Herr Trotz

Kennen Sie Herrn Trotz? Der kommt nun ab und an bei uns vorbei und ich sag ihnen: der ist schlimmer als die Nachbarstochter. Klar, es ist eine Phase und ja, wir kommen bei der kleinen Chefin noch vergleichsweise glimpflich davon, wenn man so von anderen hört oder liest, aber dennoch.

Das erste Mal, dass der Herr Trotz so richtig auftauchte, war der Auslöser, dass die kleine Chefin einen Eimer Wasser im Sandkasten ausleerte und ihr danach einfiel, dass sie keinen nassen Sand möchte. Blöd, denn eine Steckdose für den Fön hat der Sandkasten nicht, also war unglaubliches austicken seitens der kleinen Chefin. 30 Minuten Tobsucht, Schreien, Weinen … Luka ist nicht da (der ist nämlich noch im Bett und der kleine Chef macht gerade Mittagsschlaf) und dabei hatte sie mit ihm doch die Sandburg gebaut. Also den Sandhaufen auf dem Tisch im Sandkasten, den sie eben im Zorn vom selbigen gefegt hat. Und außerdem ist der Sand naß und müde ist sie auch nicht. Bloß nicht. Bloß nicht das Wort „Müde“ oder „Mittagsschlaf“ erwähnen. Das treibt die kleine Chefin dann nämlich noch tiefer in die Sinnkrise.

Wenn der kleine Chef nicht zufällig nach guten 30 Minuten Kreischen und Schreien aufgewacht wäre, die kleine Chefin würde heute noch im Sandkasten toben.

Das zweite Mal heute, nachdem sie den ganzen Tag immer wieder mal eher schlecht als recht hörte (sie war einfach zu müde), stand heute Abend dennoch ein Spieleupgrade zur Auswahl. Normalerweise spielen wir noch eine Runde „Uno“ vorm zu Bett gehen. Heute boten wir ihr an, „Rabe Socke“ zu spielen (dauert etwas länger), wenn sie verspräche, sich ordentlich bettfertig zu machen und brav mitzumachen. Sie versprach das hoch un heilig und sagte sogar, was zum ordentlich bettfertig machen dazu gehören würde, nämlich umziehen und vernünftig Zähne putzen zu lassen. Klappte aber nicht. Also wurde dann „Rabe Socke“ gestrichen …

Lange Rede kurzer Sinn: Nach 10 Minuten war sie bereit, sich zu beruhigen und somit zumindest die Runde Uno nicht auch noch zu gefährden. Eventuell half auch der Hinweis, dass morgen die Müllabfuhr kommt, als sie den Rabe Socke hervorkramen wollte, auch etwas weiter …

Unsere Herzen bluteten zwar, aber wir wissen, dass es richtig und wichtig war, heute an diesem Punkt nicht nachzugeben. Zumindest auf lange Sicht gesehen.

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5 Gedanken zu “Herr Trotz

  1. EsistnureinePhase und, ihr schafft das! 🙂

    Und wisst ihr was bei dem Ganzen das wichtigste ist, die kleine Chefin weiß genau dass ihr sie liebt.

  2. manchmal gehts ja direkt in die Pubertät über…
    Den Eindruck hab ich manchmal…

    Solidarische Grüße! Das schlimmst haben wir mit 6 1/2 wohl hinter, aber es kommen immer noch heftige Einbrüche! Naja, noch knappe 6 Jahre bis zur Pubertät des Söhnleins und noch gute 3 bis zu den ersten (?) Anfällen des Kerlchens ;O)

  3. Ohja… diese Phase… grausam. Für Eltern und Kind.

    Aber in dem Moment, wo sie ihre neuen Grenzen mit Euch ausgefochten hat und weiß wo es lang geht, in dem Moment wird es ihr schlagartig besser gehen und damit auch Euch. Ich drücke die Daumen, dass das nicht so lang dauert 😉

  4. Ich kann das mit dem Herzbluten ziemlich gut nachvollziehen… So geht es mir auch manchmal, wenn ich dann die strenge Mutter sein muss, die ich eigentlich nie sein wollte. Aber manchmal geht es einfach nicht anders, wenn man nicht will, dass einem „die Kinder irgendwann auf der Nase rumtanzen“ *gg* Ist halt so! Zum Glück sind Kinder da nicht so nachtragend.. und zeigen einem dann ganz unerwartet, dass sie aus solchen Situationen dann tatsächlich auch noch was gelernt haben….
    Da darf man sich dann in Gedanken auch mal auf die Schulter klopfen 😉

  5. Oh Gott, ja, das kenne ich. (Wer nicht?)
    Ich bin manchmal erstaunt, wie ausdauernd meine Große beim Trotzen sein kann, und dann wiederum aber auch darüber, wie schnell sie aus Situationen, in denen ich konsequent bleibe (auch wenn mir das Herz blutet), lernt und wie stolz sie dann ist, wenn es beim nächsten Mal besser klappt und keinen Knatsch gibt!

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