, fröhlich, brabbelt, quietscht und macht einen Heidenlärm.

6.00 Uhr. Diesmal hätte die kleine Chefin länger geschlafen, wenn der kleine Chef sie nicht geweckt hätte. Nun hat sich Mama erbarmt und die Couch im Wohnzimmer bezogen, so dass Papa noch 2 Stunden dämmern konnte. In Mamas Arm schlief dann zumindest der kleine Chef noch einmal ein. Gut, half nicht viel, der Rest war ja wach.

Der Vormittag war dann so weit verträglich, aber wir waren dann auch Einkaufen. Daheim dann Nervennagen pur. Der kleine Chef sprotzt vor sich hin, und das mit vollem Mund. Erntet eine Ermahnung von Mama und verleitet die kleine Chefin ebenfalls zum Sprotzen. Nun wiederrum erntet sie die Ermahnung, der kleine Chef sprotzt wieder.

Es folgen diverse Trommeleinlagen der kleinen Chefin mit Kulis und Küchenutensilien. Kurz unterbrochen durch Ermahnungen der Eltern. Diese halten so lange, bis der kleine Chef wieder einen Schmarrn macht. Nach und nach schaukeln sich die Kleinen hoch, bis es in einem abwechselnden Schrei-Kreisch-Gesang gipfelt.

Manchmal denken wir uns, wir hätten zwei 17jährige adoptieren sollen. Die hätten wir mit 18 wieder vor die Tür setzen können.

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2 Gedanken zu “Astronauten

  1. *lach* Ich liebe diese Artikel.
    1. Weil du unheimlich klasse schreibst.
    2. Weil ich mit schlaflosen Nächten nicht alleine bin.
    3. Weil ich manchmal auch lieber eine Astronautin hätte, die ich zum Mond schießen könnte.

    Danke, dass du diese Situationen mit uns teilst. Ist in dem Moment vielleicht nicht so lustig. Aber sehr amüsant zu lesen. 🙂

  2. Pingback: Liebe und Seuchen. « Morphium's Blog

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