rituelle Essenseinleitungen

Wer kennt sie nicht? Diese tollen Sprüchlein, die vor dem Essen aufgesagt werden? Vor allem aus dem Kindergarten werden diese gerne an den heimischen Esstisch geschleppt. Aber Kinder brauchen ja Rituale, nicht wahr? Wissen wir ja. Deswegen lieben wir alle diese Tischsprüche aus dem Kindergarten, nicht wahr? Genau, es ist nicht wahr. Zum Glück fordern unsere Kinder die nur sehr sehr selten ein, aber wenn, dann knüppeldick.

Aber hier hat sich jetzt langsam ausritualisiert, das sage ich euch.

Da gibt es das allseits beliebte:

„Piep piep piep,
wir ham uns alle lieb,
guten Appetit!“

Oder auch:

„Rosaroter Fisch,
setz dich an den Tisch.
Deine Flossen sind gewaschen
und nun wollen wir was naschen.
Guten Appetit!“

Noch beliebter natürlich:

„Rolle, rolle rolle,
der Tisch ist volle,
der Bauch ist leer,
brummt wie ein Bär,
brummt wie ein Hummer,
guten Hunger!“

Es wäre ja schon schlimm niedlich genug, wenn es dabei bliebe, aber nein, meine Kinder müssen auch noch selber dichten. Und natürlich auf meine Kosten. Auf wessen Kosten auch sonst?

„Rolle, rolle, rolle,
der Papa der ist volle,
das Bier ist leer,
Papa brummt wie’n Bär,
brummt wie ein Hummer,
guten Hunger!“

So, und wenn sich nun alle wieder beruhigt haben, dann können Sie gerne woanders weiterlesen und später wiederkommen. Hier gibt es nichts zu sehen …

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Schafes Kino

Wir waren wieder im Kino. Diesmal nicht getrennt, sondern alle gemeinsam. Shaun das Schaf stand auf dem Programm und es war ein wirklich gelungener Familienspaß. Ganz im Gegensatz zum „Film, der an den kleinen Drachen Kokosnuss erinnert“ war dieser Film einfach nur gelungen. Shaun war eben einfach Shaun, wie man ihn kennt und liebt. Der Humor begeisterte ein breites Publikum und im Kino fühlten sich Kinder zwischen etwa 3 und 12 Jahren sehr gut unterhalten. Auch für die Eltern ist der Humor bei Shaun meiner Meinung nach einfach mehr als nur zu ertragen. Auch wir mussten das eine oder andere Mal herzlich über die Schafe in der Großstadt lachen.

Wie viel besser dieser Film im Vergleich zu Kokosnuss war, fiel am meisten am kleinen Chef auf. Nach dem Kinobesuch war er diesmal unglaublich aufgekratzt und überdreht und war kaum noch zu bändigen. Er war einfach unglaublich gut drauf und aufgeregt, dass diese Energie irgendwohin musste. Am Abend resümierte er dann auch noch einmal aus vollem Herzen: „Heute war ein richtig toller Tag!“

Recht hat er!

Kann man die Kinder mal alleine lassen? Oder: weibliche Logik

Wir versuchen, unsere Kinder zur Selbständigkeit zu erziehen. Das ist manchmal natürlich leichter gesagt als getan, denn es bedeutet auch, dass man loslassen können muss. Manchmal steht man sich da eher selbst im Wege.

Ein Beispiel dafür ist die Frage, ob man die Kinder alleine lassen und kann und wenn ja, wie lange? Wir machen es schon ab und zu, dass die Kinder alleine daheim bleiben, während wir zum Beispiel einkaufen gehen. Was wir dagegen noch nicht gemacht haben ist, die Kinder abends alleine zu lassen. Eine Bekannte von uns hat das durchaus immer mal gemacht. Die Kinder waren im Bett und sie ging noch einmal aus. Natürlich mit den Kindern abgesprochen und es ist auch immer gut gegangen. Aber das haben wir uns tatsächlich noch nicht getraut. Obwohl unsere Kinder mit dem Telefon umgehen und uns anrufen können.

Jetzt kam das Thema einmal kurz bei uns auf. Meine Frau wollte ins Kino und ich musste dementsprechend etwas früher aus der Arbeit weg. Die Frage war, kann sie schon weg wenn ich noch unterwegs bin und die Kinder bleiben dann eben so lange alleine, bis ich da bin.

Für mich keine Frage. Für meine Frau schon, denn als gute Mutter machte sie sich gleich wieder mehr Sorgen, als ich.

Sie: „Was ist, wenn du dann einen Unfall hast?“

Gut, das hoffe ich natürlich nicht und sie auch nicht. Aber grundsätzlich eine berechtigte Befürchtung.

Ich: „Ich könnte ja auch abends, wenn die Kinder schon im Bett sind, im Bad ausrutschen und mir den Schädel am Waschbecken einschlagen.“

Hoffe ich natürlich genau so wenig, aber kann auch passieren. Die meisten Unfälle passieren ja im Haushalt.

Sie: „Aber dann wären sie zumindest nicht allein und würden dich dann finden!“

Ich gebe zu, an der Stelle bin ich mir nicht sicher, ob der Unfall auf der Autobahn nicht der „angenehmere“ für die Kinder wäre …

Der Film, der an den kleinen Drachen Kokosnuss erinnert

Vor kurzem fand hier ein getrennter Ausflug statt. Kinobesuch. Die Mama mit der kleinen Chefin in „Bibi und Tina“ und ich mit dem kleinen Chef in „Der kleine Drache Kokosnuss“.

Ich freute mich darauf, denn den Drachen Kokosnuss finde ich in der Tat auch sehr süß und es macht Spaß, dem Filius die Bücher vorzulesen. Allerdings kann ich den Kinobesuch für mich in zwei Worten zusammenfassen: Ziemliche Enttäuschung.

Der Film hatte so herzlich wenig mit den Büchern gemeinsam. Wenn nicht die Namen die gleichen geblieben wären, man könnte meinen, es sei eine andere Geschichte.

Während Kokosnuss im Buch ein recht beliebtes Kerlchen ist, ist er im Film der Außenseiter der Klasse, der von den anderen ausgelacht wird. Und während im Buch Mette und Magnus, die Eltern von Kokosnuss, ihren Sohn sehr zur Selbständigkeit erziehen, packen sie ihn im Film in Watte, schämen sich für seine Unzulänglichkeiten und neigen dazu, klassische Helikoptereltern zu sein.

Die Eltern von Oskar, dem kleinen Fressdrachen, sind im Buch zwar … naja, eben Fressdrachen, aber doch herzlich. Im Film sind sie einfältig und einfach und würden auch ohne Skrupel Kokosnuss fressen.

Da fällt es schon kaum noch ins Gewicht, dass die Drachen in den Büchern in Höhlen leben und im Film in Häusern. Das mag auch nur Makulatur sein, aber ist das nötig?

Wenn der Film dafür zumindest mit Humor punkten würde, könnte man vielleicht darüber hinwegsehen, aber leider plätschert der Film so vor sich hin und nur an wenigen Stellen ertönt dann auch herzliches Kindergelächter durch das Kino. Lediglich als die Fressdrachen brennende Furze lassen und als Kokosnuss und seine Freunde es schaffen, von einem Schluckloch wieder ausgekotzt zu werden, sind sich alle Kinder einig, dass dies ihr Humor ist. Diese beiden Szenen retteten zwar den Film für den kleinen Chef, aber leider konnte ich seine Lacher im gesamten Film fast an einer Hand abzählen.

Ich frage mich, warum man so weit von der Vorlage abweichen muss. Dass man nicht 1 zu 1 die Vorlage umsetzen kann ist klar, aber etwas mehr Nähe zu den Büchern wäre schön gewesen. Der Film wirkt fast so, als hätte der Autor der Bücher keinerlei Mitspracherecht gehabt. Sehr schade.