Erziehungsberater: Wie Ihr Kind vernünftig isst

Die liebende Hausfrau und Mutter (wahlweise auch Hausmann und Vater) bereitet gut gelaunt und fröhlich vor sich hin summend ein köstliches Essen vor. Die Kinder spielen friedlich nebenan oder helfen sogar beim Schneiden des Gemüses und decken den Tisch. Anschließend kommt der Vater (oder die Mutter) nach Hause und die Familie sitzt srahlend gemeinsam am Esstisch und freut sich über das vorzügliche Essen, welches die Mutter (oder der Vater) da hingezaubert hat. Alle machen sich strahlend über das Mahl her und dabei tauscht man sich fröhlich über die Ereignisse des Tages aus.

So oder so ähnlich sieht der Ablauf eines normalen Nachmittags und Abends in jeder Familie aus. Das denken zumindest diejenigen, die noch keine Kinder haben.

Diejenigen, die Kinder haben, die wissen natürlich, dass das komplett anders abläuft. Da steht man stundenlang in der Küche. Tut und macht. Schnibbelt und kocht. Brutzelt und brät. Versucht nebenher die Kinder davon abzuhalten, sich gegenseitig umzubringen oder Verletzungen zuzufügen, die einen selbst in den Verdacht bringen könnten, man misshandele den eigenen Nachwuchs. Zwischendrin fährt man sein Kind an, es solle doch verdammt noch einmal die heiße Pfanne mit dem Bratfett stehen lassen. Später deckt man den Tisch und freut sich, wenn keines der Kinder beim „helfen“ Teller oder Gläser zerschmissen hat.

Wenn dann endlich alle am Tisch sitzen kehrt natürlich mitnichten Ruhe ein. „Ich mag die Karotten nicht!“ sagt da das Kind, welches noch am Tag davor mit Wonne ein halbes Kilo Karotten verputzt hat. „Ich mag keine Tomatensoße!“ erklärt das andere Kind, welches sonst für eben diese gestorben wäre. Und so geht das Zetern und Zaudern weiter. Mama und Papa sind genervt, weil die Kochleistung nicht entsprechend gewürdigt wird und die Kinder doch auch was Essen müssen.

Nun werden einem in diverser Literatur unterschiedliche Lösungsansätze nahe gelegt. Zum Beispiel, dass man die Nöhlereien der Kinder einfach ignorieren solle. Sie würden sich schon das nehmen, was sie brauchen. Am gedeckten Tisch sei noch kein Kind verhungert. Das ist richtig, nur entspannt ist das nicht. Versuchen Sie es doch einmal aus!

Andere legen einem das Prinzip der Nahrungsverknappung nahe. Wenn das Kind also sagt, es mag keine Karotten, dann solle man einfach sagen „Super, dann bekomme ich mehr!“ und sich die Karotten vom Teller des Kindes schnappen. Das Kind würde dann schnell die Karotten lieber wieder selber essen, dies wäre ein psychologischer Kniff. In der Regel wird das Kind aber einfach dankbar sein, die Karotten nicht essen zu müssen.

Aber mal unter uns. Es gibt eine Möglichkeit, wie Sie es schaffen können, dass Ihr Kind vernünftig isst. Und zwar fast alles, was Sie ihm vorsetzen. Das Essen wird um ein vielfaches entspannter und alle stehen anschließend satt und zufrieden vom Tisch auf. Ertränken Sie einfach alles was Sie kochen und dem Kindelein vorsetzen in Ketchup.

 

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14 Gedanken zu “Erziehungsberater: Wie Ihr Kind vernünftig isst

  1. Das geht auch bei Erwachsenen noch. Mein Freund würde wahrscheinlich sogar im Sternerestaurant noch nach der Ketchupflasche fragen. Und mein gutes Essen, immer dieses olle Zeug drauf.

    Aber ich weiß noch genau, wie mäkelig ich als Kind war. Meine Mutter hat das dann auch einfach ignoriert. Ich hoffe, ich kann das später adaptieren.

  2. Schön wär’s. „Mama, ich mag aber keinen Ketchup!!!“.

  3. Das Essen mag iss niss…… jeden Tag….Egal, verhungert ist nocch keiner am gedeckten Tisch
    Und das Kochen wird begleitet von Kleinen, der vehement der Welt verkündet, kurz vor dem Hungertod zu stehen sobald ich anfange am Herd zu werkeln und dann auch alles isst, was wir ihm vorsetzen.

  4. Nudeln mit Ketchup ist nicht mehr, sondern Ketchup mit Nudeln….Irgendwas wird dann doch gegessen, und seis das Schnitzel oder die Nudeln pur…..

  5. Wie wahr…
    Oder man erzählt den Kindern irgendeinen Blödsinn wie: „Das sind Ketchuppflanzen, keine Tomaten.“ oder „Das sind PRINZESSINENbohnen. Extra für kleine Mädchen.“ Klappt nicht immer, aber manchmal.
    Wenn nicht, kommt halt wieder Ketchup drauf.

  6. Bei unserem ersten Kind haben wir wirklich alles, aber auch alles versucht um das Essen ins Kind zu bekommen. Ich war verzweifelt, rannte von Arzt zu Arzt, kaufte spezielle Nahrung etc. Ja ich war sehr blöd *an die Stirn tipp*
    Heute wird er Bald 16 und isst ALLES, fast alles.

    Das zweite Kindelein verschlang in Baby- und Kleinkindjahren ALLES, fast alles und wir waren glücklich. Heute fast 9 Jahre alt, mäkelt und popelt er an allem rum, und wir sind des Meckerns schon leid, heißt, entweder du isst mit oder du kannst gehen,das wiederum heisst, wir müssen dein Generve nicht ertragen, Folge daraus, er isst dann doch, wenn auch mit rollenden Augen wie eine Kuh wenns blitzt, egal :o) Hauptsache Nahrung ist im Kind und wir nicht sooo gestresst.

    Kindelein 3 isst noch alles, wird Bald 2 und unsere Hoffnung liegt darin, dass er weder wie Bruder ganz groß noch Bruder groß seinen Nahrungsweg gehen wird.
    Von unserer Seite, jedenfalls, sprüht es nur so von Gelassenheit. Es ist noch kein Kind am vollen Tisch verhungert, sagte einst meine Mutter, und sie hat sooooo recht ;o)

  7. Kenn da auch noch so einen Trick.

    Meine kleine Schwester mochte früher keinen Reis. Bis meine Mutter ihr erklärt hat das es sich doch nur um „kleine Nudeln“ handeln würde. Danach hat sie ihn mit Vorliebe gegessen.

  8. Geschichten, die das Leben schreibt *lächelndzustimm* – wenn Junior partout nichts essen wollte – Nudeln mit „Sepsap“ gehen immer…

  9. Von diesem „okay, dann hab ich eben mehr“-Tip habe ich auch gelesen, hatte den Junior vor Augen und dachte so bei mir: „Fressneid? Naja, wohl eher Erleichterung, dass das Gemüse/die Kartoffeln… vom Teller sind!“

    Wir sind inzwischen auch gänzlich weg von der Extrawurst für den Junior. Wenn er nichts essen möchte, muss er bis zum Abendbrot warten. Allerhöchstens gibt’s ne Abwandlung des Angebotenen, zB den vielgepriesenen Ketchup zu den Nudeln statt der Tomatensosse. Der Purzel isst *toitoitoi* noch alles, was man ihm anbietet (gut, bis auf Brot, aber das biete ich zZt halt nicht an), solange er eine Gabel dazu bekommt 🙂

    Sehr schön geschrieben und sooooo wahr!

  10. In jedem einzelnen Punkt: AMEN !!

    =)

  11. Ich konnte bei uns abends beobachten dass, wenn ich mit unserer Kleinen mal alleine war und wir ausnnahmsweise beim Brot fernsehen geschaut haben, sie ißt, was ich ihr vorsetze. Sonst spielt sie oft eher mit dem Essen.

    • Meine KInder würden beim Fernsehen statt Popcorn Füllmaterial aus Styropor in sich reinstopfen oder verhungern, weil sie vor lauter auf die Mattscheibe starren das Essen vergessen.

  12. Wiederkehrender Dialog in unserer Küche:
    „Was möchtest Du essen?“
    „Ketchup mit irgendwas drunter.“

  13. Was den Kindern das Ketchup, ist den Älteren der Senf.
    Und den Engländern die Minzsauce… *grusel*

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