Achtung, bissig!

Die kleine Chefin ist eigentlich wirklich ein famoses Mädchen. Freundlich, höflich und lustig. Sie kommt in der Schule mehr als gut mit und ist beliebt. Aber sie hat auch einen Haken, wenn man das so sagen darf. Sie ist unglaublich verträumt. Das fällt auch ihrer Lehrerin auf. Immer wieder sitzt sie mit am Tisch, aber ist nicht dabei, merkt nicht, wenn sie angesprochen wird oder stellt Fragen, die eine Minute vorher beantwortet wurden.

Klar, das gehört dazu, dass Kinder auch mal Träumen, aber so ein klein wenig müsste sie sich das schon abgewöhnen, denn zum Beispiel bei Schulaufgaben neigt sie dadurch zu Flüchtigkeitsfehlern, vergisst Wörter aufzuschreiben oder versteht manchmal auch Aufgaben falsch. Sie haben nun immer wieder einmal Leseproben. Sie bekommen also einen Text zu lesen und im Anschluss stehen Fragen zu dem Text. Es wird also überprüft, ob sie nicht nur lesen können, sondern auch dabei verstehen, was sie lesen. Beim ersten solchen Test, er ging über Eisbären, hatte sie einen Fehler in den Fragen. Nämlich auf die Frage, wie viele Junge eine Eisbärin normalerweise bekommt (sie bekommen zwischen ein und vier Junge, aber meistens zwei) kreuzte sie an „Eisbären bekommen immer ein Junges“ statt „Sie bekommen in der Regel zwei Junge“.

Die Nachforschung, wie es zu dem Fehler kam ergab: sie hatte die Aufgabenstellung wohl nicht ganz mitbekommen. Diese lautete: „Lies den Text und beantworte die Fragen. Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst, lies noch einmal im Text nach.“ Unsere Tochter hörte allerdings das erste „Lies den Text und“ nicht, sondern nur ab „Beantworte die Fragen …“. Sie hatte also die Fragen beantwortet und den Text nicht ein einziges Mal gelesen. Okay, schon beeindruckend, dass sie sonst alle Fragen richtig beantworten konnte. Die Einzelkindantwort hatte sie sich vom kleinen Eisbär Lars abgeleitet, der ja auch keine Geschwister hat. Hätte sie nicht geträumt, hätte sie den Text auch gelesen …

Aber das Träumen geht leider noch weiter. So träumt sie auch beim Trinken. So sehr, dass sie nun plötzlich innerhalb von drei Tagen zwei Gläser zerbissen hat. Einfach so. Aus Versehen. Mitten im Trinken. Beim ersten Mal ein sehr dünnes Glas, kann also passieren dachte ich, aber beim zweiten Mal ein Cola-Glas. Das ist ja nun auch nicht ganz ungefährlich. Einen Minischnitt an der Lippe hatte sie dann beim Cola-Glas auch. Mein Bruder hat dies als Kind auch gemacht, aber er hat damit sicherlich nicht mit sieben Jahren angefangen.

Cola-Glas

Es wäre uns also wirklich sehr Recht, wenn sie etwas weniger Träumen würde. Dann könnten wir sicherlich auch das Trinkverbot aus Gläsern wieder aufheben, denn aktuell darf sie nur noch aus Plastikbechern trinken.

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