Die Kinder der anderen

Wie gewöhnlich waren der kleine Chef, die kleine Chefin und ich heute Morgen beim Bäcker. Mama deckt währenddessen den Frühstückstisch und kocht die Frühstückseier. So weit also nichts Neues und eher eine gewisse Routine. Heute war die Wartezeit beim Bäcker außergewöhnlich lang. Pfingstmontag hat nun einmal nicht jeder Bäcker offen und somit sammeln sich dann fast alle bei den wenigen Bäckern die offen haben.

Also anstellen in der Reihe, diesmal draußen vorm Bäcker auf dem Parkplatz. Und während die Wartezeit also langsam zunimmt, nimmt ebenso die Langeweile beim kleinen Chef und der kleinen Chefin zu und die Unternehmenslust natürlich auch. Meine Strategie ist da eher die, die beiden machen zu lassen, so lange sie niemanden nerven und sich nicht in Gefahr bringen. Das bedeutet aber auch, dass ich von Minute zu Minute mehr eingreifen muss, damit die anderen Kunden nicht genervt werden. Bin da schon der Meinung, dass zu lautes Kreischen oder zu wildes Toben nicht sein muss. Und andere über den Haufen rennen schon gar nicht. Alles in allem waren die beiden heute eigentlich auch recht manierlich. Also schon anstrengend, aber alles auch irgendwo in einem ordentlichen Rahmen für Kinder. Sack Flöhe eben, der nun einmal schwer zu hüten ist.

Wir bekamen auch keinen einzigen bösen Blick. Im Gegenteil, die beiden sorgten bei einigen Kunden eher für gute Laune, weil sie zwar Unsinn machten, aber außer mir darunter eigentlich niemand zu leiden hatte. Die Dame hinter uns meinte auch nur, dass man dem kleinen Chef doch ohnehin nicht böse sein könne, bei diesem Engelslächeln. Er weiß eben, wie man jemanden um den Finger wickelt.

Aber auf einmal wurde mir etwas bewusst. In der Bäckerei waren außer dem kleinen Chef und der kleinen Chefin bestimmt noch 5 bis 7 weitere Kinder. Jedoch war ich die einzige Begleitperson, die alle Hände voll mit den eigenen Kindern zu tun hatte. Die anderen standen alle brav und ruhig in der Schlange und schauten höchstens unsere Kinder verwundert an. Und nun frage ich mich, was machen die Eltern der anderen Kinder eigentlich so in der Erziehung. Nach Erziehungstipps wollte ich dann nicht fragen, so in der Bäckerei.

Wo sind bitte die anderen Kinder, die niemanden nerven und dennoch lebhaft sind? Hier bei uns anscheinend nicht.

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3 Gedanken zu “Die Kinder der anderen

  1. Ich schätze, die werden vorab mit irgendwelchen obskuren Drogen ruhiggestellt. Anders kann ich mir das auch nicht erklären. *g*

  2. Im Zweifel hätte ich ein Exemplar hier: Die Patentochter! Sie ist etwa im gleichen Alter wie die kleine Chefin und könnte/würde in so einer Schlange auch nicht brav stehenbleiben, sondern lieber vor sich hin entdecken und alles anschauen wollen.

  3. Ich habe auch eher einen kleinen Entdecker hier, Damian hätte vermutlich die Leute in der Schlange angequatscht und ihnen irgendwas erzählt 😉

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