Die Maus im Irrenhaus

So gegen halb Eins bekommt Pünktchen plötzlich einen Rappel. Sie rast (und poltert) unter dem Bett hin und her und versucht wie wild eine Wollmaus zu fangen (so nennen wir hier diese Staubflöckchen, die sich gerne unter Betten oder Ecken zusammenrotten), oder ein Päckchen Taschentücher oder etwas ähnliches. Egal was, es nervt. Vor allem, als sie dann noch anfängt, ständig an einem Kabel herumzuziehen. Also wurde ihr sehr streng ein Platzverweis angedroht, wenn sie sich nicht beruhigen würde.

Klappte ganz gut. Zumindest für 5 Minuten, dann wieder irrse rennen und zupfen am Kabel. Noch strengere Androhung eines Platzverweises und endlich gab sie Ruhe.

Der kleine Chef dagegen kam dann kurz vor Zwei und startete einen zweiten Versuch, heimlich in Mamas Bett zu rutschen. Auch dieser Angriff wurde abgewehrt. Während Mama sich kurz zu ihm legte, raschelte Pünktchen schon wieder am Kabel. Ein kurzer Fingerschnipser brachte keinen Erfolg, also energischer Griff mit geschlossenen Augen in Richtung Kabel. Der Griff ging aber ins Leere. Also doch Licht an. Pünktchen lag auf dem Bett und blinzelte schlaftrunken herüber.

Wie hat sie das so schnell geschafft? Doch während das Licht noch an und Pünktchen noch auf dem Bett war, raschelte es wieder. Fräulein Mausefängerin hatte nämlich wohl am Tage eine Maus gefangen, diese jedoch nur so weit erschreckt, bis sie in Ohnmacht fiel und sie dann ins Schlafzimmer gebracht. Und eben diese Maus raschelte nun hinter dem Bett. Die frühere Jagd unter dem Bett galt also keiner Wollmaus, sondern einer echten Maus!

Nun betätigte sich also ich mich als Kater, zog das Bett etwas vor und lies Mama die Maus mit einem Besenstiel in meine Richtung treiben. Ein beherzter Griff mit dem Küchenpapier und die Maus nachts um kurz nach 2 in den Garten entlassen …

Manchmal wohen wir schon in einem Irrenhaus.

.

Advertisements

4 Gedanken zu “Die Maus im Irrenhaus

  1. Fühlt Euch geschmeichelt, dass die Mietze Euch ein solches Geschenk nach Hause gebracht hat.

    Mein damaliger Kater Hugo hat die Mäuse auch gerne INS Bett gebracht. Bei Lebenden schon nicht toll, aber bei toten, blutigen Exemplaren eine echte Herausforderung…

    Du siehst, schlimmer geht immer. :mrgreen:

  2. Mäuse am Schwanz fassen (am besten nicht am äußersten Ende). Dann können sie weder beissen noch kratzen, für die Tiere ist das harmlos.

    • Wenn ich noch auf den Schwanz hätte zielen sollen, nachts um halb Drei mit nur 30cm Reaktionsspielraum zwischen Bett und Regal … war froh, dass ich sie überhaupt zu fassen bekam. 🙂

      Und ich war dennoch harmloser für sie, als Pünktchen 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s