Pech und Schwefel

Die kleine Chefin und der kleine Chef. Zwei komplett unterschiedliche Charaktere und Typen. Wenn sie sich nicht so unglaublich ähnlich sehen würden man würde nicht glauben, dass sie Geschwister sind. Es sei denn man sieht, wie sie miteinander umgehen. Da wird einem klar, das können nur Geschwister sein. Ab und an zanken sie natürlich. Wie es eben echte Geschwister tun. Dann gönnt einer dem anderen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Aber die meiste Zeit ist es wirklich unglaublich, wie wichtig sie einander sind. Einer kann nicht wirklich ohne den anderen.

Ich könnte jetzt erzählen, wie oft sie miteinander kuscheln, wie sie sich drücken und herzem und lachen und toben und irrwitzige Dinge machen. Aber das sind alles letztlich Dinge, die alle Geschwister irgendwie miteinander machen. Aber dann gibt es auch noch diese Momente, wo man weiß, die beiden sind füreinander da, egal was da kommt. Da ist Blut dicker als jedes Wasser und niemand wird die beiden auseinander bringen.

Wenn beide am Wochenende gleichzeitig wach werden und wir schon ebenfalls wach im Bett liegen und die beiden tuscheln hören.
„Schau mal, kleiner Chef, da ist schon hell. Sollen wir aufstehen?“
„Ja.“
Und die kleine Chefin hebt den kleinen Chef aus seinem Gitterbett, dem er alleine noch nicht entrinnen kann. Sie lässt ihn nicht zurück, sondern sie zieht und zerrt ihn da raus, damit er mit kann. Und er lässt es mit sich machen weil er weiß, dass seine Schwester ihn da rauszerrt, damit er mitkommen kann. Und dann stehen sie plötzlich morgens Händchen haltend in unserem Schlafzimmer und strahlen uns an.

Oder beim Kinderturnen. Die kleine Chefin und der kleine Chef haben gleichzeitig Kinderturnen, wenn auch in unterschiedlichen Gruppen. Wenn dann vor oder nach dem Turnen ein anderes Kind meint, dem kleinen Chef sagen zu können, was er darf oder noch schlimmer was nicht, dann, ja dann sollten Sie mal sehen, wie schnell die kleine neben dem kleinen Chef steht und den anderen zurecht weist. Schließlich darf der kleine Chef das, egal was der Eindringling gerade verboten hat. Und überhaupt, wenn er das nicht dürfe, dann würde sie ihm das schon sagen, dafür brauche sie keinen anderen. Unglaublich, wie sie ihn da in Schutz nimmt.

Eines weiß ich sicher, wenn die beiden später mal streiten sollten, dann sollte niemand in irgendeiner Art und Weise Partei für einen ergreifen. Mit Sicherheit wären sich beide sofort einig und würden gemeinsam auf denjenigen verbal losgehen der wagte, sich für eine Seite und somit gegen eine andere Seite zu entscheiden.

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9 Gedanken zu “Pech und Schwefel

  1. So schön. 🙂 Da geht einem das Herz auf- ich hoffe, die beiden bleiben immer so, wie Pech und Schwefel.

  2. Schön …
    saskia hÄtte auch gerne ein Geschwisterchen gehabt..Sie lag(liegt) mir damit von Anfang an in den Ohren und als sie ganz klein war,hat sie einfach einen Bruder in der Wand erfunden….

  3. Achja, ich hoffe bei uns wird das mal genau SO! 🙂

    • Das bekommt ihr schon hin. Glaube, dass das zum einen sicher eine Typfrage ist, aber auch an den Eltern liegt. Und ihr macht soviel einfach so normal, dass es bei euch auch klappen wird.

      Eine Sache, von der ich überzeugt bin, dass sie geholfen hat war, dass wir bei Spreadshirt ein T-Shirt gemacht haben mit „Große Schwester“ vorne drauf. Das hat der kleine Chef der kleinen Chefin noch im Krankenhaus geschenkt. Die ersten 4 Wochen wollte sie es nicht anziehen, danach hat sie es geliebt.

      Und danach heißt es oft „Augen zu und durch“. Auch wenn die Großen etwas rabiater mit den Kleinen umgehen, die gehen nicht so schnell kaputt …

  4. hach ja das kommt mir so bekannt vor…

  5. Total schön oder? Ich hoffe, das kann mein kleiner Mann auch mal erleben.. ich habe gerade neulich auf dem Spielplatz ganz schlimme Geschwisterbeziehungen gesehen….

    • Bei manchen ist es echt schlimm. Deswegen sind wir auch so froh. Hoffentlich bleibt es so. Mir geht wirklich das Herz auf, wenn ich die beiden zusammen sehe … (auch wenn ich sie manchmal kopfüber an die Wand nageln könnte)

  6. Da weiss man, dass man es doch richtig gemacht, wenn man 2 Kinder in die Welt gesetzt hat. (auch wenn es nicht immer einfach ist) Freunde können oft kommen und gehen, aber Geschwister begleiten einen das ganze Leben und sind im Idealfall immer für einander da. Diese Liebe und Fürsorge bleibt.

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