Die Nachbarstochter

Gestern war die Nachbarstochter bei uns zu besuch. Eigentlich finden wir es ja super, wenn eine potentielle Spielgefährtin direkt nebenan wohnt. Spontanes verabreden wird ganz einfach und man kann relativ schnell die kleine Chefin auch mal selbständig rüber gehen lassen. Eigentlich. Aber wie immer, muss ja auch hier wieder ein Haken auftauchen. Und der Haken ist der, dass wir nicht so ganz mit der Art der Nachbarstochter klar kommen.

Dabei gibt es dann einfach einige Kleinigkeiten, mit denen wir nichts anfangen können und die uns in der Summe dann einfach zu viel werden. Ist wahrscheinlich schwer zu erklären, wenn keine Beispiele kommen, also ein paar Beispiele, was uns an der Nachbarstochter (NT) aufgefallen ist:

NT: „Hast du aber schöne Haarspangen. Darf ich die mitnehmen?“
–> Ähhh … NEIN!

Zwerg: „Komm wir spielen. Ich nehm die große Tigerente und du die kleine.“
NT: „Geschenkt?“

–> Hallo?

NT (sieht das alte Laufrad, mit dem die kleine Chefin noch manchmal in unserer Einfahrt fährt): „Komm wir gehen auf die Straße mit dem Fahrrad.“
–> Noch andere gute Ideen?

NT: „Was ist denn das?“
Mama: „Das sind Lollies.“
NT: „Darf ich einen haben?“
Mama: „Nein. Erstens gehören die der kleinen Chefin (die hat die nämlich geschenkt bekommen) und zweitens gibt es gleich Abendessen.“
NT: „Bei uns nicht. Ich darf also!“
Mama. „Nein, trotzdem nicht.“
NT: „Dann halt beim nächsten Mal.“

–> ???

Und zum krönenden Abschluss noch folgende Geschichte. Am Ende haben sie noch mit dem Kaufladen der kleinen Chefin gespielt. Darin befindet sich auch ein Mini-Nutellaglas mit echtem Nutella. Dieses hat lange Zeit das Spielen der kleinen Chefin unbeschadet überstanden. Einer der letzten Besucher hat dann (leider) schon einmal die Silberfolie vom Glas abgekniebelt, aber mehr wenigstens noch nicht. Die Nachbarstochter hat dann gestern mal kurzfristig das halbe Glas aufgegessen.

In der Summe, war das einfach zu viel. Aber wie kann man den Kontakt auf ein Minimum reduzieren? Wir wolllen die Nachbarstochter bei der kleinen Chefin nicht schlecht machen. Aber wenn die kleine Chefin im Garten ist und die NT auch im Garten ist, dann besteht natürlich immer „Verabredungsgefahr“. Jetzt schauen wir mal, dass wir das irgendwie ein wenig reduzieren und einschlafen lassen können.

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18 Gedanken zu “Die Nachbarstochter

  1. Schwierig. Ich hätte mit den Reaktionen auch ein grosses Problem und verstehe dich/euch. Kann man das bei der Mutter/den Eltern ansprechen? Kontakt reduzieren fände ich schade und nur die letzte Lösung, wenns gar nicht anders geht. Wie sind die Chefin und die NT denn altersmässig?

    Ansonsten: Chefin klarmachen, dass Verabredungen keine sind, so lange ihr sie nicht abgesegnet habt. Ich weiss leider nicht, inwieweit das bei ner 3jährigen praktikabel is, meiner is ja noch nich soweit 😉

    In jedem Falle: gutes Gelingen!

    • Die Eltern sind nun auch nicht so ganz unser Fall … Also nicht schlimm, aber auch nicht wirklich eine Wellenlänge. Die Erziehung scheint aber mehr bei den Großeltern zu liegen.

      Altersmäßig sind sie etwa 2-3 Jahre auseinander.

      Dass Verabredungen von uns abgesegnet werden müssen ist unserer zum Glück relativ klar, aber natürlich immer schwierig, wenn sie im Garten sich quasi verabreden und wir dann (ohne wirklich triftigen Grund wie andere Verabredung oder ähnliches) das absagen.

      • Nuja. Ob ihr sie ins Haus lasst, is doch euer Ding. Im Zeifel ist das eure Privatsphäre und gut ist.

        Ich überlege gerade, wie genau man ein Kind erziehen muss, damit es so wird…

        Bis jetzt kommt der kleine Blümel nur mit den kleinen Jungs super klar, zu deren Mamas ich auch einen besonderen Draht hab. Hoffen wir mal weiter.

  2. Ja, Nachbarn kann man sich nicht aussuchen – fast wie Familie. Schade, dass es da so Probleme gibt. Ich kann verstehen, dass das nicht der Kontakt ist, den ihr wollt. Aber vielleicht „verwächst“ sich das ja beim Nachbarkind auch noch. Habt ihr denn noch andere Spielgefährten in der Nähe?

    Im Winter ist es deutlich leichter den Kontakt zu reduzieren 😉

    • Wir hoffen gerade auf das aktuelle schlechte Wetter 😉

      Haben noch andere Spielkameraden im Ort, aber natürlich nicht in diese ganz unmittelbaren Nähe. Werden wohl da mal wieder ein paar Treffen fördern … nur sind gerade Ferien, da sind einige nicht da.

      • Ach, ihr seid das, die sich das schlechte Wetter wünschen! Na, dann wissen wir ja Bescheid! 😉

        Ich finde es immer wieder interessant, dass wenn man mit einem Kind/Erwachsenen „nicht so ganz auf einer Wellenlänge liegt“ das häufig auch beim dem Kind/ den Eltern dann auch der Fall ist… Da sieht man, wie viel da so übertragen wird.

  3. blöd ist auch irgendwie,das sie ja für ihre falschlaufende Erziehung nicht wirklich etwas kann(?)
    Hört sich aber an,als fehlt ihr die erziehung,gute schule,was auch immer….
    das blöde sit dann echt,das ihr ihr nicht so richtig aus dem Weg gehen könnt.

    • Absolut. Sie ist garantiert die, die am wenigsten dafür kann, dass sie so ist. Aber wir können sie ja leider nicht umerziehen. Verstehe auch nicht wirklich, wie man da als Eltern nicht gegensteuern kann, denn unsere würde durchaus was erzählt bekommen, wenn sie solche Ansätze zeigen würde.

  4. Auweia. Ja, ich kann euch verstehen, und ich „freue“ mich schon unglaublich auf die Zeit, in der uns solche Probleme einholen…

    Aber schwierig ist es trotzdem. Jetzt ist es ja vielleicht noch einfach, das ganze ein wenig zu lenken, wenn man das will. Aber andererseits wird das wohl die nächsten Jahre immer so sein, dass die kleine Chefin auch mal Kinder anschleppt, die so gar nicht euer Fall sind. Und ich weiss aus eigener Erfahrung: solchen Kontakt dann zu verhindern oder gar zu verbieten, geht grauenhaft schief, meine Eltern haben das gerne versucht, mit sehr gegenteiligem Effekt.

    Wenn die Nachbarstochter bei euch ist, dann habt ihr doch auch vielleicht das ganze ein wenig in der Hand, oder? Euer Haus, eure Regeln. Hast Du ja offensichtlich auch schon so gemacht. Gut, das ist sicher anstrengender als andere Spielkameraden, aber dafür muss man nicht mühsam irgendwas verhindern, was bei Nachbarn wahrscheinlich eh nicht geht. Und wenn sie ein paar mal da ist, lernt die Kleine vielleicht bei euch sogar noch was zu diesen Themen… 😉 sieh’s als gute Tat ,-)

    • Wir hoffen, dass nun auch noch etwas der Reiz des Neuen dabei ist und es dann etwas ruhiger wird. Vor allem, wenn die kleine Chefin dann wieder im Kindergarten ist und dort auch wieder andere Verabredungen trifft. Mal sehen. Verbieten ist definitiv kein Weg, genau wie du schon schreibst.

  5. Weiß jetzt nicht wie das altersmäßig ist – aber mit dem Kind klären: gegessen, getrunken, Süsses usw NUR wenn gefragt wurde und ihr ja sagt (gilt ja wahrscheinlich für eure auch), also quasi sagen: hier gelten unsere Regeln und wir wollen auch dass das akzeptiert wird.

    Weiß nur dass wir mal ein Tageskind hatten (als ich noch Kind war) – wo das ähnlich war, und da hat meine Mutter dann einfach gesagt: hier gelten diese Regeln und nur wer sich daran hält kann hier spielen (das war aber eher generell so) – und das hat auch funktioniert (dieses Kind war aber schon sieben – deshalb weiß ich nicht ob das bei euch so praktikabel ist). Wenn einfach was genommen oder so wurde das auch angesprochen („bei uns machen wir das anders/so und wer hier zu Besuch ist muss sich auch an unsere Regeln halten“).

    Vielleicht reicht sowas ja schon (Kinder akzeptieren Regeln eigentlich erstaunlich schnell bei anderen).

    • Hallo und danke für die Gedanken. Letztlich hast du Recht, nur das Nutellabeispiel lief zum Beispiel klammheimlich ab mit Vertuschungsversuch … Altersmäßig ist das hier wohl noch etwas schwierig, aber grudnsätzlcih gilt schon „Unser Haus, unsere Regeln“. Wir müssen nun erst einmal entscheiden, wie eng wir den Kontakt überhaupt wollen. Mal sehen. Wir werde uns da noch ein paar gedanken machen und dann weitersehen.
      Noch hält sich unsere ganz gut und läßt sich nicht all zu sehr mitreißen.

    • So würde ich es glaub ich auch machen, denn ich kenne es aus meinem Elternhaus genauso wie ilana es beschrieben hat. Auch mit fast genau den selben Regeln.
      Ich glaube kaum daß ihr den Kontakt so wirklich unterbinden könnt wenn die beiden sich nett finden und sich dann auch noch ständig über den Weg laufen, aber ihr könnt Dinge vor der Nachbarstochter als auch vor eurer Kleinen ganz knallhart klarstellen. (Für die NT klare Regel á la unser Haus, unsere Regeln und für eure Kleine was á la laß dir nichts wegnehmen, in deinem zu Hause/mit deinen Spielsachen bestimmst du was damit gemacht wird usw.)
      In Kindergärten klappt das ja oft auch ganz prima mit so einigen Banausen daß die Kinder schnell lernen daß da andere Regeln herrschen als zu Hause.
      Ich glaube es so zu versuchen und einen Umgang damit zu finden ist irgendwie besser als es wegdrücken zu wollen. Sehr es doch einfach als Übung auch für euch, schließlich werden sicher noch einige doofe Freunde kommen.

  6. Als ich klein war, hatte ich auch so eine Spielfreundin. Sie war nicht direkte Nachbarin, aber wohnte ganz in der Nähe…und sie hat beim Spielen ab und zu was mitgehen lassen. Meine Eltern fanden das natürlich absolut nicht prickelnd, wollten aber auch nicht verbieten, dass ich mit ihr spiele. So haben sie immer versucht, wenn sie zu Besuch war, uns nicht unbedingt im Zimmer mit den Barbies spielen zu lassen (da 1000 Möglichkeiten von Sachen, die mal „verschwinden“ könnten), sondern dann z.B. immer Sachen vorgeschlagen bei denen sie auch ein Auge auf uns werfen konnten, wie z.B. Puzzeln, Verkleiden, Malen, usw. Erst viel später habe ich dann selber mitbekommen, dass sie klaut und habe dann selbst immer weniger mit ihr spielen wollen…hoffe wir also, dass die kleine Chefin das Verhalten der Nachbarstochter bald auch nicht mehr so schön findet…und euch wünsche ich mal viel Geduld, denn es werden noch viele, viele „blöde“ Freunde kommen…;-)

  7. ’nur das Nutellabeispiel lief zum Beispiel klammheimlich ab mit Vertuschungsversuch“
    erm…das hört sich dann wiederum so an,als wisse sie ganz genau ,das das was sie grade tat nicht wirklich in Ordung war.
    Ich meine ,sonst würde sie es nicht auch noch zu vertuschen versuchen….
    Meine Tochter wäre dann eh angekommen udn hätte gepetzt,was ich auch nicht unbedingt immer so toll finde ,anderseits aber Gefahr vorbeugt.

    • Eben. Also das Schwindeln geht hier ja nun auch so langsam los, aber wir versuchen da eben auch gegenzusteuern. Aber wohl nicht alle …

      🙂 Das Petzen gibt es hier auch noch. Sind da auch so hin und her gerissen. Einerseits soll man ja nicht petzen, andererseits ist es für Eltern ja aber auch soooo praktisch 😉

  8. Pingback: Das Grauen « Wer ist der Chef?

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