Die Sorge um die Mittagsbetreuung

Gestern kam er an. Der lang ersehnte und doch gefürchtete Brief, den wir dann mit zitternden Händen öffneten. Der Brief der Gemeinde, der darüber entscheiden würde, ob wir ab September weiterhin relativ geregelt weitermachen können, oder irgendwelche Lösungen suchen müssten, um alles zu stemmen. Lösungen, die wir aktuell nicht hätten und nicht sehen würden. Der Brief in dem stehen würde, ob die kleine Chefin einen Mittagsbetreuungsplatz erhalten würde, oder nicht. Die Chance, dass sie diesen nicht erhält ist groß. Sehr groß, um genau zu sein.

Zwar leben wir in einer Gemeinde, die sich schon um die Kinder kümmert und die mit die meisten Kinderkrippen und Kindergärten pro Einwohner in ganz Bayern hat. Aber wir leben auch in einer Gemeinde, die bei der Anzahl der Kinder pro Einwohner ebenfalls ganz vorne liegt. Ergo war dieses Jahr alleine im Bereich Krippen und Kindergärten ein Defizit von ca. 180 Plätzen zu verzeichnen. Dies hat sich dann später noch einmal nach unten korrrigiert. Aber der letzte offizielle Stand sprach immer noch von etwa 130 fehlenden Plätzen.

Jaja, Rechtsanspruch … ist klar. In der Theorie schön, nur wenn nicht vorhanden, was dann? Außerdem hat man nur einen Anspruch auf einen Platz im Umkreis von 50 Kilometern. Mit Pech haben Sie also dann für Kind 1 einen Platz 50 Kilometer westlich vom Wohnohrt und für Kind 2 locker 50 Kilometer westlich vom Wohnort. Und Sie arbeiten vielleicht 50 Kilometer südlich vom Wohnort? Herzlichen Glückwunsch!

Aber gut, dieser Kelch ging ja mit Glück auch an uns vorrüber, aber der Kelch der Mittagsbetreuung kam eben noch auf uns zu und da gibt es keinen Rechtsanspruch. Aber es gibt deutlich zu wenig Plätze. Und wenn man den Platz nicht in der ersten Klasse bekommt, dann kann man den eigentlich für die gesamte Grundschule abschminken. Denn wer einen Platz in der ersten Klasse ergattert, der hat ihn auch automatisch im kommenden Jahr für die zweite Klasse. Da werden dann also nur neue Plätze frei durch Umzug, sitzenbleiben oder Abmeldungen. Also so gut wie nicht.

Gestern öffneten wir also mit zitternden Händen den besagten Brief.

„Sehr geehrte Familie Weristderchef,
wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können …“

Falls Sie ein Rumpeln hörten, das war kein Donner, dass waren nur die Steine, die uns vom Herzen fielen.

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5 Gedanken zu “Die Sorge um die Mittagsbetreuung

  1. Schön geschrieben!
    Wir hatten eine ähnliche Situation. Unser Mäuschen soll ab Sommer mit in einen U3 Kindergarten. „Beworben“ haben wir uns im Gemeinde-Kindergarten in dem schön mein Bruder und ich waren, außerdem wurde unser Mäuschen dort getauft und wir wohnen auch im gleichen Bezirk. Für mich bestand eigentlich keine Frage, dass sie eine Platz dort bekommen sollte. – Naja, aber.man lernt nie aus. Leider bekamen wir keinen Brief mit dem freundlichen Passus. Sie hat zum Glück noch in der Nähe einen Platz bekommen, als Nachrückerin der Warteliste.

  2. Oh sehr gut! Das freut mich unendlich für euch! Ich hoffe, wir haben dabei in ein paar Jahren auch so viel Glück!

    Liebe Grüße

  3. Ah, das war das Geräusch! 😉

    Herzlichen Glückwunsch!!!

    (die Thematik ist hier ganz ähnlich, die diesjährigen 1 Klasse werden 5 (!!!!)-zügig starten, normal sind 4 Klassen pro Jahrgang – ein Alptraum, wer da noch die Mittagsbetreuung braucht. Wir kamen beim Großen Sohn auch erst im Nachrückverfahren dran, weil doch noch eine weitere Gruppe gebildet werden konnte… Daher, ja, den Felsbrocken von Euren Herzen habe ich donnern hören!)

  4. Herzlichen Glückwunsch! Ein Betreuungsplatz ist heutzutage tatsächlich wie ein Sechser im Lotto.
    Wir sind schon froh diesen Sommer endlich einen KiGa Platz bekommen zu haben. Die Grundschulzeit wird nochmal eine ähnliche Herausforderung 😦

  5. \o/
    (ich weiß, wie diese zitterei ist. GRAUSAM.)

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