Der Film, der an den kleinen Drachen Kokosnuss erinnert

Vor kurzem fand hier ein getrennter Ausflug statt. Kinobesuch. Die Mama mit der kleinen Chefin in „Bibi und Tina“ und ich mit dem kleinen Chef in „Der kleine Drache Kokosnuss“.

Ich freute mich darauf, denn den Drachen Kokosnuss finde ich in der Tat auch sehr süß und es macht Spaß, dem Filius die Bücher vorzulesen. Allerdings kann ich den Kinobesuch für mich in zwei Worten zusammenfassen: Ziemliche Enttäuschung.

Der Film hatte so herzlich wenig mit den Büchern gemeinsam. Wenn nicht die Namen die gleichen geblieben wären, man könnte meinen, es sei eine andere Geschichte.

Während Kokosnuss im Buch ein recht beliebtes Kerlchen ist, ist er im Film der Außenseiter der Klasse, der von den anderen ausgelacht wird. Und während im Buch Mette und Magnus, die Eltern von Kokosnuss, ihren Sohn sehr zur Selbständigkeit erziehen, packen sie ihn im Film in Watte, schämen sich für seine Unzulänglichkeiten und neigen dazu, klassische Helikoptereltern zu sein.

Die Eltern von Oskar, dem kleinen Fressdrachen, sind im Buch zwar … naja, eben Fressdrachen, aber doch herzlich. Im Film sind sie einfältig und einfach und würden auch ohne Skrupel Kokosnuss fressen.

Da fällt es schon kaum noch ins Gewicht, dass die Drachen in den Büchern in Höhlen leben und im Film in Häusern. Das mag auch nur Makulatur sein, aber ist das nötig?

Wenn der Film dafür zumindest mit Humor punkten würde, könnte man vielleicht darüber hinwegsehen, aber leider plätschert der Film so vor sich hin und nur an wenigen Stellen ertönt dann auch herzliches Kindergelächter durch das Kino. Lediglich als die Fressdrachen brennende Furze lassen und als Kokosnuss und seine Freunde es schaffen, von einem Schluckloch wieder ausgekotzt zu werden, sind sich alle Kinder einig, dass dies ihr Humor ist. Diese beiden Szenen retteten zwar den Film für den kleinen Chef, aber leider konnte ich seine Lacher im gesamten Film fast an einer Hand abzählen.

Ich frage mich, warum man so weit von der Vorlage abweichen muss. Dass man nicht 1 zu 1 die Vorlage umsetzen kann ist klar, aber etwas mehr Nähe zu den Büchern wäre schön gewesen. Der Film wirkt fast so, als hätte der Autor der Bücher keinerlei Mitspracherecht gehabt. Sehr schade.

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Ein Gedanke zu “Der Film, der an den kleinen Drachen Kokosnuss erinnert

  1. Ich teile Ihre Meinung zum Film.
    Vor allem diese so deutlich von der Buchvorlage abweichende Darstellung der Eltern hat mich auch gestört.
    Aber meiner Tochter hat der Film trotzdem gefallen.

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