Wie man eine Kruste am Schweinsbraten hinbekommt

Das ist hier ja eigentlich kein Koch- und Essensblog, aber diesmal muss ich eine Ausnahme machen. Wir haben nämlich gestern einen Schweinsbraten gemacht. Anders, als ursprünglich geplant. Geplant war ein magerer Schweinebraten in einer Karotten-Lauch-Sauce, aber wir waren mit dem Einkaufen zu spät dran. Magerer Schweinebraten war nicht mehr zu bekommen, nur noch ein Stück echter Schweinsbraten mit ordentlich Schwarte dran.

Also gab es zwei Möglichkeiten. Entweder die Schwarte wegschneiden und einen mageren Schweinebraten draus machen, oder das Wagnis eingehen, einen echten bayerischen Schwiensbraten mit ordentlicher Kruste zu versuchen. Wer schon einmal versucht hat, eine ordentliche Kruste hinzubekommen wird wissen, von welchem Wagnis ich hier spreche. Die „Kruste“ wird gerne entweder total labberig und hat eher die Konsistenz eines hessischen Eisbeins, oder sie wird knochentrocken und hart. Aber so eine echte schööne krosse Kruste wie auf der Wiesn oder einen ordentlichen Wirtschaft, das ist eine Kunst, die uns bisher nie gelungen war. Aber die Schwarte einfach wegschneiden? Das wäre dann doch zu schade gewesen. Also begab ich mich auf die Suche im Internet und stöberte herum, bis ich etwas fand, was wir noch nie so versucht hatten. Also dachte ich mir, versuchen kann man es ja mal (und zur Not Pizza bestellen, wenn es komplett schief geht).

Also mehrer Rezepte mit ähnlichen Hinweisen recherchiert und dann einen eigenen gewissen Mix daraus gemacht und los ging es, volles Risiko. Das Ergebnis war in der Tat der Hammer. So eine schöne Kruste hatten wir noch nie hinbekommen und es war ein Gedicht.

Jetzt will ich hier natürlich nicht jedem nur den Mund wässrig machen, sondern auch noch ausplaudern, wie wir das gemacht haben. Nur falls jemand auch einmal einen echten Schweinsbraten machen möchte.

Zuerst haben wir die Schwarte mehrfach parallel eingeschnitten (etwa alle 1 bis 1,5 cm). Nicht bis zum Fleisch, nur bis knapp darüber. Dann haben wir in die Reine etwas Wasser gegeben und den Braten mit der eingeschnittenen Schwarte dort hineingelegt. Nur die Schwarte darf im Wasser sein, nicht das Fleisch. Dort blieb er dann für 2 Stunden liegen.

Anschließend rausgenommen und leicht mit Salz, Pfeffer und gemahlenem Kümmel gewürzt (keine Angst, der Kümmel schmeckt als solcher nicht raus, aber ohne fehlt was). Auch die Schwarte wurde leicht gesalzen und gepfeffert. In die eingschnittenen Ritzen der Schwarte haben wir ordentlich Salz eingerieben.

In der Zwischenzeit wurde der Ofen auf 250° Umluft vorgeheizt. In einen Bräter kam etwas Wasser (so 2 bis 3 Esslöffel) und der Braten (mit der Schwarte nach oben). Eine große Zwiebel wurde noch kleingeschnitten und kam um den Braten herum in den Bräter.

Bräter in den Ofen und 15 Minuten bei 250° braten, dann auf 180° runterdrehen und weitere etwa 1,5 Stunden braten lassen. Dabei immer mal etwas Wasser angießen, aber auf keinen Fall auf die Schwarte drauf, sondern immer nur neben den Braten in den Bräter. Statt Wasser geht da sicherlich auch Gemüsebrühe oder so.

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Der Braten war butterzart und die Kruste kross, saftig und lecker. Also wirklich narrensicher das Rezept, wenn es sogar mir gelingt.

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