Erziehungsberater: Konsequent bleiben

Das A und O in der Erziehung ist die Konsequenz. Egal was Sie tun, Sie müssen dabei unbedingt konsequent bleiben. Nur so stecken Sie Ihrem Kind einen geregelten Rahmen ab, in dem es sich sicher bewegen kann, ohne sich unbewusst über Regeln hinweg zu setzen. Diese Sicherheit brauchen Kinder, um später nicht selbst wankelmütig wie die eigenen Eltern zu werden. Dabei spielt es weniger eine Rolle, welche Entscheidung Sie gerade treffen. Wichtig ist aber, dass Sie diese dann konsequent verfolgen.

Konsequenz beim Schlafen:
Früh stellt sich die Frage, wo und wie das Kind schlafen soll. Im Eltern-/Familienbett, im eigenen Bett oder gar im eigenen Zimmer? Wenn Sie diese Entscheidung einmal gefällt haben, dann bleiben Sie auch konsequent dabei.
Wenn Ihr Nachwuchs im eigenen Zimmer schlafen soll, dann machen Sie ihm auch klar, dass er nichts bei Ihnen im Zimmer oder gar Bett verloren hat. Wenn Ihr Kind also nachts plötzlich bei Ihnen ins Bett huschen will, dann bringen Sie es beständig wieder ins eigene Zimmer und Bett zurück. Schließen Sie zur Not einfach die Tür des Kinderzimmers ab.
Wenn Sie sich für ein Familienbett entschieden haben, dann ist das auch in Ordnung, so lange Sie nur konsequent bleiben. Es gibt hier keine Ausnahmen. Machen Sie sich auch nicht all zu viele Gedanken, wenn es irgendwann Diskussionen geben sollte. Diese sind in der Pubertät völlig normal und Ihre Kinder werden schon begreifen, dass sie beim Auszug aus dem Haus schon früh genug ein eigenes Bett haben werden. Machen Sie sich auch vorher Gedanken darüber, ob die Freundin/der Freund Ihres Nachwuches dann auch im Familienbett schlafen soll, oder nicht.

Konsequenz beim Fernsehen:
Beim Fernsehen sollten Sie insgesamt auf eine sparsame Dosierung achten. Zu viel Fernsehen behindert Kinder in der Entwicklung. Suchen Sie gemeinsam mit dem Kind Sendungen aus, die Ihr Kind interessiert und bestimmen Sie dann willkürlich, was es sehen darf und was nicht. Wahrscheinlich wird Ihr Kind mehr sehen wollen, als es darf. Gerade beim Fernsehen gibt es auch die Möglichkeit, Ausnahmen zu machen und ihr Kind ab und an mal mehr schauen zu lassen, als normalerweise. Wichtig ist nur, dass diese Ausnahmen konsequent sind. Bleiben Sie bei einmal eingeführten Ausnahmen und lassen Sie Ihr Kind nur dann mehr fernsehen, wenn es krank ist, wenn Sie krank sind, wenn Ihre Freundin krank ist und Ihnen dies am Telefon lange erklären will, wenn Sie das Geschrei Ihres Kindes nicht mehr ertragen können, wenn Freunde Ihres Kindes die Sendung auch sehen dürfen oder wenn Sie beim Tatort merken, dass Ihr Kind immer noch nicht im Bett ist.

Konsequenz beim Aufräumen:
Ab wann kann ein Kind eigentlich seine Unordnung selber aufräumen? Diese Frage stellen sich viele Eltern irgendwann. Sie versuchen dann zunächst gemeinsam mit dem Kind aufzuräumen, später das Kind zum alleinigen Aufräumen zu bewegen. Hier werden dann auch gerne mal Druckmittel wie „Ich sauge alles auf!“ eingesetzt. Auch wenn die Kinder dann einmal Teenager sind, gibt es meistens Probleme mit der Ordnung und spätestens hier zeigt sich, dass es die fehlende Konsequenz der Eltern ist, die zu diesem Chaos geführt hat.
Dabei ist die Lösung so einfach: Konsequenz! Wenn Sie von Anfang an Konsequent bleiben und das Zimmer Ihrer Kinder aufräumen bis diese ausziehen, haben Sie deutlich weniger Diskussionen.

Weitere Kapitel des Erziehungsberaters:

Erziehungsberater: Jeder kann Kinder erziehen
Erziehungsberater: Diskutieren mit Kindern

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3 Gedanken zu “Erziehungsberater: Konsequent bleiben

  1. Noch viel wichtiger: Konsequenz beim Essen

    Heutzutage ist eine beständige Zunahme an Essstörungen festzustellen. In der modernen westlichen Welt wird Kindern schon früh vorgegaukelt, dass alles, was nicht aus dem Glas kommt, quietschbunt ist, von den Eltern angeboten wird oder aber nicht von einer der großen Ernährungsketten in Schnellstverfahren zubereitet wurde, nicht gesund, ja geradezu nicht verzehrbar ist.

    Will man dabei als verantwortungsbewusstes Elternteil eine gesunde Ernährung vermitteln, muss man da schlicht schneller sein und sehr früh und konsequent mit der Erziehung beginnen. Um ein gutes Verständnis zur Ernährung zu erlangen, sollte man seine Lebensmittel selbst züchten. Wer keinen Garten sein eigenen nennt, der kann das Wohnzimmer in einen Acker umbauen, um dort unter Kunstlicht (als Notlösung) Gemüse, Getreide und auch Kräuter und Heilpflanzen zu züchten. Da Kinder in der Regel gut mit Tieren umgehen können, wird das Kinderzimmer zur Tieraufzucht, sprich Stall, erweitert.

    Auch bei der Auswahl des Essens sollte man seine Kinder immer einbeziehen („Wollen wir heute Paul oder lieber Lisa essen?“). Schlachten, zerteilen und weiteres kann als Family Happening aufgezogen werden, so dass die Natürlichkeit des Nahrungserwerb noch unterstrichen wird.

    Süßigkeiten, exotische Früchte und auch Limonaden, die nicht selbst gemacht wurden, sollten natürlich vermieden werden, wo man nur kann. Was selbst hergestellt wurde, darf selbstversändlich angeboten und verzehrt werden.

    Doch auch das Verhalten bei Tisch gilt es im Auge zu behalten. Aufgestanden wird grundsätzlich nur, wenn alle am Tisch aufgegessen haben, und gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Allergische Reaktionen dürfen als Essensverweigerung ebenso wenig toleriert werden, wie der Versuch, ungeliebte Nahrungsmittel an das Hausschwein zu verfüttern. Auch der Hinweis, dass das Schwein ja eh bald auf dem Tisch landen wird, muss konsequent als Fehlverhalten geahndet werden.

    Spätestens, wenn im Restaurant das Kind sich gerne die Kuh oder das Lamm aussuchen möchte, dass es zu essen gedenkt, kann man seine Erziehung als erfolgreich betrachten.

  2. Bei der Konsequenz beim Aufräumen gibt es bei uns auch noch wahlweise als Druckmittel „Dann fliegt alles in den Ofen“. Ein konsequent handelndes Kind hat man dann, wenn es antwortet: „Ja genau, dann schmeißen wir das alles zusammen in den Ofen“ Da kommt man sich dann vor wie ein Luftballon – dem die Luft ausgegangen ist. 😉

    Danke für diesen Lacher! 😆

  3. Pingback: Erziehungsberater: Wenn die Kleinen Flügge werden « Wer ist der Chef?

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