Jedes Kind kann schlafen lernen

Nein, es geht jetzt nicht um das Buch. Also nicht die Steilvorlage für wilde Diskussionen hier, zumindest nicht auf Basis des Buches. Aber es geht um das Schlafen des kleinen Chefs.

Wir können uns ja grundsätzlich nicht wirklich über unsere Kinder beklagen, wenn es ums Schlafen und Einschlafen geht. Da gibt es ganz andere Kandidaten. Aber das ändert ja nichts daran, dass einen dann dennoch die Dinge, die trotzdem nicht funktionieren, auch nerven und man diese irgendwie „abstellen“ möchte. So schlafen beide Kinder wirklich im Normalfall super und ohne Probleme ein. Heißt, der kleine Chef wird fertig gemacht und hingelegt und entweder schläft er ein, oder er wartet ruhig bis die kleine Chefin auch im Zimmer ist und schläft dann ein.

Die kleine Chefin legen wir hin und sie schläft friedlich ein. Bis heute ist sie noch nicht ein einzigen Mal wieder aufgestanden und zu uns gekommen. Sie ist immer einfach im Bett geblieben und eingeschlafen. Und wenn sie noch nciht einschlafen konnte, dann hat sie halt mit ihren Kuscheltieren gequatscht und gesungen und schlief dann irgendwann ein.

Also wie gesagt, wir wissen, dass wir eigentlich nicht meckern dürfen. Aber dennoch nervt es uns, wenn der kleine Chef nachts zweimal kommt und so lange schreit, bis er etwas Milch bekommt. Genervt sind wir daher, weil es bei ihm dann kein Hunger ist, sondern Gewohnheit. Wir reduzieren daher auch die Milch immer mehr, ganz langsam, damit er sich die abgewöhnt.

Beim Einschlafen klappt es, wie erwähnt, meistens komplett gut. Aber es gibt Tage, da klappt es nicht so richtig. In seinem Bett liegen drei Schnuller. Wenn er einen verliert findet er so recht schnell einen neuen und kann sich den selbst nehmen und weiterschlafen. Das hat schon bei der kleinen Chefin gut funktioniert. Wenn er allerdings vor dem Einschlafen alle Schnuller aus dem Bett wirft und dann meckert, weil er keinen Schnuller zum Einschlafen hat, dann nervt es eben schon etwas. Und wenn man ihm dann noch einmal alle Schnuller gibt, aber direkt nach Verlassen des Zimmers drinnen die Schnuller fliegen hört, dann auch. Dann neigt man schon einmal dazu, ihm die Schnuller nicht noch einmal zu geben (tut es aber natürlich dennoch).

Aber was wirklich schwierig ist, ist sein Dickkopf. Wenn er mal nicht schlafen will und die Schnuller wirft und dann anfängt zu weinen, dann sind wir grundsätzlich gerne dazu bereit, ihn noch einmal zu beruhigen und in den Arm zu nehmen. Problem ist, dass er sich dann aber nicht beruhigt, sondern im Gegenteil sich immer weiter reinsteigert. So arg, dass er sich dann stundenlang nicht mehr beruhigen lässt. Das führte neulich dann einmal dazu, dass an einem Abend, als die elterlichen Nerven ohnehin schon etwas angespannt waren und der kleine Chef keine Lust zum Schlafen hatte, nur ein Versuch unternommen wurde, ihn zu beruhigen. Natürlich vollkommen erfolglos. Beim zweiten Besuch im Kinderschlafzimmer war keine Kraft für weitere Beruhigunsversuche da. Stattdessen meckerten wir ihn an. Schließlich habe er gegessen, brauche nicht schon vorm Einschlafen eine Milch und Schnuller habe er auch und man habe weder Kraft noch Lust, sich hier nun rumzuärgern.

Was soll ich sagen? Es war Ruhe. Große Kinderaugen schauten einen an und dann wurde sich rumgedreht und geschlafen. Problemlos. Einzelfall? Mitnichten. Heute auch wieder. Erst lässt er sich hinlegen und ist ruhig. Irgendwann wird er unruhig (schon bevor die kleine Chefin im Zimmer ist) und fängt an zu jammern. Also Mama rein, kurzer Beruhigunsversuch, gleichzeitig geht die kleine Chefin ins Zimmer. Er beruhigt sich, kleine Chefin ist am einschlafen und die Eltern verlassen das Zimmer. 3 Minuten später Schreien und Weinen, aber keine elterlichen Nerven, die das noch aushalten würden. Also rein, meckernd wieder die Schnuller ins Bett, die alle wieder draußen lagen und es war Ruhe. Nicht falsch verstehen. Wir schimpfen da nicht lautstark. Es ist eher so ein vor sich hin meckern. Aber er gibt dann Ruhe. Nicht aus Verzweiflung. Er schaut einen dann weder ängstlich, noch zweifelnd noch traurig oder wütend an. Er gibt einfach Ruhe.

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2 Gedanken zu “Jedes Kind kann schlafen lernen

  1. *lacht* Das ist ja wirklich jammern auf hohem Niveau bei euch. 😉 Ich kann euch ein Lied von Extremschlafproblemen singen. Über 4 Jahre haben wir das mitgemacht und auch wir haben oft genug gemeckert, geschimpft, mitgeheult usw.. Nichts half! Jesper Juuls würde eure Methode als Grenzen setzen definieren. Eigene Grenzen ausloten, überlegen was wichtig ist und durchsetzen. Klappt aber natürlich in Schlafensangelegenheiten nur mit Kindern ohne Verlassensängste. Und ob es ein dauerhaft erfolgsversprechendes Mittel ist, müsst ihr abwarten. Aber ehrlich, wenn ihr euch gut dabei fühlt und der Kleine ohne Angst dann einschläft, ist es für mich ein Zeichen, dass er eure Grenzen akzeptiert, weil ihr sie deutlich genug macht. Und er kann sie akzeptieren, weil er ja anscheinend keine Ängste hat, die ihn um den Schlaf bringen. Mir zeigt sowas immer wieder, dass es kein pauschales Mittel gibt. Jedes Kind ist anders. Und ja jedes Kind kann Schlafen lernen, auch unseres hat irgendwann die Kurve bekommen, so ganz ohne drastische Maßnahmen. Aber es waren harte Jahre für uns, heute weiss ich gar nicht mehr, wie wir das überhaupt überlebt haben und jammern schon, wenn das Zauselkind z.B. wegen Schnupfen 1-2x wach wird und uns natürlich dann auch wach macht. Jammern auf hohem Niveau halt. 😉 LG Frau Zausel

    • Hallo Frau Zausel.
      Ja du hast Recht, wir jammern in dieser Beziehung wirklich auf sehr hohem Niveau, aber das ist uns auch absolut bewusst. Aber irgendwie liegt es in der Natur des Menschen. Man ist zwar betroffen wenn man von anderen hört, bei denen irgendetwas schlechter läuft als bei einem selbst, aber das ändert nichts daran, dass man mit der eigenen Situation dennoch nicht vollkommen zufrieden ist.
      Du hast auch Recht, dass unsere Kinder beim Schlafengehen keinerlei Verlustängste haben. Sonst hätten wir wohl auch nie so reagiert, obwohl diese Reaktion ohnehin auch nur deshalb entstand, weil nach dem entsprechendem Tagesverlauf auch bei den Eltern die Nerven blank lagen. Aber im Nachhinein war es wohl auch irgendwie gut so, denn er hat dadurch fiel schneller in einen ruhigen Schlaf gefunden, als er es beim in den Arm nehmen und trösten wollen jemals geklappt hatte. Trotzdem ist natürlich das schlechte Gewissen da, dass man irgendwie nicht richtig reagiert hat und dem Kind nicht gerecht geworden ist. Aber auch das schiebt man dann zur Seite.
      Und du hast noch mal Recht: es gibt wirklich kein pauschales Mittel, welches bei allen Kindern funktioniert. Ich denke, man kann sich Ideen und Anregungen suchen und muss dann den Weg finden, der bei einem selbst mit dem Kind funktioniert.

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