Erziehungsberater: Wenn die Kleinen flügge werden

Wenn die Kinder die ersten Schritte machen, dann ist die Freude bei den Eltern verständlicherweise erst einmal groß. Das ändert sich aber meist nach kurzer Zeit, sobald festgestellt wird, dass die bisherigen Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr ausreichen. Sind diese erst einmal wieder auf den neuesten Stand gebracht wird es Zeit, dem Nachwuchs den richtigen Umgang mit der neu gewonnen Freiheit beizubringen.

Möbel
Wenn die Kleinen es das erste Mal alleine auf die Couch geschafft haben, sind erst einmal beide Seiten sichtlich stolz. Vergessen Sie nun aber nicht, dass die Kleinen auch wieder runter kommen wollen. Sicherlich können Sie jedes Mal Ihr Kind herunterheben, aber das ist für beide Seiten unbefriedigend. Also zeigen Sie aktiv, wie der sichere Weg von der Couch herunter funktioniert. Sobald es auf den Rand der Couch zukrabbelt heben Sie kurz den Zeigefinger, sagen „Halt!“ und fügen hinzu „Rückwärts!“
Dann drehen Sie das Kleine an der Hüfte herum, so dass es mit dem Po Richtung Abgrund zeigt und geben eine kleine Hilfestellung beim rückwärts herunter krabbeln. Wichtig ist nun, Ihr Kind ausgiebig zu loben und auch zu klatschen. Sofort werden Sie große Begeisterung in den Augen Ihres Kindes entdecken.

ACHTUNG: Mädchen sind begeistert, weil sie anfangen zu verstehen, wie sie sich selbst heil aus dieser Lage befreien können. Jungs sind lediglich deswegen begeistert, weil Sie so toll applaudieren. Sie kapieren erst was Sie wollen, wenn sie mindestens zwei Mal vorwärts von der Couch spaziert und unsanft auf dem Teppich gelandet sind.

DVD-Player, Steckdose & Co.
Ihr Kind wird nun immer mehr auf Entdeckungsreise gehen und dabei auch Dinge ausprobieren wollen, an denen es sich nicht ausprobieren sollte. Steckdosen sind natürlich aus gesundheitlichen Gründen für Ihr Kind Tabu, empfindliche Elektrogeräte wie DVD-Player und Notebooks vor allem aus Kostengründen. Machen Sie sich vorher Gedanken, welche Dinge Ihr Kind wirklich nicht darf und bei welchen Sie einmal ein Auge zudrücken können. Wenn Ihr Kind nun mit eben diesen Dingen spielen will, dann unterbrechen Sie es mit einem konsequenten, bestimmten und etwas lauteren „Nein!“ Ihr Kind wird zwar noch ien paar Mal ausprobieren, wie wichtig Ihnen dieses Nein ist, aber wenn Sie konsequent dabei bleiben und Ihr Kind im Zweifel auch 2 oder 3 Mal ein Stück von dem Gerät wegtragen und dabei erneut „Nein!“ sagen, wird es verstehen, dass Ihr Nein in diesem Fall absolut und unverhandelbar ist.

ACHTUNG: Ihre Tochter wird dieses absoute Nein verstehen und akzeptieren. Sie wird sich dann eben Alternativen suchen. Ihr Sohn wird dieses absolute Nein ebenfalls verstehen. Allerdings wird er nun versuchen herauszufinden, warum Ihnen das so wichtig ist und dementsprechend überhaupt nicht mehr davon abzuhalten sein, Steckdosen, Notebook und DVD-Player zu erkunden. Arbeiten Sie hier lieber mit umgekehrter Psychologie.

Weitere Kapitel:
Erziehungsberater: Jeder kann Kinder erziehen
Erziehungsberater: Diskutieren mit Kindern
Erziehungsberater: Konsequent bleiben

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6 Gedanken zu “Erziehungsberater: Wenn die Kleinen flügge werden

  1. 🙂 Herzlichen Dank. Die Tochter/Sohn-Erklärungen unterschreibe ich eindeutig! Unser Zwillingspärchen lebt es genau so! Echt.

  2. Und wie ist der Unterschied bei Mama und Papa?

    Mama: Wiederholt getreu der Vorgabe immer wieder das „Nein“ und achtet auf die Einhaltung des Verbotes.

    Papa: Versucht es zweimal mit „Nein“, was bei der Tochter funktioniert. Beim Sohnemann gibt er nach dem zweiten Mal auf und fängt an, mit dem Sohn zusammen die Gegenstände als Spielzeug zu verwenden.

    Kommt das hin?

  3. Hier klappt nichtmal umgekehrte Psychologie. Das Blag WEISS einfach, was einem wichtig und teuer bzw. potenziell fuer es selber gefaehrlich ist und will GENAU DA ran und an nix anderes.
    Junx halt. Machste nix dran. Kannste nur hoffen, sie einigermassen kollateralschaedenfrei durchzubringen, bis sie 18 sind…

  4. Aussen Tochter, innen Sohn… *stöhn*

    Und nicht nur was Stecker angeht. Kleine Elektrikerin.

  5. Dem Sohn reichen zwei Abstürze nicht. Wirklich nicht. *seufz*

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