Das Burgfräulein und der Ritter

„Ich will auch ein Ritter sein!“ tönte es plötzlich. „Ich au Ritter!!!“ krächzte es gleich hinterher. Gerade waren Freunde vorbeigekommen, mit denen wir nach Kaltenberg zum Ritterturnier wollten. Deren Söhne steckten beide in Ritterkostümen und dementsprechend wollten unsere natürlich nachziehen. Glücklicherweise haben wir drei Kisten mit Faschingskostümen auf dem Speicher stehen und darin auch ein kleines „Kettenhemd mit Wams“. Es muss sich ja auch mal auszahlen, wenn es ältere Kinder in der Verwandschaft gibt, die durch die gleichen Entwicklunsgphasen gegangen sind, wie unsere. Allerdings befand sich darin nur ein Ritterkostum. Die kleine Chefin war aber schnell überredet, als Burgfräulein die Fahrt anzutreten. Schwert und Schild brauchten aber beide.

Wie erwartet war es ein herrlicher Tag, das Wetter spielte mit und die Kinder waren gut drauf. Als wir ankamen fand gerade der große Umzug statt, also schnell die Kinder geschultert und von ihnen erzählen lassen, was sie sehen. Wir selbst sahen nicht all zu viel, so in der fünften oder sechsten Reihe stehend. Ritter zu Fuß und hoch zu Roß, Gaukler, Burgfräuleins und Mägde, Fahnenwerfer, Stelzenläufer, Gänse und Ziegen, Ochsenwagen, Gefangene und Barbaren. Für alle war etwas dabei und oben auf unseren Schultern leuchteten 4 Kinderaugen.

Der Höhepunkt war aber natürlich später das große Ritterspiel. Ein Spektakel, welches seinesgleichen sucht. Erzählt wurde die Geschichte, wie Artus und Lancelot aus der Gefangenschaft von Mordred befreit wurden und die Herrschaft über Camelot zurückeroberten. Die Pferde preschten dabei durch die Zugänge zur Arena, also quasi mitten durch das Publikum und in der Arena gab es diverse Pferdeaktionen und zaubernde Zauberer (Merlin und sein Lehrling) und natürlich Schlachten, sogar mit echten Feuerkugeln und allerlei Getöse. Artus und Lancelot wurden an Pferden hängend aus dem Untergrund der Arena in vollem Galopp herausgeschleift und am Ende gab es noch ein echtes Lanzenstechen.

Zum Ausklang noch ein letzter Rundgang über das Gelände und die kleine Chefin durfte noch auf einem Holzpferd sitzend und von einem Knappen gezogen selbst mit der Lanze Ringe stechen.

Die Heimfahrt war sehr still. Ein Kind grinste leise die ganze Fahrt über und das andere schlummerte seelig vor sich hin. Nur unterbrochen von einem kurzen „Warum? Ritterturnier? Wo?“, als es vom Auto ins Bett getragen wurde.

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