Die kleine Motzkuh

Kennt hier jemand das Buch von der kleinen Motzkuh? Ein wirklich nettes Buch in dem es darum geht, dass die Oma mit der neuen Lesebrille plötzlich die kleine Motzkuh sehen kann. Immer dann, wenn ihr Enkel oder ihre Enkelin anfangen zu motzen und zu zetern, dann sieht sie irgendwo an ihnen die kleine Motzkuh. Wenn sie die dann schnappt und wegschnippt, dann ist sofort wieder alles gut. Am Ende des Buches wird auch noch darüber aufgeklärt, dass es außerdem noch das kleine Mecker-Schaf gibt, den Brüll-Löwe und noch ein paar andere ähnliche Gesellen.

Auf jeden Fall wäre ich froh, wenn wir die Lesebrille der Oma haben dürften. Heute Vormittag hätten wir die nämlich sehr gut gebrauchen können. Die kleine Motzkuh war nämlich beim kleinen Chef zu Besuch. Für lockere 3 Stunden. Wie genau es anfing, weiß ich gar nicht mehr. Auf jeden Fall steigerte er sich da unglaublich rein. Morgens stand er auf und wir konnten liegen bleiben, da ja Dida und Doda zu Besuch waren und wir somit tatsächlich bis 9 Uhr schlafen konnten. Dann kam der kleine Chef hochgestiefelt. Bis dahin noch gut gelaunt. Aber es bahnte sich langsam schon ein gewisses Bocken an. Er sollte das große Licht nicht anmachen, da es schon hell genug war. Aber er begann zu diksutieren. Papa, darf ich? – Nein! – Mama, darf ich? – Nein! – Papa, darf ich? …

Beim Anziehen und Zähneputzen ging es weiter. Ich will nicht – will doch – will nicht – will doch. Beim Zähneputzen, beim Eincremen bei allem. Außerdem wollte er in die Wanne. Das stand aber erst für heute Abend auf dem Programm. Vor dem Frühstück sollte es erst einmal zum Bäcker gehen. Aber er wollte nicht mit. Doch, wollte mit. Nein. Doch. Nein. Doch. Doch. Also Schuhe an. Aber nicht die, sondern die anderen. Nein die. Nein jene. Doch die. Doch jene. Die nicht. Doch die. Und das ganze mittlerweile mit lautem Schreien und Weinen. Und zu beruhigen war er nicht. Und nur die Mama soll die Schuhe anziehen. Und sie soll mit zum Bäcker. Aber zum Bäcker gingen nun einmal nur Doda, Papa und kleine Chefin. Will er überhaupt mit? Nein. Doch. Nein. Doch. Nein. Nein. Nein. Also nicht.

Durchgeschrien und geweint, bis wir vom Bäcker zurück waren. Er hätte doch mit gewollt. Und während des kompletten Frühstücks wurde weitergetobt und geschrien und gebrüllt und geweint. Es half nichts. Verständnis. Kuscheln. Schimpfen. Alles mit dem selben Ergebnis. Selbst die letzten Tricks der Supernanny, stille Treppe und Co und Erfolg.

Erst nachdem die kleine Chefin nach dem Frühstück seine Hand nahm, ihn ins Wohnzimmer führte und ein Buch mit ihm ansah, beruhigte er sich wieder. Und nach 2 Minuten kamen die beiden wieder zurück und die kleine Chefin sagte: „Mama, er hat sich wieder beruhigt, gell kleiner Chef?“ und er antwortete „Ja!“ und war wieder glücklich. Anscheinend hat die kleine Chefin die kleine Motzkuh gefunden und verjagt. Unglaublich. Aber der Vormittag war lange. Verdammt lange. Zumindest gefühlt.

.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s